Zürich

Nach der Zwangspause: Zürcher Gemeinderat wählt Helen Glaser zur höchsten Stadtzürcherin

Ist für ein Jahr die höchste Zürcherin: SP-Gemeinderätin Helen Glaser.

Ist für ein Jahr die höchste Zürcherin: SP-Gemeinderätin Helen Glaser.

Bei der ersten Sitzung nach der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie hat der Zürcher Gemeinderat am Mittwoch ein neues Präsidium gewählt: Höchste Zürcherin wird für ein Jahr SP-Gemeinderätin Helen Glaser.

Bei der ersten Sitzung nach der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie hat der Zürcher Gemeinderat am Mittwoch ein neues Präsidium gewählt: Höchste Zürcherin wird für ein Jahr SP-Gemeinderätin Helen Glaser.

Glaser hatte an diesem Tag gleich zwei Gründe, um anzustossen: Neben der Wahl in ihr neues Amt hatte sie auch noch Geburtstag. Sie wurde 55 Jahre alt. Eine grosse Feier gab es jedoch nicht.

Wegen der Corona-Ansteckungsgefahr wurde der offizielle Festakt abgesagt. «Behalten Sie die Einladung», sagte sie kurz nach der Wahl zu den Parlamentarierinnen und Parlamentariern. «Wir feiern nach.»

Glaser holte 111 von gültigen 114 Stimmen. Für ihren Vorgänger Heinz Schatt (SVP) «fast schon nordkoreanische Verhältnisse», wie er bei der Verkündigung des Resultates sagte. Schatt gab an dieser Sitzung nicht nur das Präsidium ab, sondern trat auch aus dem Rat aus.

Auch sie hofft auf mehr Ruhe

Sie wolle nun ihr Bestes geben, um diesen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden, sagte Glaser in ihrer Antrittsrede. Sie wolle den Rat fair und unparteiisch leiten und dabei aber auch den Humor nicht verlieren. Wie schon viele ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger hofft auch sie auf «künftig etwas mehr Ruhe im Saal».

Glaser arbeitet hauptberuflich als Gesetzesredaktorin bei der Bundeskanzlei, sorgt also dafür, dass Gesetzestexte präzise und verständlich verfasst werden. Sie lebt im Hirslanden-Quartier.

Zum ersten Vizepräsidenten wurde Mischa Schiwow (AL) gewählt. Zweiter Vizepräsident ist für ein Jahr Matthias Probst (Grüne). Somit gehört nun das ganze Ratspräsidium der rot-grünen Mehrheit an.

Nicht im Saal herumlaufen

Die Corona-bedingte Zwangspause des Stadtzürcher Parlamentes dauerte inklusive Frühlingsferien sieben Wochen. Bis auf weiteres tagt der Gemeinderat nun, wie der Kantonsrat auch, in der Messehalle, wo die Abstandsregeln eingehalten werden können. Publikum ist nicht zugelassen. Die Sitzungen werden per Live-Stream übertragen.

Um die Infektionsgefahr möglichst klein zu halten, dürfen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier keine Gespräche über die Tische hinweg führen und nicht im Saal herumlaufen.

Nach jedem Redner und jeder Rednerin werden zudem Mikrofon und Rednerpult desinfiziert. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) konnte den unüblichen Verhältnissen auch Positives abgewinnen. «Es war noch nie so lange so ruhig im Gemeinderatssaal», sagte sie.

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