Biodiversität

Positive Bilanz nach dreieinhalb Monaten Laufzeit für die Artenvielfalt-Ausstellung

Der Wunsch nach einer dauerhaften Ausstellung ist gross.

Der Wunsch nach einer dauerhaften Ausstellung ist gross.

Ziel der Ausstellung ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Themen invasive Neophyten und Biodiversität.

Die Begeisterung war gross, als der Gärtnermeisterverband des Kantons Zürich am 10. Mai die (G)Artenvielfalt-Ausstellung auf der Dietiker Allmend eröffnete. Verschiedene Gartenbaufirmen des Verbandes zeigen dort in einzelnen Gartenräumen, wie ohne den Einsatz von invasiven Neophyten, das sind gebietsfremde und schädliche Pflanzen, attraktive Gartengestaltung betrieben werden kann.

Zudem gestalteten Lernende einen weiteren Gartenraum. Ein Globi-Parcours soll das Thema den jüngeren Gästen näher bringen. Die Ausstellung bleibt bis im November 2020 bestehen, wenn es aber nach einzelnen Besucherinnen und Besuchern ginge, sollte sie noch länger dauern. Diese äusserten bereits am Eröffnungswochenende den Wunsch, dass die(G) Artenvielfalt für immer bestehen bleiben möge.

Mehr als dreieinhalb Monate danach ist das Verlangen nach einer permanenten Ausstellung immer noch da, sagt Petra Hausch, Kommunikationsverantwortliche beim Gärtnermeisterverband. «Das Echo der Besucherinnen und Besucher fällt durchweg positiv aus und deswegen sind wir bis jetzt sehr zufrieden mit der Ausstellung», sagt sie.

Die Akzeptanz bei der Dietiker Bevölkerung für das Projekt zeige sich auch dadurch, dass es seit der Eröffnung kaum Sachschäden gegeben habe. «Vereinzelt kamen Gegenstände aus den Kisten des Globi-Parcours weg, wie etwa kleine Lupen oder Plastikbälle. In einem Gartenraum wurde aber auch ein Holzhäuschen angezündet», sagt sie. Auch wenn diese Vorfälle sehr ärgerlich seien, würden diese wenigen Schäden im Rahmen liegen. «Die Lupen haben wir mittlerweile durch grössere ersetzt und festgemacht», fügt Hausch an.

Das Interesse an der (G)Artenvielfalt hält an

Wie viele Besucherinnen und Besucher bisher den Weg durch die Gartenräume gefunden haben, sei schwierig zu sagen. «Da die Ausstellung frei zugänglich ist, kann ich keine genaue Zahl nennen. Ich schätze aber, dass bisher etwa 4000 bis 5000 Personen an der (G)Artenvielfalt waren.» Hausch ist zufrieden mit dem Besucheraufkommen. Sie habe zwar gemerkt, dass dieses während der Sommerferien etwas zurückging und auch vom Wetter abhängig sei. Das Interesse an der Ausstellung habe seit der Eröffnung aber nur wenig abgenommen.

Das zeige sich auch den verschiedenen Veranstaltungen von Vereinen und Privatpersonen, zu denen das Forum der (G)Artenvielfalt regelmässig reserviert wird. «Es kommen auch stets neue Aufträge dazu», sagt Hausch. Wo sie aber noch Potenzial sieht, ist bei den Besuchen von Kindern oder ganzen Schulklassen. «Da haben wir uns im Vorfeld mehr erhofft.» Das Ziel der Ausstellung sei es, die ganze Bevölkerung zu den Themen invasive Neophyten und Biodiversität zu sensibilisieren. «Deshalb werden wir nun vermehrt Schulen anfragen und dort Werbung machen», sagt sie.

Zufrieden mit der (G)Artenvielfalt zeigt sich auch Jennifer Schlundt, die für die Kilchberger Firma Berger Gartenbau den Gartenraum geplant hat. «Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen zu unserem Garten erhalten. Die Leute sind begeistert», sagt sie. Es sei ein gutes Jahr für die Pflanzen, die fleissig wachsen. Der Garten nehme so immer mehr seine geplante Gestalt an. «Nur die Kletterpflanzen brauchen noch ein wenig Zeit. Aber nächstes Jahr sollten sie auch soweit sein.»

Bei der Umsetzung ihres Gartenplans ist Schlundt auf fast keine Probleme gestossen. Nur der Weg durch die Mohnwiese sei während der Blütemonate Juni und Juli nicht immer so einfach begehbar gewesen. «Die Pflanzen haben dermassen viele Bienen und Insekten angelockt, dass die Besucherinnen und Besucher den Garten nur noch über einen der zwei Zugänge betreten und verlassen konnten. In diesem Fall liessen wir den Tieren den Vortritt.»

Zustand der Ausstellung wird regelmässig überprüft

Für die Pflege und Instandhaltung der Gartenräume sind die jeweiligen Gartenbaubetriebe zuständig. Das stelle gemäss Schlundt zwar einen gewissen Aufwand dar, aber keinen nicht zu bewerkstelligenden. «Die regelmässigen Pflegebesuche an der (G)Artenvielfalt sind fest eingeplant und bei langer Trockenheit schauen wir häufiger vorbei, um die Pflanzen zusätzlich zu wässern», sagt sie. Sollte es einer Pflanze dennoch mal zu trocken sein, greifen auch die Mitarbeiter des Gärtnermeisterverbands oder der Stadt Dietikon ein. «Es werden regelmässig Rundgänge absolviert, um den Zustand der Ausstellung zu kontrollieren», sagt Hausch.

Sie lobt diesbezüglich auch die Zusammenarbeit mit der Stadt und verrät, dass man mit der Standortförderung Dietikon bezüglich einer Zusammenarbeit wegen des Frühlingsmarkts 2020 im Gespräch ist. Ob dann die Ausstellung wie gewünscht länger als bis im November nächsten Jahres bestehen bleibt, liege nicht in der Macht des Gärtnermeisterverbands. «Als Grundeigentümerin muss das die Stadt entscheiden», so Hausch.

Stadtrat Lucas Neff (Grüne), Vorsteher der Infrastrukturabteilung, zeigt sich ebenfalls erfreut über die positiven Rückmeldungen. «Der Wunsch, die Ausstellung weiter zu erhalten ist durchaus verständlich und prüfenswert», sagt er. Zumindest baurechtlich seien keine Hürden vorhanden, da die Anlage zonenkonform liege.

«Die Ausstellung in der jetzigen Form zu erhalten, ist aber eher unwahrscheinlich. Bäume, Sträucher oder das Gebäude haben alle ihren aktuellen Besitzer und können kaum eins zu eins übernommen werden. Zudem muss man auch den Unterhalt klären.» Neff kann sich die Weiterentwicklung der (G)Artenvielfalt zu einer parkähnlichen Anlage auf der Allmend vorstellen, die ohne Öffnungszeiten auskomme. «Es ist absolut realistisch, dass wir bereits Ende dieses Jahres das Anliegen konkreter überprüfen werden.»

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