2486 Seilbahnen gibt es in der Schweiz, die meisten stehen in den Kantonen Wallis und Graubünden. Die wenigsten wissen aber, dass diejenige Seilbahn, die am meisten Gäste transportiert, nicht auf einen Berggipfel führt, sondern sich am Flughafen Zürich befindet. Denn die Skymetro genannte U-Bahn, welche das Dock E mit dem Rest des Passagierbereichs verbindet, zählt jährlich rund 7 Millionen Fahrgäste. Die 1,1 Kilometer lange Bahn ist auch die teuerste: 176 Millionen Franken hat sie gekostet. Bewegt werden die Zugkompositionen auf einem hauchdünnen Luftkissen durch Stahlseile.

Bekannt ist die Bahn auch dafür, dass im Tunnel an Bildschirmen auf der Wand Filme gezeigt werden. Das System ist eine Art Daumenkino: Bildschirme entlang der Tunnelwand zeigen jeweils ein Bild, durch das Vorbeifahren an den einzelnen Standbildern nimmt das Auge die Bewegung der Figuren wahr. Bis 2012 hauchte etwa Heidi, in Tracht gekleidet, den Fahrgästen einen Kuss zu. Auf der anderen Strecke war das Matterhorn zu sehen. Das Heidi in Tracht wurde später durch eine neuere Version ersetzt, es trägt nun Hotpants, hat sich ein Hemd lässig über dem Bauchnabel zusammengebunden und posiert als Hommage an Wilhelm Tell mit Armbrust neben einem Knaben mit Apfel. Auf der anderen Strecke ist ein Fahnenschwinger zu sehen. In den Fahrgastkabinen ist zudem das Läuten von Kuhglocken zu hören, ein Jodler jauchzt, eine Ziege meckert. Da die Bahn alle vier Minuten verkehrt, passiert das etwa 540-mal am Tag, hat die «NZZ» einst ausgerechnet.

Demnächst werden diese Videos aber Geschichte sein. Denn wie auf der Website der Stadt Kloten zu lesen ist, hat der Flughafen Zürich ein Baugesuch eingereicht, um das Kinosystem entlang der Skymetro zu ersetzen. Die Flughafen Zürich AG bestätigt auf Anfrage, dass das heutige Tunnelkino in die Jahre gekommen sei. Man könne aber momentan noch nicht verraten, was dereinst während der Fahrt gezeigt werde, da man sich noch in der Konzeptionsphase befinde. Die Inbetriebnahme ist aber bereits nach den diesjährigen Sommerferien geplant.