Schlieren
Absage an Basketballer: Stadtrat will nicht am Putzregime rütteln – der Nachwuchs hat das Nachsehen

Der Basketballklub Schlieren ist irritiert darüber, dass der Stadtrat nicht auf den Verein zukommen will und für ein zusätzliches Kindertraining keine Änderungen am Putzplan vornehmen will.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Die Schlieremer Basketballer trainieren in der Reitmen-Turnhalle.

Die Schlieremer Basketballer trainieren in der Reitmen-Turnhalle.

Colin Frei

Das Reinigungsregime der Sporthalle Reitmen wird nicht zu Gunsten von basketballbegeisterten Kindern zwischen sechs und acht Jahren angepasst. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Antwort des Schlieremer Stadtrates hervor. Den Vorschlag, die Kleinen sollen in einer anderen Halle unterrichtet werden, ist derzeit nicht im Sinn des Basketballklubs.

Denn erstens verfügt der Klub in der Reitmen-Turnhalle über kleine Basketbälle für Kinderhände und zweitens wäre es logistisch unmöglich, denselben Trainer einzusetzen. In der Kleinen Anfrage von SP-Gemeinderat und Basketballklub-Präsident Walter Jucker heisst es, man wolle neu in Schlieren auch Trainings für besagte Alterskategorie anbieten.

Die Stunde zwischen 17.30 und 18.30 Uhr ist jedoch für die Reinigung der Turnhallen reserviert, damit die Vereine anschliessend ein sauberes Gebäude vorfinden. Gemäss dem Nutzungsreglement für Schlieremer Turnhallen bleiben die Hallen in dieser Zeitspanne geschlossen. «Es macht Sinn, wenn Kinder zwischen sechs und acht Jahren vor dem Nachtessen Sport treiben können, da Trainings bis 20 Uhr für viele Eltern zu spät sind», schreibt Jucker in seiner Anfrage. Manchen Kindern könnte die Teilnahme daher untersagt werden.

Reinigung zwischen Schul- und Vereinssport

In seiner Antwort verweist der Stadtrat darauf, dass die Regelung voll und ganz in seinem Sinne ist. Denn: «Mit dieser Sperrzeit wurde auch einem Anliegen der Vereine entsprochen, welche zwischen Schul- und Vereinsbetrieb eine qualitativ angemessene Reinigung wünschten», heisst es darin. Wenn besagtes Zeitfenster nicht mehr zur Verfügung stehen würde, würde sich die Reinigung der Dreifachturnhalle massgeblich erschweren, heisst es weiter. Möglich sei es aber, in anderen Turnhallen von den Sperrzeiten abzusehen. «So steht etwa die Turnhalle Hofacker auch regelmässig während der Sperrzeit zur Verfügung.»

Nachdem das neue Reglement mit diesen Sperrstunden eingeführt worden war, blieben Reklamationen seitens der Vereine aus, was positiv zu werten sei, schreibt der Stadtrat weiter. «Davon abweichende organisatorische Entscheidungen erfordern hohe Flexibilität bei allen Beteiligten.» Die Organisation der Reinigung müsste von Grund auf überarbeitet werden, wollte man von diesem Reglement abweichen. Weil seitens der Vereine Reklamationen eingereicht würden, wenn die Reinigung ausbleiben würde, ist dies für den Stadtrat nicht zumutbar. Er schlägt vor, auf andere Hallen auszuweichen.

Laut Jucker sei ein Ausweichen auf andere Turnhallen nicht einfach. So würden sich die passenden Bälle im zugeteilten Vereinskasten in der Reitmen-Turnhalle befinden. Zudem würde man gerne denselben Trainer für die Kinder unter und über acht Jahren einsetzen, was nicht möglich wäre, wenn er die Turnhalle wechseln müsste. Zudem zweifelt er an der Richtigkeit der stadträtlichen Angaben. Laut seinem Wissenstand reinige eine automatische Putzmaschine die Halle nach 22 Uhr. Zudem: «Kinder unter acht würden auf die Benutzung der Garderobe verzichten, weshalb die allfällige Reinigung nur geringfügig gestört würde.»