Unterengstringen

Entsetzen in der Villa Sparrenberg: Unbekannte räumen über Nacht das Hühnergehege

Die Hühner der Villa Sparrenberg sind gestohlen worden. Die Polizei ermittelt. Eine vorangegangene Warnung macht die Hühner-Eigentümerin stutzig.

Die Idylle trügt in der Villa Sparrenberg in Unterengstringen. Das saftig grüne Gras, der Brunnen und die spektakuläre Aussicht über das Limmattal könnten darüber hinwegtäuschen, dass hier womöglich eine kriminelle Tat verübt wurde. Zwar wurde kein Mensch verletzt. An den Kragen ging es aber den sieben hauseigenen Hühnern.

«Ich war in den Ferien, als mich meine Mitarbeiter anriefen», erklärt Aila Haavisto aufgeregt. Die Leiterin des seit gut drei Jahren dort befindlichen Altersheims wurde am vorletzten Sonntagmorgen darüber informiert, dass alle ihre Hühner gestohlen wurden. «Die Hühnerzucht diente dem Eigenbedarf der Bewohner», erklärt die Finnin. «Sie sind alle zutiefst schockiert über den Vorfall.»

Am Montag letzter Woche alarmierte sie die Polizei. Thomas Baumgartner, Leiter der Polizei rechtes Limmattal, bestätigt den Vorfall. «Wir haben Grund zur Annahme, dass sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag mindestens zwei Unbekannte Zugang zum Gehege verschafft und die Hühner mitgenommen haben.»

Der Fuchs wars nicht

Vor Ort hätten die Polizisten ein zirka 20 auf 30 Zentimeter grosses Loch im Hühnergehege entdeckt. «Höchstwahrscheinlich ist eine Person in das Gehege hineingestiegen und hat die Hühner an das Loch herangetrieben.» Mindestens eine weitere Person hätte dann von aussen die Hühner in einen Sack oder ein sonstiges Behältnis gestopft. Ob die Hühner lebendig oder tot mitgenommen wurden, kann der Polizeichef nicht sagen. Blut hätten die Beamten keines gefunden, doch zeugten etliche Federn im Innen- und Aussenbereich von einer gewissen Aufregung. Einen Fuchsangriff schliesst Baumgartner kategorisch aus: «Ein Fuchs hätte alle Hühner im Gehege totgebissen und hätte nie alle mitgenommen.» Ausserdem sei die Schnittstelle im Zaun viel zu gerade geraten, als dass ein Fuchs dafür hätte verantwortlich sein können, meint Haavisto. «Wir sind überzeugt, dass die Tat von menschlicher Hand begangen wurde», meint Baumgartner.

Das Hühnergehege befindet sich gemäss Polizeiangaben etwa 60 Meter von der Villa Sparrenberg entfernt. Es gibt zwei Wege zum Gehege: Einer führt über das Altersheim in den Garten, beim anderen handelt es sich um einen Trampelpfad, der die Böschung hinaufführt. «Wir gehen davon aus, dass die Täterschaft über den Trampelpfad zum Gehege gelangt ist», sagt Baumgartner.

Warnung einer Fussgängerin

Eine konkrete Vermutung, wer hinter der Tat stecken könnte, hat Haavisto nicht. Eine Woche vor dem Vorfall hatte sich jedoch etwas Merkwürdiges zugetragen. «Eine Frau mit Kindern ist bei mir vorbeigekommen und sagte mir, die Nachbarn würden sich wegen des Lärms der Hähne beschweren.»

Laut Polizeichef Baumgartner sei dies ein mögliches Tatmotiv. Der vermutete Sachschaden belaufe sich auf 310 Franken. «Bei diesem Diebstahl ging es nicht um materielle Bereicherung.»

Haavisto hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. Wirklich Hoffnung, die Hühner zurückzubekommen, habe sie jedoch nicht. Ihr ginge es hauptsächlich darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren. «Die Leute sollen hellhörig werden.» Ob sie nochmals Hühner kaufen werde, weiss sie noch nicht.

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