Fussball

Musumeci verabschiedet sich zum Saisonende – und ein Nachfolger ist bereits gefunden

Der scheidende Urdorf-Trainer Gianni Musumeci (links) und Präsident René Janz verbindet mittlerweile eine tiefe Freundschaft.

Der Trainer des FC Urdorf legt eine Pause ein.

Am vergangenen Dienstag hat der FC Urdorf nach zwei Niederlagen in Folge wieder einmal gepunktet: Im Nachtragsspiel gegen Stäfa holten die Limmattaler ein 3:3-Unentschieden.

Auf der Bank der Urdorfer sass auch Gianni Musumeci. Allerdings nicht in seiner üblichen Funktion als Trainer. In dieser ist Musumeci nämlich bis 16. Juni suspendiert, und er darf seine Mannschaft nicht betreuen. Als Spieler jedoch ist er von der Sperre nicht betroffen. Also liess er sich kurzerhand aufs Matchblatt setzen. «Ich darf von der Bank aus einfach keine taktischen Anweisungen geben», so Musumeci.

Die Sperre war ihm nach der Partie gegen Seefeld aufgebrummt worden, bei der er den Schiedsrichter beleidigt haben soll. Ein Vorwurf, den Musumeci vehement bestreitet. Der Urdorfer Coach und sein Verein hatten deshalb Protest gegen die Sperre eingelegt, wodurch Musumeci zumindest für die Partie gegen Lachen/Altendorf wieder an der Seitenlinie stehen durfte. Doch der Zürcher Fussballverband schmetterte die Einsprache ab. Eigentlich hatten die Urdorfer angekündigt, bei einem solchen Szenario Rekurs einzulegen. Doch darauf haben sie verzichtet. Wegen der geringen Erfolgsaussichten, wie Musumeci sagt. Damit bleibt es beim ursprünglichen Strafmass, und der 38-Jährige darf seine Mannschaft für den Rest der Saison nicht mehr coachen.

Musumeci wird allerdings auch nächste Saison nicht an die Seitenlinie zurückkehren. Der Urdorfer Coach tritt nach dem Ende der Saison zurück. «Ich habe um eine Pause gebeten, weil ich mehr Verantwortung in meinem Berufsleben habe», sagt Musumeci. «Zudem werde ich umziehen.» Er betont jedoch, dass die Sperre gegen ihn seinen Entscheid nicht begünstigt habe. Das bestätigt auch Präsident René Janz. «Gianni hat uns seinen Rücktritt bereits Anfang April mitgeteilt, also vor dem Spiel gegen Seefeld», sagt Janz. «Er wollte uns einfach genug Zeit geben, damit wir planen können.»

Vier Jahre lang war Musumeci Trainer in Urdorf. Als er sein Amt im Juni 2015 antrat, hatte der Limmattaler Verein schwierige Zeiten hinter sich: Die erste Mannschaft, die damals noch in der 3. Liga spielte, hatte in der Saison zuvor einen akuten Mangel an Spielern, die Senioren mussten einspringen, um die Limmattaler vor dem Abstieg in die 4. Liga zu bewahren. Mit Musumeci, dem es gelang, den einstigen Spitzenfussballer Patrick De Napoli aufs Chlösterli zu locken, ging es sportlich aufwärts. Die Urdorfer schafften zwei Jahre nach Musumecis Antritt den Aufstieg in die 2. Liga. Und dort haben sie sich etabliert: Momentan liegen sie in der Tabelle auf dem siebten Platz und haben komfortable acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. «Gianni hat aus dem Team eine verschworene Truppe geschaffen, die Teamgeist zeigt», so Janz. «Das heutige Aussenbild des Vereins ist ganz anders als früher.»

Doch nicht nur sportlich ist in Urdorf in der Ära Musumeci etwas gewachsen. «Zwischen uns ist ein freundschaftliches Verhältnis entstanden», sagt Janz. Auch deshalb bedauere er Musumecis Abgang sehr: «Wir hatten in den letzten Jahren eine fantastische Zusammenarbeit. Sportlich und menschlich schätzen wir einander sehr und werden in Freundschaft auseinandergehen.»

Auch Assistenztrainer geht

Neben Musumeci wird auch Assistenztrainer Davide Pezzuto seinen Posten räumen. Für die beiden sind bereits zwei Nachfolger gefunden: Dragan Filipovic und Manuel Correia sind ab nächster Saison das neue Trainerduo. Die beiden trainieren momentan noch die 3.-Liga-Mannschaft von Affoltern am Albis, und das seit vielen Jahren. «Filipovic ist schon mehr als zehn Jahre dabei», so Janz. «Das ist auch ein Faktor, der uns überzeugt hat. Er steht für eine gewisse Kontinuität im Verein.» Übrigens habe Musumeci bei der Trainersuche geholfen, so Janz: «Er hat uns dabei unterstützt. Und er wird auch dabei helfen, den neuen Trainern die nötigen Infos zu geben.»

Rückkehr als Trainer?

Das Ziel der Urdorfer bleibe jedoch auch mit den neuen Trainern dasselbe, nämlich die Integration von Junioren. «Wir haben etwa zehn A-Junioren, die 2.-Liga-Potenzial haben», sagt Janz. «Und für einen Dorfverein ist es natürlich am schönsten, wenn er mit eigenen Spielern antreten kann.»

Apropos Spieler: Musumeci kam in der Partie gegen Stäfa nicht zum Einsatz. Er kann sich aber vorstellen, als Trainer zurückzukehren. «Ich brauche einfach jetzt eine Pause», so Musumeci. «Aber wer weiss, wie es in einem halben Jahr aussieht.»

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