Hardturm

Projekt «Ensemble»: Stadtrat winkt Gestaltungsplan für neues Quartier mit Fussballstadion durch

So soll es auf dem Hardturmareal nach den Plänen der Bauherren ab 2022/23 aussehen: Ein Fussballstadion, umrahmt von zwei Hochhäusern und einer Genossenschaftssiedlung. Nun ist der Gemeinderat am Ball. (Archivbild)

So soll es auf dem Hardturmareal nach den Plänen der Bauherren ab 2022/23 aussehen: Ein Fussballstadion, umrahmt von zwei Hochhäusern und einer Genossenschaftssiedlung. Nun ist der Gemeinderat am Ball. (Archivbild)

Der Zürcher Stadtrat heisst den privaten Gestaltungsplan gut.

Die Planung für ein neues Stadion auf dem Zürcher Hardturmareal kommt ein Stück voran: Gestern verabschiedete der Zürcher Stadtrat den privaten Gestaltungsplan für das Stadion- und Wohnprojekt. Als Nächstes wird das Zürcher Stadtparlament darüber entscheiden. Bereits im vergangenen November hatte das Stadtzürcher Stimmvolk der Landabgabe für das Vorhaben zugestimmt. Mit dem Gestaltungsplan folgt nun die nächste Planungsrunde. Die Bauherren wollen das Stadion auf die Saison 2022/23 eröffnen.

Der Gestaltungsplan könnte allerdings von den Kritikern des Projekts per Referendum oder mit Rekursen bekämpft werden. Schon bei der öffentlichen Auflage des Plans im Herbst 2017 gab es 60 Einwendungen. Sie betrafen vor allem die Themen Hochhäuser und Freiraum, wie der Stadtrat in seiner gestrigen Mitteilung schreibt.

Der Gestaltungsplan ist nötig, weil die beiden Hochhäuser, deren Vermietung das Stadion finanzieren soll, höher geplant sind, als es die städtische Bau- und Zonenordnung (BZO) erlaubt. Gemäss BZO wären 80 Meter hohe Häuser zulässig. Die privaten Bauherren der Baufirma HRS und der Anlagegefässe der Credit Suisse wollen neben dem Stadion aber zwei 137 Meter hohe Wolkenkratzer erstellen. Der Gestaltungsplan lässt noch etwas Spielraum und sieht eine maximale Höhe von 140 Metern vor. Er wurde von den Bauherren zusammen mit der Stadt Zürich erarbeitet.

Für das Stadion, das 18'500 Zuschauerinnen und Zuschauer fassen soll, rechneten die Bauherren zunächst mit einer Höhe von 17 Metern. Nun soll es 20 Meter hoch werden, um die Lärmimmissionen für die Nachbarn zu verringern. Auch bei dieser Höhe wäre die Lärmbelastung zeitweise noch zu hoch, hält der Stadtrat fest. Allerdings sei dies nur an wenigen Abenden pro Jahr der Fall. 95 Prozent der Fussballspiele von GC und FCZ würden vor 22 Uhr enden und damit die typischen Einschlaf- und Schlafzeiten nicht betreffen. Zudem beruhen die Lärmberechnungen jeweils auf ausverkauften Spielen. Erwartet werden jedoch im Durchschnitt deutlich tiefere Besucherzahlen. Somit wäre es meistens ruhiger.

Fazit des Stadtrats: «Das Stadion kann realisiert werden, sofern die maximal zulässige Gesamthöhe von 20 Metern ausgeschöpft wird oder Massnahmen mit mindestens gleichwertiger Wirkung in Bezug auf die Lärmbelastung ergriffen werden.»

Lärm bis zum Hönggerberg

Vom Lärm am stärksten betroffen wären die Bewohner der geplanten Wohnbauten auf dem Hardturmareal. Einerseits sind dies die beiden Hochhäuser, andererseits eine von der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich geplante Genossenschaftssiedlung. Doch auch Anwohner ausserhalb des Stadionareals müssten zeitweise mit zu hoher Lärmbelastung rechnen. Namentlich erwähnt der Stadtrat die Bernoulli-Häuser, den Hard Turm Park und den Hönggerberghang. Anwohner vom Hönggerberg hatten schon vor der Stadionabstimmung vom vergangenen November mit Rekursen gedroht. Primär ging es dabei um städtebauliche Aspekte wegen der Hochhäuser.

Zu reden geben könnte ferner das Parkplatzregime. Der Gestaltungsplan sieht vor, dass bei Veranstaltungen auch ausserhalb des Hardturmareals Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Wo diese lägen, ist noch offen. Die Bauherrschaft müsste dies erst beim Einreichen des Baugesuchs darlegen, sagte ein Sprecher des Stadtzürcher Amts für Städtebau gestern auf Anfrage. Insgesamt ist die Parkplatzzahl für Personenwagen bei Veranstaltungen auf 1330 beschränkt.

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