Schlieren

Im Eiltempo von der Ersatzliste auf den Chefsessel: «Ich finde es schon etwas sportlich»

Der neue Präsident Daniel Frey (FDP, Mitte) mit seinen Vizes Rolf Wegmüller (CVP, l.) und Dominik Ritzmann (Grüne, r.)

Der neue Präsident Daniel Frey (FDP, Mitte) mit seinen Vizes Rolf Wegmüller (CVP, l.) und Dominik Ritzmann (Grüne, r.)

Daniel Frey ist erst seit zwei Jahren im Parlament und bereits höchster Schlieremer.

Vor zwei Jahren konnte Daniel Frey noch nicht ahnen, dass er bald höchster Schlieremer wird, und wenn, dann sicher nicht so schnell. Im Sommer 2015 erst übernahm der heute 52-Jährige von Andreas Geistlich einen der sechs FDP-Sitze im Schlieremer Parlament, nachdem die beiden ersten Ersatzkandidaten verzichtet hatten.

Weniger als ein Jahr später kam der nächste Verzicht, dank dem Frey unverhofft in die Kränze kam: Eigentlich wäre das Präsidium Priska Randegger, die bereits zwei Jahre als Vizepräsidentin gedient hatte, zugestanden; da sie das Amt nicht antreten wollte, sprang Daniel Tännler und für ihn wiederum Frey ein.

Er habe sich in seinem Jahr als erster Vizepräsident bewährt, pries ihn Parteikollege Dominic Schläpfer gestern Abend. Das sahen auch die anwesenden 35 Parlamentsmitglieder so: Sie haben Frey turnusgemäss zum Ratspräsident gewählt – einstimmig.

«Extrarunden vermeiden»

«Ich finde es schon etwas sportlich von diesem Parlament, dass es einen wählt, der erst seit zwei Jahren dabei ist», sagte Frey, der in Schlieren geboren und zur Schule gegangen ist und zurzeit ein Nachdiplomstudium in angewandter Geschichte macht, in seiner Antrittsrede.

Nichtsdestotrotz freue er sich, im kommenden Amtsjahr spannende Themen wie die Zentrumsgestaltung oder die neue Gemeindeordnung anzupacken. Schlieren brauche «vernünftige Lösungen», also solche, «mit denen nicht alle total glücklich sind, aber mit denen alle leben können».

Um diese zu finden, müsse man miteinander reden – nicht nur im Parlament, «sondern insbesondere auch mit dem Stadtrat», so Frey; «so könnte man die eine oder andere Extrarunde vielleicht vermeiden.»

Zum ersten Vizepräsidenten ist gestern Rolf Wegmüller (CVP) vorgerückt – und das schon zum zweiten Mal innert vier Jahren: Wegmüller war bereits 2014 höchster Schlieremer. Er schaffte die Wahl mit 26 Stimmen.

Neu aufs Podest im Salmensaal hat es Dominik Ritzmann (Grüne) geschafft, der «nicht nur ein qualifizierter, sondern für dieses Amt ein hochqualifizierter Mann» sei, wie Pascal Leuchtmann (SP) erklärte: «Seine Erfahrungen als Sicherheits- und Wachmann werden ihm gelegen kommen, wenn er die Redezeit im Saal überwachen muss.» Ritzmann, der seit sieben Jahren im Schlieremer Parlament ist, wurde mit 28 Stimmen gewählt.

Ebenfalls besetzt werden mussten die Sitze, die durch den Todesfall von Susanne Grädel vakant geworden waren. Ihren Sitz in der Sozialbehörde nimmt auf Empfehlung der interfraktionellen Konferenz Daniela Kilchenmann ein, jenen im Wahlbüro Annina Grädel.

Verwandtes Thema:

Autor

Sophie Rüesch

Sophie Rüesch

Meistgesehen

Artboard 1