Schlieren
Angestellte wünschen sich ihren Treffpunkt zurück - die Kantine

Die Standortförderung setzt sich für die Wiedereröffnung des Walo-Restaurants ein. Bei der Besitzerin stösst sie auf halboffene Ohren.

Thomas Mathis
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Statt auf dem Tisch stehen die Teller im Restaurant der Walo Bertschinger AG auf dem Boden. Seit dem 23. Dezember ist der Betrieb eingestellt.

Statt auf dem Tisch stehen die Teller im Restaurant der Walo Bertschinger AG auf dem Boden. Seit dem 23. Dezember ist der Betrieb eingestellt.

Thomas Mathis

Im Schlieremer Innovationsquartier gibt es einen Treffpunkt weniger. Das Restaurant der Walo Bertschinger AG wurde nach 25 Jahren auf Ende 2016 geschlossen. Nun setzt sich die Standortförderung der Stadt Schlieren für eine Wiedereröffnung ein, wie der Newsletter Punkt4 berichtete. «Für die Unternehmen an der Rütistrasse fiel eine beliebte Verpflegungsmöglichkeit weg», sagt Standortförderer Albert Schweizer auf Anfrage. Er sei von mehreren Personen gebeten worden, sich für eine Wiedereröffnung einzusetzen. Um das Quartier aufzuwerten, möchte er diesem Anliegen auch aus eigenem Antrieb nachkommen.

Die Schliessung des Lokals, das der Walo Bertschinger AG gehört, sei ein schwerer Entscheid gewesen, sagt Daniel Baschung, CFO der Walo-Gruppe. Drei Gründe hätten die Geschäftsleitung nach langem Erwägen zu diesem Schritt veranlasst. Erstens sei der Umsatz seit 2014 um mehr als einen Viertel eingebrochen, was auf das wachsende Verpflegungsangebot in der Umgebung und auf die Büro-Leerstände im Gebiet zurückzuführen sei. Zweitens werde das Angebot von den eigenen Mitarbeitenden nicht mehr so stark nachgefragt. Drittens wären grössere Investitionen im Bereich der Küche notwendig gewesen.

Suche wird nicht einfach

Ob der Initiative der Standortförderung zeigt sich Baschung überrascht. «Unsere Erfahrung ist, dass sich ein Restaurant an diesem Standort nicht wirtschaftlich betreiben lässt», sagt er. Schweizer jedoch ist vom Potenzial des Standorts überzeugt: «In diesem Gebiet werden noch viele Arbeitsplätze dazukommen und die Angebote rund um den Bahnhof sind ausgelastet.»

Wie mit der Immobilienabteilung der Walo Bertschinger AG abgesprochen, unterstützt die Schlieremer Standortförderung vorerst eine Übergangslösung. Als Wunschkandidaten nennt Schweizer innovative Unternehmer oder renommierte Cateringbetriebe. «Einen Interessenten zu finden, wird nicht einfach sein», sagt er. Dennoch wolle er nicht untätig bleiben und auch aktiv auf potenzielle Kandidaten zugehen.

Ob das Restaurant wieder öffnen wird, hängt auch von der Besitzerin selbst ab. «Ich konnte mit der Walo Bertschinger AG gute Gespräche führen», sagt Schweizer. Auch Baschung zeigt sich offen gegenüber der Idee der Standortförderung: «Das Unternehmen evaluiert derzeit die Möglichkeiten, wie das Lokal in Zukunft genutzt werden soll.» Wie der Blick ins derzeit leere Restaurant zeigt, warten nach dem Rampenverkauf vom Januar noch Teller und diverse Dekoartikel auf ihre neuen Besitzer.

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