Will man die Sonderschulquoten der Kantone untereinander vergleichen, dann ist das zurzeit nicht möglich. Das geht aus einer Antwort des Regierungsrates auf eine Anfrage des Oberengstringer SVP-Kantonsrates André Bender hervor.

Das Fehlen einer solchen Statistik sei vor allem darauf zurückzuführen, dass es «früher zwischen den Kantonen Unterschiede in Bezug auf die Definition gab, ob eine Schülerin oder ein Schüler mit sonderpädagogischen Massnahmen in der Regelschule als Sonderschülerin oder -schüler gezählt wird oder nicht», schreibt der Regierungsrat. Zudem würden Schülerinnen und Schüler in Klein- oder Sonderklassen in unterschiedliche Kategorien eingeteilt.

Statistik ist in Erarbeitung

«Das Bundesamt für Statistik und die Kantone haben deshalb in den letzten Jahren die statistischen Erhebungen im Bildungsbereich weiterentwickelt. Insbesondere die Formen der sonderpädagogischen Förderung wurden gesamtschweizerisch in die gleichen Kategorien eingeteilt, um inskünftig vergleichbare statistische Werte erhalten zu können», heisst es weiter. Eine gesamtschweizerische aussagekräftige Statistik zu den Sonderschulquoten der Kantone sei in Erarbeitung. Zu welchem Zeitpunkt sie vorliege, könne heute noch nicht gesagt werden.

Bender und seine beiden Mitunterzeichner, Anita Borer (SVP, Uster) und Rochus Burtscher (SVP, Dietikon) wollten wissen, ob die Zahl der Sonderschüler nur im Kanton Zürich ansteigt oder auch andernorts. «Trotz gegenläufigen Bestrebungen steigt der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Massnahmen in vielen Gemeinden des Kantons Zürich», schreiben die drei Kantonsräte. Die Quote liege je nach Schulgemeinde zwischen null und zehn Prozent aller Volksschüler. 2015 hätten 65 der etwa 200 Schulgemeinden Sonderschulungsquoten von mehr als 5 Prozent aufgewiesen. In fünf Gemeinden seien es 7 bis 10 Prozent gewesen.

Standardisiertes Abklärungsverfahren

Wie die drei Kantonsräte weiter schreiben, bemühten sich Kanton und Gemeinden auf verschiedenen Ebenen, die Sonderschulungsquoten nicht weiter ansteigen zu lassen. Da zu gehöre ein «Standardisiertes Abklärungsverfahren (SAV)», das seit dem Schuljahr 2013/14 gestaffelt eingeführt worden sei. Das von der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz entwickelte Instrument gewährleiste einheitliche Strukturen der Abklärung in den Gemeinden. Deshalb wollen sie wissen, wie die Erfahrungen mit dem SAV sind, und wie dessen prognostizierte Wirkung aussieht.

Auch diesbezüglich liegen laut Regierungsrat noch keine Zahlen vor. «Da das SAV im Kanton Zürich erst seit dem Schuljahr 2017/2018 flächendeckend eingesetzt wird, liegt zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Datenauswertung vor», schreibt er. Die Standardisierung bei der Abklärung habe aber keine direkte Auswirkung auf die Sonderschulquote. Sie könne jedoch bewirken, dass der Sonderschulstatus zurückhaltender empfohlen werde und dadurch die Sonderschulquote sinke.

Die Standardisierung der Bedarfserhebung ermögliche zudem eine bessere Vergleichbarkeit und dadurch eine bessere Einschätzung des Sonderschulbedarfs.
Im Schuljahr 2016/2017 lag die Sonderschulquote im Kanton Zürich bei 3,89 Prozent. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr als sie noch 3,91 Prozent betrug.