Dietikon

Fall Malters: Für den Hanfproduzenten bleibt es bei einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten

Der 50-Jährige hatte in verschiedenen Gemeinden – unter anderem in Dietikon, Oetwil, Killwangen und Malters – in grossem Stil Drogenhanf angebaut. (Themenbild)

Der Hanfproduzent akzeptiert den Dietiker Urteilsspruch: Der Berufungsprozess im «Fall Malters», welcher am Montagnachmittag angesetzt war, hat nicht stattgefunden. Der Beschuldigte hatte seinen Einspruch zurückgezogen.

Am Montagnachmittag war vor dem Zürcher Obergericht der Berufungsprozess im «Fall Malters» angesetzt. Er fand aber nicht statt: Der beschuldigte Hanfhändler hatte seinen Einspruch gegen das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon zurückgezogen, teilte das Obergericht auf Anfrage mit.

Damit wird der Dietiker Urteilsspruch nach Ablauf der Fristen rechtskräftig. Das Bezirksgericht hatte den Mann im September 2018 wegen seiner Drogengeschäfte, einer Sachbeschädigung und einer Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten und einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 100 Franken verurteilt. Wegen Drogenkonsums setzte es zudem eine Busse von 500 Franken ab.

Der 50-Jährige hatte in verschiedenen Gemeinden – unter anderem in Dietikon, Oetwil, Killwangen und Malters – in grossem Stil Drogenhanf angebaut. Vor Bezirksgericht war von 150 Kilogramm die Rede, was der Richter nicht mehr nur als «gewerbsmässig», sondern als «bandenmässig» einstufte.

Bei einer Razzia im luzernischen Malters kam es zu einem tagischen Ende: Als die Polizei im März 2016 die Indoor-Hanfanlage in Malters ausheben wollten, verschanzte sich die Mutter des Beschuldigten im Gebäude. Nach 17 Stunden erschoss die 65-Jährige ihre Katze und sich selbst.

Der Staatsanwalt hatte in Dietikon für den Hanfproduzenten eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten verlangt, wovon er 6 im Gefängnis hätte absitzen sollen. Der Verteidiger hatte auf eine bedingte Strafe von 12 Monaten plädiert. Er hatte insbesondere geltend gemacht, dass sein Mandant nicht aus Egoismus und Geldgier, sondern aus Verantwortung gegenüber seiner psychisch schwer kranken Mutter gehandelt hatte. Er habe das Geld benötigt, um sie unterstützen zu können.

Das Bezirksgericht hielt indes fest, dass der Mann aus egoistischen, finanziellen Motiven gehandelt habe. Er sei «kein Engpasstäter». Seine Mutter hätte er auch mit legalen Mitteln unterstützen können, zeigte sich das Gericht überzeugt. Strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis des Mannes und den Umstand, dass Hanf als illegale, aber eher weiche Droge ein geringes Gefährdungs- und Suchtpotenzial aufweise.

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