Oetwil

Gemeindeversammlung sagt Ja zur revidierten Bau- und Zonenordnung – will aber ein kleines Detail anpassen

82 Stimmberechtigte waren für die Gemeindeversamlung vom Mittwochabend erschienen. (Archivbild)

Die Stimmberechtigten genehmigten die Revision der Bau- und Zonenordnung — jedoch mit einer Änderung.

Der Oetwiler Gemeinderat war gut vorbereitet. Er hatte vorsorglich drei Mitarbeiter der Raumentwicklungsfirma Planar an die Gemeindeversammlung in die Gemeindescheune in Oetwil eingeladen. Grund dafür war die Revision der kommunalen Bau- und Zonenordnung samt Verkehrsplan, die vergangenen Dienstagabend zur Abstimmung stand. Der Gemeinderat schien mit Widerstand zu rechnen. Der Aufruhr um die geplante Einzonung des Gebiets Bonächer, die ursprünglich mit der Revision einhergehen sollte, unterdessen aber von ihr getrennt wurde, hat Spuren hinterlassen. «Bei Bedarf können wir die drei Herren zurate ziehen», erklärte Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP) die Anwesenheit der Experten. Diese kamen aber gar nicht zu Wort. Diskussionen und Fragen blieben aus. Die 82 erschienenen Stimmberechtigten nahmen die Revision der kommunalen Bau- und Zonenordnung samt Verkehrsplanung, dem dazugehörenden Zonenplan, dem Kernzonenplan und dem Bericht über die nicht oder teilweise berücksichtigten Einwendungen einstimmig an.

Spielraum für Bepflanzung

Die Bau- und Zonenordnung wurde einzig in einem Punkt angepasst. Ein Votant forderte in einem Änderungsantrag, dass ein Artikel über die Gestaltung von Terrassenhäusern überarbeitet wird. «Laut Gemeinderat sind mindestens 30 Prozent der Terrassenfläche zu begrünen und zu mindestens einem Drittel ihrer talseitigen Ansicht mit mindestens zwei Meter hohen Büschen oder Bäumen zu bepflanzen.» Das seien unvernünftige Zahlen. Es gebe praktisch keinen Spielraum für Terrassenhäuserbesitzer. Zudem sei unklar, ob dies nur für Neubauten gelte oder auch für Sanierungen alter Siedlungen. Nicht berücksichtigt würde die Begrünung links und rechts der Parzellen. Er schlug deshalb diese Umformulierung vor: «Die Terrassenhäuser haben im Hinblick auf eine gute Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild eine besonders gute architektonische Gestaltung aufzuweisen. Der Bepflanzung und Umgebungsgestaltung ist Beachtung zu schenken. Der Gemeinderat kann diesbezüglich angepasste Auflagen machen.»

Der Gemeinderat unterstützte diesen Änderungsantrag. «Das Oetwiler Ortsbild hat sich in den letzten Jahren verändert. Es gibt weniger Grünfläche und immer mehr Terrassensiedlungen. Um dem entgegenzuwirken, haben wir den Artikel ursprünglich so verfasst», nahm von Planta Stellung. Mit dem Ja zur Bau- und Zonenordnung kann der Gemeinderat ein wichtiges Kapitel in Sachen Ortsplanung abhaken. «Der Gemeinderat hat damit eine Entscheidungsgrundlage bei Fragen zur qualitätsvollen Siedlungsentwicklung», sagte Bauvorstand Roland Hagenbucher (SVP). Das Ziel ist dabei vor allem die innere Verdichtung. «Wir haben wenig Baulandreserven und müssen haushälterisch mit ihnen umgehen», sagte Hagenbucher. Das letzte Wort hat nun der Kanton. Er muss der Oetwiler Ortsplanung zustimmen.

Die Stimmbürgerinnen und -bürger genehmigten an der Gemeindeversammlung zudem die Jahresrechnung 2018, die mit einem Plus von 711'000 Franken schliesst. Grünes Licht gab der Souverän auch der Kreditabrechnung zur Sanierung der Bergstrasse. Aufgrund zusätzlicher Abklärungen kostete das Projekt rund 53'000 Franken mehr als erwartet.

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Autor

Sibylle Egloff

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