Schlieren

Kinder dürfen mit dem «Lisebethli» fahren – doch dann bleibt die Bahn stehen

20 Kinder aus Schlieren dürfen mit dem «Lisebethli» fahren. Doch dann setzt ein technischer Defekt der Fahrt ein Ende.

Die drückende Hitze am Freitag scheint sie nicht zu stören: Die 20 Schülerinnen und Schüler der Schule Schulstrasse in Schlieren warten gespannt auf das «Lisebethli». Sie alle haben einen Mal- und Bastelwettbewerb gewonnen, der im Juni an ihrer Schule durchgeführt wurde.
Die Kinder mussten das Sujet «Tram in Schlieren» möglichst kreativ zeichnen oder basteln. Die Idee zum Wettbewerb stammte von Philipp Meier vom Komitee «Schlieren sagt ja». Es sei eine Art Abschiedsgeschenk an die Schule, an der er über 40 Jahre lang tätig war. Die 20 besten Kunstwerke werden nun mit einer Fahrt im ersten Schlieremer Tram belohnt. Dieses steht aufgrund der Eröffnungszeremonie der Limmattalbahn bereits in Schlieren.
Dann fährt die alte Strassenbahn auf dem Stadtplatz vor. Die Freude ist gross, als sich die Schülerinnen und Schüler auf die Holzbänke setzen. Die Bahn setzt sich in Bewegung. Unterdessen erzählt ein Mitarbeiter des Tram-Museums Zürich, der eine historische Kontrolleuruniform trägt, den Kindern die Geschichte der alten Strassenbahn, die bis 1931 in Betrieb war. «Ich hoffe, ihr habt euer Billett dabei», scherzt er und verteilt Fahrkarten. Das «Lisebethli» holpert gemütlich über die Gleise.
Doch bei der Haltestelle Micafil fährt die Strassenbahn ganz unerwartet nicht mehr weiter. Kurz darauf folgt die Diagnose des Tramführers: Kurzschluss. Das «Lisebethli» hat gleichzeitig die Leitungen der Limmattalbahn und des Trolleybusses berührt. Die Kinder müssen aussteigen. Hier ist Endstation – viel früher als eigentlich geplant. Der guten Laune der Schülerinnen und Schüler kann dies allerdings nichts anhaben. Mit der alten Strassenbahn zu fahren war trotzdem eine aufregende und einmalige Erfahrung für sie.

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Autor

Manuel Reisinger

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