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Kampf um Üetlibergspitze: Rekurs gegen Gestaltungsplan Uto Kulm abgewiesen

Ob der Kampf um die Üetliberg-Nutzung in eine nächste Runde geht, ist offen. MTS

Ob der Kampf um die Üetliberg-Nutzung in eine nächste Runde geht, ist offen. MTS

Die Naturschützer prüfen derzeit einen Weiterzug ihres Rekurses gegen den Gestaltungsplan Uto Kulm. «Zudem ist ein Weiterzug auch eine Geldfrage. Er würde rund 20 000 Franken kosten».

Der Rekurs des Vereins Pro Üetliberg, den er gemeinsam mit dem Zürcher Heimatschutz gegen den Gestaltungsplan Uto Kulm eingereicht hatte, wurde abgelehnt. Dies bestätigt die Pro-Üetliberg-Präsidentin Margrith Gysel gestern. «Ob wir den Entscheid an die nächste Instanz, das Verwaltungsgericht, weiterziehen, klären wir derzeit ab», sagt sie.

Damit wurde ein weiteres Kapitel im Kampf um die Üetlibergspitze geschrieben. Seit Jahren ringen Gastronom Giusep Fry und die Naturschützer um Margrith Gysel darum, wer den Zürcher Hausberg wie nutzen darf. Die erste Version des Gestaltungsplans aus dem Jahr 2013 wurde vom Regierungsrat sistiert, da sie mit den Naturschutzzielen nicht vereinbar war. Anfang Jahr wurde die Neuauflage veröffentlicht.

Weiterzug des Entscheids ist eine Kostenfrage

Aus Sicht des Vereins Pro Üetliberg ist der neue Gestaltungsplan jedoch zu lasch. So seien im Aussenbereich des Restaurants Uto Kulm zu viele und vor allem zu laute Anlässe gestattet. Die erlaubte Lautstärke von 93 Dezibel entspreche der Lautstärke in Diskotheken. Auch die Nutzung der Aussichtsplattform durch die Öffentlichkeit werde zu stark eingeschränkt, und die jährlich erlaubten 4000 Autofahrten zum Uto Kulm sind aus Sicht der Naturschützer zu viele.

Es fehle ein zufriedenstellendes Verkehrskonzept, hiess es, als der Rekurs eingereicht wurde. Zufrieden waren die Vertreter von Pro Üetliberg etwa mit dem neuen Beleuchtungsregime auf der Bergspitze. So darf der Turm nach Inkrafttreten des Gestaltungsplans etwa nicht mehr «inszenierend» beleuchtet werden. Lediglich die Sicherheitsbeleuchtung ist dann noch erlaubt.

Beim zuständigen Amt für Raumentwicklung nimmt man diese Nachricht mit grosser Genugtuung zur Kenntnis, wie Amtschef Wilhelm Natrup auf Anfrage sagt. «Wir sind überzeugt, dass der Gestaltungsplan ausgewogen ist und den verschiedenen Interessen gerecht wird. Der Entscheid des Baurekursgerichts bestätigt diese Ansicht», sagt er weiter.

Wie es nun weitergeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Fest steht: Allein ist der Verein Pro Üetliberg nicht beschwerdeberichtigt. Er benötigt für einen Weiterzug die Zusage des Heimatschutzes. «Zudem ist ein Weiterzug auch eine Geldfrage. Er würde rund 20 000 Franken kosten», so Gysel. Bislang gab der Verein rund 200 000 Franken im jahrelangen Kampf gegen die übermässige Nutzung des Naturschutzgebiets Üetliberg aus.

Kommt es nicht zu einem Weiterzug, dann könnte der Gestaltungsplan noch in diesem Jahr in Kraft treten, wie es bei der Zürcher Baudirektion auf Anfrage heisst.

Hat die Natur das Nachsehen?

Die 34-seitige Begründung des kantonalen Baurekursgerichts, welches das Begehren abgewiesen hat, müssen Pro Üetliberg und der Heimatschutz erst analysieren. «Bereits jetzt haben wir jedoch das Gefühl, dass der Entscheid einseitig auf die Bedürfnisse des Hoteliers ausgerichtet ist. Es geht nicht, dass Umwelt und Öffentlichkeit das Nachsehen haben», sagt Gysel.

In einem Interview mit dem «Tages- Anzeiger» von Anfang Jahr verwies der Pro-Üetliberg-Vizepräsident Hannes Zürrer darauf, dass bei einer Ablehnung des Rekurses ein allfälliger Weiterzug alles andere als sicher sei und es möglicherweise die letzte Runde im Kampf um den Üetliberg sein könnte. Denn es sei ermüdend, immer wieder Gerichte bemühen zu müssen. Optimistischer äusserte sich die Präsidentin Gysel selbst in einem Interview mit der Limmattaler Zeitung vom Februar. So habe man stets gute Erfahrungen mit dem Bundesgericht gemacht. «Es entschied bis anhin neutraler als die hiesigen Institutionen», sagte sie damals.

Dass es so nicht weitergehen könne, habe sich erst wieder am vergangenen Wochenende gezeigt, sagt Gysel. So seien erzürnte Wanderer auf Pro Üetliberg zugekommen und hätten moniert, dass bei einer Veranstaltung im Uto Kulm in der Nacht auf Sonntag die Fenster geöffnet gewesen seien, sodass die Natur mit lauter Musik beschallt wurde. Weiter hätten am Sonntagmorgen mehrere Lastwagen Güter vom Hotel abtransportiert. «Es braucht einen strengeren Gestaltungsplan», ist Gysel überzeugt. «Immer wieder zeigt sich, dass der Betreiber des Uto Kulm jeden letzten Spielraum ausreizt. Einer Übernutzung des Naturschutzgebiets können also nur strengere Richtlinien vorbeugen.»

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