Handball

Nach herber Niederlage: Für den HC Dietikon-Urdorf geht es jetzt um alles oder nichts

Muzaffer Dogru (Mitte) klatschte seine Spielerinnen aufmunternd nach vorne, gegen Zofingen nutzte das aber nichts.

Muzaffer Dogru (Mitte) klatschte seine Spielerinnen aufmunternd nach vorne, gegen Zofingen nutzte das aber nichts.

Die 1.-Liga-Frauen vom HC Dietikon-Urdorf spielen übermorgen in der Barrage gegen Kriens.

Für die 1.-Liga-Frauen des Handballclubs Dietikon-Urdorf beginnt am Samstag die Woche der Wahrheit. Die Limmattalerinnen treten dann in der Barrage an. Um 16 Uhr spielen sie in der Stadthalle Dietikon gegen den HC Kriens. Eine Woche später steht das Rückspiel in Kriens an. Dabei geht es um alles oder nichts: Sollten die Limmattalerinnen gegen Kriens den Kürzeren ziehen, steigen sie in die 2. Liga ab. Auch die Tordifferenz zählt, sprich: Je mehr Tore die Limmattalerinnen schiessen, desto besser.

Das Abstiegsgespenst geistert also weiterhin durchs Limmattal. Dabei hatten es die Limmattalerinnen in den eigenen Händen, den Ligaerhalt zu sichern. Und zwar am vergangenen Samstag, als sie zu ihrer letzten Partie der Abstiegsrunde auswärts gegen Zofingen antraten. Ein Punkt hätte ihnen gereicht, um den Ligaerhalt zu sichern. Doch der Abend verlief nicht nach dem Geschmack der Limmattalerinnen. Schon nach wenigen Minuten lagen sie mit vier Toren in Rückstand. Zur Pause waren es bereits acht Tore.

In der zweiten Hälfte fingen sich die Limmattalerinnen. Sie profitierten von einigen Zwei-Minuten-Strafen, die gegen die Zofingerinnen ausgesprochen wurden. Fünf Minuten vor Schluss war Dogrus Team bis auf ein Tor herangekommen, die Wende in dieser zuvor so einseitigen Partie schien greifbar. Doch weniger als zwei Minuten vor Schluss kassierte Arbresha Salihu eine Strafe, die Zofingerinnen verwandelten einen Siebenmeter und lagen damit um zwei Tore in Front.

Schlechter Querpass

Dogru riskierte nun alles und spielte in der Schlussphase ohne Torhüterin. Die Limmattalerinnen schafften durch Franziska Drack tatsächlich noch den Anschlusstreffer und lancierten einen letzten Angriff. Ein Querpass der Limmattalerinnen war dann aber zu hoch angesetzt, die Zofingerinnen kamen in Ballbesitz und liessen sich diese Chance nicht entgehen: Sara Buchmüller traf zum 22:20 und das fünf vor Sekunden vor Schluss. Die Entscheidung war gefallen in dieser hochdramatischen Partie. Einige Limmattalerinnen hatten nach dem Schlusspfiff Tränen in den Augen. Und auch Muzaffer Dogru und Tobias Zatti, die beiden Trainer, wirkten konsterniert. Dogru haderte vor allem mit dem verhängnisvollen Querpass in der Schlussminute, ein vermeintlich einfacher Ball. «Ein solches Zuspiel misslingt normalerweise nicht», sagt er. «Aber das ist auch der Nervosität geschuldet.» Das Team sei vor der Partie schon ziemlich angespannt gewesen: «Darum auch die Tränen nach der Schlusssirene.»

Fokus auf Kriens

Mittlerweile haben die Limmattalerinnen den unglücklichen Abend jedoch abgehakt und konzentrieren sich ganz auf die Krienserinnen. «Wir hatten keine Zeit, uns lange darüber den Kopf zu zerbrechen», sagt Dogru. «Wir haben das Spiel vom Wochenende analysiert und daraus unsere Lehren gezogen.» Man habe mit dem ersten Training diese Woche gleich wieder den Fokus auf das Wesentliche legen können. Gross umstellen werde man allerdings nicht. «Wir werden einfach unser Spiel weiter verfeinern», so Dogru. «Etwas Neues erfinden werden wir nicht.» Das bringe auch nichts in so kurzer Zeit.

Einen Nachteil haben die Limmattalerinnen allerdings: Sie werden gegen Kriens zumindest am Samstag nicht in Bestbesetzung antreten können. «Es fehlen voraussichtlich drei Spielerinnen», so Dogru. Zwar kehre eine andere zurück, der Kader sei dennoch quantitativ etwas dünn. Entmutigen lässt er sich dadurch aber nicht. «Mit der vorhandenen Qualität bin ich zuversichtlich, dass wir das packen werden», so Dogru. Wichtig sei, dass man am Samstag vorlegen könne.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1