Schlieren

Auf der Gaswerkbrücke: Vorübergehend gilt wieder Tempo 80 – aber wieso?

Kurz Gas geben ist nicht sinnvoll: Die Stadt Schlieren will die Geschwindigkeit über die Gaswerkbrücke wieder herabsetzen.

80, 60, 80, 60: Weshalb auf der Gaswerkbrücke die Höchstgeschwindigkeit immer wieder ändert.

Autolenker, LKW-Chauffeure und Vespafahrer, die zwischen Schlieren und Altstetten auf der Bernstrasse unterwegs sind, stossen seit wenigen Tagen auf ein neues Strassenschild: Beim Auffahren auf die Gaswerkbrücke ist die zuvor geltende Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde aufgehoben – über die etwas mehr als 500 Meter lange Brücke gilt damit derzeit Tempo 80.

Damit ändert sich an dieser Stelle die Geschwindigkeitslimite innert kurzer Zeit zum zweiten Mal. Denn lange konnte auf dem kurzen Strassenabschnitt mit Tempo 80 gefahren werden. Im vergangenen Sommer wurde das Geschwindigkeitsregime auf der Bernstrasse aber harmonisiert; auch zwischen der Gasometerkreuzung und der Engstringerkreuzung wurde nach dem Abschluss der Sanierung der Gaswerkbrücke und deren Ausbau von zwei auf drei Fahrspuren die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 60 Kilometern pro Stunde herabgesetzt.

Anordnung erst jetzt publiziert

Nun gilt wieder Tempo 80 – dies aber nur vorübergehend. Denn die Stadt Schlieren hat gerade eine beantragte «dauernde Verkehrsanordnung» veröffentlicht. Es sollen auf dem Streckenabschnitt wieder 60-km/h-Schilder aufgestellt werden. Die Frist, um gegen dieses beabsichtigte Verkehrsregime Beschwerde einzulegen, läuft gemäss der kürzlich erschienenen amtlichen Anzeige noch bis Mitte Mai.

Dieses Hin und Her bei der Geschwindigkeitslimite ist auf einen kleinen Fehler zurückführen: Bei der Stadt war es vor einem Jahr untergegangen, die beabsichtigte Geschwindigkeitsreduktion zu publizieren. Die Kantonspolizei Zürich habe die Stadt kürzlich auf die fehlende Publikation aufmerksam gemacht, erklärt Stadtingenieur Hans-Ueli Hohl. Deswegen gelte derzeit auch wieder – beziehungsweise noch immer – das frühere Temporegime von 80 km/h. «Wenn die nun laufende Publikation abgeschlossen und die Verkehrsanordnung in Rechtskraft erwachsen ist, werden wieder 60 km/h angezeigt.»

Die Stadt Schlieren wollte auf dem rund einen halben Kilometer langen Abschnitt schon lange die Geschwindigkeit herabsetzen. Der entsprechende erste Antrag geht auf den November 2016 zurück. Denn ein Beschleunigen auf 80 km/h für diese kurze Strecke sei nicht sinnvoll, hält Hohl fest. Er verweist unter anderem auf Sicherheits-, Lärm- und Umweltüberlegungen.

Verkehrsverlagerung angestrebt

Dass die Stadt hier auf Tempo 60 und nicht etwa auf «generell 50» setzt, begründet sie mit dem Gesamtverkehrskonzept. Das Geschwindigkeitsniveau soll hier leicht höher liegen als auf der Zürcher-/Badenerstrasse. Der raschere Verkehrsfluss könnte bei der im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn beabsichtigten Verkehrsverlagerung von der Zentrumsache auf die Bernstrasse und die Überlandstrasse helfen.

Der Kanton Zürich hatte die Gaswerkbrücke, die sich in einem schadhaften Zustand befand, von Juni 2017 bis Mitte Juni 2018 saniert. Auf ihr wurden – bereits vor der angestrebten Verkehrsverlagerung – rund 15  000 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Die Instandsetzung der Brücke beinhaltete auch deren Verstärkung; seither kann sie von grossen Schwertransportern genutzt werden.

Die Gaswerkbrücke ist nur eines von mehreren Strassenprojekten, das der Kanton seit Sommer 2016 im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn umsetzt, um die gewünschte Verkehrsverlagerung zu bewirken. Verschiedene Brücken, Strassen und Kreuzungen in Dietikon, Schlieren und Urdorf werden saniert und um- oder ausgebaut.

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