Dietikon

«Kleinster Bezirk – grosse Ambitionen»

450 Schützen in Dietikon: Die DV führt jener Verein durch, der auch das Kantonalschützenfest organisierte.

Die Delegierten des Zürcher Schiesssportverbandes blicken auf das Kantonalschützenfest zurück.

Kaum erblicken die etwa 450 Anwesenden die Kantonalfahne, verstummen sie und erheben sich: Zusammen mit der Stadtjugendmusik wird die Delegiertenversammlung des Zürcher Schiesssportverbandes in der Dietiker Stadthalle feierlich eröffnet. «Eindrücklich, nicht wahr?» sagt Rolf Neeracher, Präsident des Schiessvereins Dietikon.

Knapp ein Dreivierteljahr ist es her, als sich hier Bundesrat Ueli Maurer (SVP), die Zürcher Regierungsräte Mario Fehr (SP) und Ernst Stocker (SVP), Korpskommandant Aldo C. Schellenberg sowie zahlreiche Gäste versammelten, um das 26. Zürcher Kantonalschützenfest zu eröffnen. Laut SVP-Nationalrat und OK-Präsident Hans Egloff verschossen die über 7000 Schützen vom 15. Juni bis 1. Juli 2018 an insgesamt elf Schiesstagen mehr als 450'000 Schutzmunitionen. «Nun ist das Fest zwar Geschichte, jedoch bleibt es mit vielen guten, schönen Erinnerungen verbunden», sagte Egloff in seiner Rede an der Delegiertenversammlung.

Das OK zieht eine positive Bilanz

Werner Hedinger, stellvertretender OK-Präsident, erinnerte sich an den ersten Tag des Grossanlasses: «Am ersten Schiesstag machten sich alle früh parat, um die ersten Schützen um 6.10 Uhr zu begrüssen.» Am Abend hielt das Organisationskomitee eine kleine Sitzung ab: «Keiner kam schweissgebadet, mit roten Ohren oder aufstehenden Haaren zur Besprechung. Alles war ruhig und sauber über die Bühne gegangen.» So sei es auch in den folgenden Tagen weitergegangen, zog Hedinger eine positive Bilanz des Grossanlasses.

Dies würdigte auch der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), als er einen Dank aussprach: «Die unzähligen Helfer und Sponsoren haben zum Erfolg der Feier und damit zur besten Werbung für die Region Limmattal und den Bezirkshauptort Dietikon beigetragen.»

Nicht nur das Kantonalschützenfest war ein Grossanlass, auch die Delegiertenversammlung stellt einen solchen dar: «Zu einem Teil ist es eine grosse Ehre, dass wir die Delegiertenversammlung veranstalten dürfen, aber zum anderen ist sie natürlich auch mit Kosten und viel Arbeit verbunden», sagte OK-Präsident Paul Schneider. Das Problem sei, dass auch bei ihnen der Mitgliederbestand schrumpfe und so der organisatorische Aufwand nur auf wenige Personen verteilt werden könne. «Wir empfinden aber schon einen gewissen Stolz, dass wir im Stande sind, solche Grossanlässe als Verein durchführen zu können.» Auch der Präsident des Schiessvereins Dietikon, Rolf Neeracher, stimmte dem zu. Und er verwies im Rückblick auf das Kantonalschützenfest, wo es «einige Highlights gab». Dazu zählte er insbesondere die grosse Teilnehmerzahl von 7158 Schützinnen und Schützen sowie dass es zu keinen Unfällen gekommen war.

Einmalig und einzigartig

«Ich habe gemerkt, dass das Fest den Zusammenhalt und die Kameradschaft im Verein gefördert hat.» Deshalb würde es Neeracher gern wiederholen. Aber: «Wegen des grossen Aufwands stellt es wohl einen einmaligen, dafür aber auch einzigartigen Anlass dar.»

Dass die Stadt Dietikon dem OK während des ganzen Projekts unterstützend zur Seite stand, freut Neeracher im Rückblick besonders. Man habe den Wunsch von Hauptinitiant Otto Schnellert, der während der Vorbereitungen verstorben ist, weitergeführt: «Dietikon hat sich als kleinster Bezirk mit grossen Ambitionen bewiesen.»

An der Delegiertenversammlung ist unter den Schützen jedoch auch Besorgnis im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung über die Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie im Schweizer Waffenrecht aus den Reden herauszuhören. Neben zahlreichen Ansprachen wurden auch verschiedene Auszeichnungen verliehen.

Insgesamt herrschte in der Stadthalle eine entspannte Stimmung. Dies lag mitunter an der immer wieder humorvollen Moderation und Leitung von Heinz Meili, dem Präsidenten des Kantonalverbandes.

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Autor

Liana Soliman

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