Schlierefäscht

OK-Vizepräsident Charly Mettier: «St. Moritz käme als Gastregion nicht infrage»

Malerische Destination: Valposchiavo ist eine der Gastregionen am Schlierefäscht.

Adelboden-Lenk-Kandersteg und das Valposchiavo, der südlichste Teil Graubündens, sollen am Schlierefäscht Ferienstimmung verbreiten. Charly Mettier, OK-Vizepräsident des Fests, erklärt, wie die Festbesucher von den Gastregionen profitieren können.

Wie kamen Sie auf die Gastregionen Adelboden und das Valposchiavo?

Charly Mettier: Die Anfrage lief über unseren Sponsoring-Chef Albert Schweizer. Wir suchten sympathische Destinationen, die zu Schlieren passen. Wir sehen unsere Gastregionen nicht nur als Sponsoren, sondern pflegen traditionellerweise einen engen Kontakt zu ihnen.

Was gewinnt das Schlierefäscht durch eine solche Zusammenarbeit?

Ganz praktisch betrachtet: Zusatzeinnahmen zur Finanzierung des Festes. Das andere ist, dass ich gerade bei der Region Adelboden merkte, wie viele Limmattaler dort in die Ferien gehen. Nachdem die Gastregionen bekannt wurden, sagten mir viele, dass es ihnen dort gefalle. Schliesslich sind die Feriendestinationen auch eine Attraktion. Ein solch grosses Fest besteht aus vielen Puzzleteilen, die Gastregionen sind zwei davon.

Adelboden und das Valposchiavo erhalten eine Plattform, um sich zu präsentieren. Was haben die Festbesucher von diesem Auftritt?

Die eine Region bringt dies, die andere etwas anderes. Das Valposchiavo hat zum Beispiel den Slogan «100 Prozent Valposchiavo». Das ist wichtig, damit die Wertschöpfung im Tal selbst stattfindet und die Leute dortbleiben. Somit werden die Leute aus dem Valposchiavo am Schlierefäscht ihre Produkte verkaufen. Die Leute aus Adelboden machen dagegen vor allem Werbung für die Tourismusregion.

Weshalb wählten Sie aus allen Tourismusregionen der Schweiz genau diese beiden aus?

Albert Schweizer fragte mehrere Destinationen an. Die beiden diesjährigen Gastregionen waren die ersten, die sich meldeten. Sie fanden sofort Anklang im OK-Team. In Adelboden waren bereits zwei Teammitglieder in den Ferien und ich selbst komme aus dem Bündnerland. Zudem passt das Valposchiavo zu Schlieren. An beiden Orten wohnen Leute eines besonderen Schlags.

Wie lernten Sie die Gegenden kennen?

Wir haben die Regionen besucht und in beiden einen OK-Workshop durchgeführt. Letztes Jahr in Adelboden und dieses Jahr im Valposchiavo. Im Valposchiavo verbrachten wir drei Tage, weil wir bis dorthin mehr als fünf Stunden Zug fahren mussten. Der Workshop fand in einem alten Kloster mitten in Poschiavo statt. Das war einfach super.

Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit den Regionen?

Wir haben am Schlierefäscht jeweils ein sehr herzliches Verhältnis zu den Gastregionen. Das ist nicht üblich, aber toll ist es auf alle Fälle. Beide Regionen freuen sich nun auf den Anlass. Wir pflegen einen regen Austausch und die Chemie auf persönlicher Basis stimmt. Es haben schon verschiedene Treffen der Exponenten stattgefunden.

War das am letzten Schlierefäscht mit Braunwald und Toggenburg ebenso der Fall?

Mit der Gastregion Braunwald war das Verhältnis sehr ähnlich. Im Toggenburg machten wir keinen Workshop, das wirkte sich auch ein wenig auf die Zusammenarbeit aus. Bei den diesjährigen Regionen funkte es von Anfang an und alle Beteiligten erfreuen sich an der Zusammenarbeit. Das ist speziell und erfreulich.

Welche Festbesucher interessieren sich jeweils für die Stände der Gastregionen?

Gemäss meinen Erfahrungen gibt es zwei Hauptgruppen. Die einen kennen die Region bereits und suchen den Austausch. Die anderen sind an den Regionen interessiert und wollen sich informieren. Die beiden Regionen haben einen gemeinsamen Stand direkt neben dem Event-Zelt des OKs auf der alten Badenerstrasse.

Wie entstand die Idee der Gastregion?

Unser Sponsorenchef Albert Schweizer sprüht vor Ideen und häufig kann er das OK-Team davon überzeugen. Gastregionen einzuladen war ebenfalls seine Idee und ich erinnere mich gut, dass alle davon begeistert waren. Unsere Bedingung war jedoch, dass die Gastregionen zu Schlieren passen müssen. Sie müssen ein wenig bodenständig sein. Zermatt oder St. Moritz kämen da nicht infrage. Das würde überhaupt nicht passen.

Würden Sie auch einmal jemanden aus dem Ausland einladen?

Ich habe gelernt, in Sachen Schlierefäscht nie «nie» zu sagen. Doch bereits bei Valposchiavo ist es ein logistisches Problem, die Strecke mit allem Material zu bewältigen. Für ausländische Destinationen wäre die Logistik noch komplizierter. Ich würde es nicht ausschliessen, doch wir haben noch so viele schöne Regionen in der Schweiz. Das Welschland hatten wir beispielsweise noch nie zu Gast. Die Zukunft wird es zeigen.

Gibt es eine Gastregion, die Sie unbedingt an einem künftigen Schlierefäscht haben wollen?

Bis zu unserem Rückblicktreffen im nächsten Mai will erfahrungsgemäss niemand über ein nächstes Fest reden. Doch sollte es wieder ein Schlierefäscht geben, würde das OK von jetzt wieder eine Gastregion wollen. Ohne Gastregion würde etwas fehlen. Es ist eines der vielen Puzzleteile, die dieses Fest ausmachen.

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