Aesch

Nachwuchsförderung wird im Feldschützenverein gross geschrieben

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Die Jungen sind zuvorderst dabei: Der Feldschützenverein Aesch ist äusserst aktiv. Er besucht viele Schützenfeste und organisiert im eigenen Schützenstand so manches Schiessen.

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Auch heute noch zählt der Feldschützenverein Aesch rund 140 Mitglieder.

Trotz seiner 125 Jahre ist der Feldschützenverein Aesch jung und aktiv geblieben. Dennoch ist die Freude über das Jubiläum derzeit etwas gedämpft. Denn eigentlich hätte jetzt das lange geplante Jubiläumsschiessen stattfinden sollen. Doch die Coronakrise lässt ein solches Grossereignis derzeit nicht zu. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Das Jubiläumsschiessen soll nächstes Jahr über die Bühne gehen. «Und dann allen viel Freude bereiten», wünscht sich Vereinspräsident Rolf Bäumler. Man habe bereits viel Zeit in die Planung investiert. Alles sei vorbereitet. Deshalb habe man sich entschieden, den Anlass nächstes Jahr durchzuführen. Zumal es auch das erste grosse Schützenfest seit jenem zum 100. Geburtstag im Jahr 1995 sei, das der Verein in Eigenregie organisiere.

Auch wenn die Umstände in diesem Jahr speziell sind, stolz auf die lange Geschichte ist man dennoch. «Es ist schön, dass ein Verein so alt werden darf. Es ist ein stolzes Alter und zeigt, dass man in der Vergangenheit vieles richtig gemacht hat», sagt Bäumler, der vor drei Jahren das Vereinspräsidium übernahm. Zumal viele andere Schützenvereine mittlerweile aufgelöst worden seien oder fusioniert hätten. An kantonalen oder Eidgenössischen Schützenfesten gehöre die Aescher Delegation immer zu den grössten. «Sofern das Eidgenössische in Luzern dieses Jahr stattfindet, werden wir mit rund 40 Schützen dort sein. Das ist eine beachtliche Zahl», sagt er.

Der Verein war seit jeher äusserst aktiv

Aus Sicht Bäumlers haben verschiedene Faktoren dazu beigetragen, dass der Verein mit seinen rund 140 Mitgliedern heute noch so gut dasteht. «In einem Dorf ist es sicherlich einfacher, neue Mitglieder zu gewinnen als in einer Stadt.» Das stelle er als Chef Nachwuchs Gewehr des Bezirksverbandes Zürich immer wieder fest. Zudem müsse man auch offen für Neues sein. Viele Schützenvereine hätten früher von der Armee und dem obligatorischen Schiessen gelebt und sich nicht nach aussen geöffnet. Vielen sei es auch nicht gelungen, zu zeigen, dass sie Sportvereine seien, die immer wieder Spitzenathleten hervorbringen.

Der Feldschützenverein war seit jeher äussert aktiv. «In unserem kleinen Dorf gab es früher mit dem Gemischten Chor und den Feldschützen eigentlich nur zwei Vereine. Das führte zu einem grossen Zusammenhalt im Dorf», sagt Bäumlers Vorgänger Walter Gerhard, der während 40 Jahren den Verein präsidierte. Ein besonders eindrückliches Beispiel sei das Schützenfest zur Standarteneinweihung 1965 gewesen. «Das war ein Grossanlass. Aesch zählte damals knapp 370 Einwohner. Praktisch das ganze Dorf hat zum Gelingen des Festes beigetragen. Das schweisst zusammen», so Gerhard. Zudem habe der Verein das Glück gehabt, dass er in all den Jahren auf Leute zählen konnte, die die anderen mitgezogen haben. Auch der Austausch mit anderen Schützenvereinen und die Geselligkeit sei wichtig. Etwa am Weggenschiessen, einem Freundschaftsschiessen mit den Schützen von Islisberg, das jeweils am ersten Wochenende im Januar stattfindet. Dieses Jahr ging bereits die 51. Ausgabe über die Bühne. «Wir hatten 103 Teilnehmer. Das ist beachtlich», so Gerhard.

«Bei uns ist das Schiessen ein Dürfen»

Ein Erfolg ist auch das 2011 eingeführte Frühlingsschiessen für die Bevölkerung, sagt Bäumler. «Es gibt immer wieder Leute, die spontan zu uns kommen und fragen, ob sie bei uns schiessen dürfen. Es ist wichtig solche Leute mit offenen Armen zu empfangen», so Bäumler. Viele würden das Schiessen noch vom Militär her kennen. «Dort ist es allerdings ein Müssen, bei uns ist es ein Dürfen», sagt er.

Ein wichtiger Puzzlestein ist die Nachwuchsförderung. Das betonen sowohl Bäumler als auch Gerhard. «Seit Jahrzehnten betreiben wir eine intensive Nachwuchsförderung und kommen dadurch immer wieder zu neuen Mitgliedern», so Bäumler. Auch er sei damals in den Jungschützenkurs gegangen. «Das hat in Aesch Tradition.» Bereits 1952 wurde überdies das Knabenschiessen für die Aescher Knaben ins Leben gerufen. 14 Jahre später hat der damalige Präsident Kurt Egloff aus dem Knabenschiessen ein Buebe- und Meitlischüsse gemacht. Auch für Gerhard ist es wichtig, die Jungen mit einzubeziehen. «Falls wir ans Eidgenössische können, nehmen wir auch Junge mit», sagt er. Gerhard ist überzeugt, dass dem Feldschützenverein eine erfreuliche Zukunft bevorsteht: «Wir haben viele Junge, die mitmachen. Um den Verein mache ich mir keine Sorgen.»

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