Dietikon

Klassenzimmer wird zum Fernsehstudio: Primarschüler drehen ihre eigene Sendung

Eine sechste Klasse des Schulhauses Luberzen schlüpfte für eine Woche in die Rolle von Kameraleuten, Tontechnikern und Moderatoren. Sie wurden vom Künstler-Kollektiv Anyma unterstützt.

Zehn Minuten vor Beginn der Livesendung aus dem Schulzimmer der sechsten Primarklasse herrschte Anspannung im Schulhaus Luberzen. Die Kinder waren in der Maske. Überall nervöses Gewusel. «Noch vier Minuten bis zur Sendung», sagte Michael Egger, der das Projekt SchulTV gemeinsam mit Margrit Egger geleitet hat. Während einer Woche durften die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv Anyma, dem die beiden angehören, eine eigene Fernsehsendung produzieren. Am Freitag wurde sie im Schulzimmer der Klasse aufgenommen.

Die Schülerinnen und Schüler entwickelten ihre eigene Sendung von A bis Z. Nachdem Michael und Margrit Egger am vergangenen Wochenende das Schulzimmer in ein Fernsehstudio verwandelt hatten, führten die Kinder Anfang Woche zur Übung eine Talkshow durch. Danach fand eine Redaktionssitzung statt, wo Ideen für die Sendung gesammelt wurden. Die Kinder erhielten kleine Kurse zu Kameraführung, Schnitt und Moderation und bekamen die ethischen Grundregeln des Journalismus vermittelt. Daraufhin erhielten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler sogar eigene Presseausweise.

Von Zaubertricks bis zum Chrüzacher

Das Schulzimmer erkannte man am Freitag kaum wieder: Überall befanden sich Scheinwerfer, Kameras und Mikrofone. Die Schülerinnen und Schüler wurden zu Kameraleuten, Moderatoren und Tontechnikern. Das filmische Endprodukt zeigte sich als kunterbunte Mischung: So wurden live Interviews mit dem Hausabwart, einer Sekundarlehrerin und einem fussballbegeisterten Teenager durchgeführt. Dazwischen wurden ­kurze vorgedrehte, dokumentarische Beiträge gezeigt, beispielsweise über die Dietiker Freizeitanlage Chrüzacher. Auch dabei: Eine Quizsendung, Strassenumfragen und Zaubertricks – der Kreativität der Kinder waren keine Grenzen ­gesetzt. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Endresultat», sagte Michael Egger. Die Klasse sei ausgesprochen aufmerksam und die Atmosphäre toll ge­wesen.

«Wir sind die Trainer, die Kinder müssen aber alles selber machen», sagte Egger. Das fiel auch während der Sendung auf: Die beiden Projektleiter und die Klassenlehrpersonen hielten sich im Hintergrund, die Schülerinnen und Schüler produzierten die Sendung ganz alleine. Jeder wusste, was er zu tun hatte, so desinfizierte ein Schüler beispielsweise zuverlässig zwischen jedem Interviewgast das Mikrofon.

Schule gab ein grosszügiges Budget für das Projekt

Ladina Gubler und Roman Suter, die Klassenlehrpersonen, waren sofort begeistert, als sie über das Angebot von «Schule und Kultur» des Volksschulamts auf das Projekt SchulTV stiessen. «Wir haben zum Glück ein grosszügiges Budget von der Schule für die Projektwoche erhalten», sagte Suter. «Die Woche war unglaublich toll für die Kinder. Sie waren ganz beeindruckt vom Studio und es war speziell für sie, hinter die Kulissen einer Fernsehproduktion schauen zu können», sagte ­Gubler.

Auch, dass die Schülerinnen und Schüler in der Produktion alles komplett selber entscheiden durften, sei schön gewesen. Ähnlich klingt es aus den Mündern der Kinder: Die zwölfjährige Jennifer meint: «Alles an der Woche war megacool. Mir hat es besonders gefallen, Kamerafrau sein zu dürfen.» Die 13-jährige Vezire erzählt, ihr habe vor allem gefallen, in Dietikon unterwegs zu sein und Leute zu be­fragen.

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