Sie kennen Monica Hollenweger noch nicht? Wir haben 2016 vor ihrer allerersten Ausstellung ein Portrait veröffentlicht und über die Eröffnung ihres Ateliers berichtet.

Schlag auf Schlag entwickelt sich Künstlerin Monica Hollenweger weiter: 60 Werke stellt sie jetzt aus. Dabei hatte die 55-Jährige erst vor einem Jahr ihre erste Ausstellung im Unterengstringer Schulhaus Büel. Die hätte es nicht gegeben, wären da nicht ihre Freunde gewesen, die sie dazu gedrängt hatten. Die neue Ausstellung findet nun in ihrem eigenen Atelier statt, das sie im Januar eröffnet hat. Ganz ihrer Heimatverbundenheit gemäss zeigt die Unterengstringerin Hollenweger hauptsächlich Motive aus dem Limmattal: von der Quaibrücke in Zürich über den Lindenplatz in Weiningen bis zum Stadtturm von Baden.

Der alte Schatz im Schützenhaus

Die speziellste Entstehungsgeschichte hat jene Zeichnung, die statt der Gegenwart die Vergangenheit zeigt. Die Rede ist von der alten Engstringer Brücke. Im Unterengstringer Schützenhaus hatte Hollenweger ein uraltes Foto der Brücke hängen sehen. Das Problem: In der Bildmitte war das Papier schon angeschimmelt und auf bestem Weg dazu, vollends zu zerfallen. «Das fand ich schade», erinnert sich Hollenweger. Sie nahm also die Kamera, drückte ab und zeichnete das Bild nach. So kommt es, dass nun rechter Hand des Ateliereingangs die alte Limmattal-Strassenbahn den heimischen Fluss überquert.

Über 500 Bleistiftzeichnungen

Doch man darf Hollenwegers Zeichnungen nicht falsch verstehen. Ihre Zugewandtheit zum Alten ist keine Ablehnung des Neuen. «Entwicklung gehört dazu, das ist spannend», sagt sie. Und erzählt, wie ihre Hundespaziergänge sie seit dem Sturm Lothar im Jahr 1999 immer wieder am Wald in Oberengstringen vorbeibrachten, wo Natur völlig neu entstand. Die neue Ausstellung beinhaltet denn auch Bilder der schönen Limmattaler Natur – so zum Beispiel die Limmat von der Engstringer Brücke flussaufwärts gesehen oder mit schneebedeckten Ufern nahe des Klosters Fahr. Weitere Höhepunkte der Ausstellung sind etwa das geschichtsträchtige Gemeindehaus Oetwil oder die Kirchen von Höngg, Würenlos und Weiningen. Hinzu kommen auch alte versteckte Scheunen, derer man sich im Alltag kaum bewusst ist, sowie Bilder aus Hollenwegers Reisen in der ganzen Schweiz. «Am liebsten würde ich das ganze Land zeichnen», sagt sie.

Gelegenheiten, ihre mittlerweile auf über 500 Stück angewachsene Zeichnungssammlung zu vergrössern, hat sie noch genug. Vor allem aus Freude; aber nicht nur für sich. «Inzwischen erhalte ich auch Aufträge», erzählt sie. So haben Private ihr Haus oder ihre Familienmitglieder von Hollenweger abzeichnen lassen. «Ich zeichne alles», sagt sie. Ein paar ihrer Bilder hängen zudem in den Zimmern eines Zürcher Hotels. Die Ausstellung wird kaum ihr letzte sein. Hollenweger will nun jedes Jahr mit einem neuen Thema ausstellen.