Schlieren

Ein Lebensretter für alle: Das ist der erste öffentliche Defibrillator der Stadt

Gut sichtbar an einem Lichtmast auf dem Zentrumsplatz soll das Gerät Leben retten.

Auf dem Schlieremer Stadtplatz hat die Stadt ihren ersten rund um die Uhr öffentlich zugänglichen Defibrillator. Bis 2020 sollen 19 weitere folgen.

Erleidet auf dem Schlieremer Stadtplatz künftig ein Passant einen Herzstillstand, stehen seine Überlebenschancen seit Mitte Juli viel besser als zuvor. Seither verfügt die Stadt dort nämlich über ihren ersten rund um die Uhr öffentlich zugänglichen Defibrillator. Das Gerät hat sich die Stadt aber nicht selber angeschafft, sondern sie erhielt es als Geschenk: Der Lions Club Limmattal offerierte den Lebensretter. Bereits 2014 schenkte der Serviceclub der Stadt Dietikon ihren ersten öffentlich zugänglichen Defibrillator.

Gaby Niederer, Gemeinderätin des Quartiervereins, brachte in Schlieren den Stein vor drei Jahren ins Rollen. Nun sei sie sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Da der Defibrillator an einem Lichtmast beim Zentrumskreisel angebracht sei, sei er von überall gut sichtbar. «Das kann Leben retten», sagt sie.

Als 2016 eine Seniorin auf dem Schlieremer Zentrumsplatz einen Herzstillstand erlitt, ergriffen zwei Passanten wiederbelebende Sofortmassnahmen. Diese blieben jedoch erfolglos. Weil kein Defibrillator in nützlicher Nähe aufgestellt war, reichte Niederer einen Vorstoss ein. Darin verlangte sie, dem Abhilfe zu schaffen.

Zugänglichkeit stellte ein Problem dar

Der Stadtrat habe bereits 2013 erste Abklärungen mit privaten Grundeigentümern vorgenommen, um das Angebot zu erhöhen, schrieb er in seiner Antwort. Diese hätten sich aber passiv verhalten, weshalb man erst bei den städtischen Liegenschaften für Defibrillatoren habe sorgen wollen. Die im Stadthaus und in den Schulhäusern untergebrachten Geräte sind aber nicht täglich während 24 Stunden zugänglich.

Ende 2017 ging der Stadtrat schliesslich mit dem Projekt «20 öffentliche Defibrillatoren bis 2020» an die Öffentlichkeit. Bis Ende kommenden Jahres soll ein rund um die Uhr zugänglicher Defibrillator zum Gebäudestandard von zehn städtischen Immobilien gehören. Die Idee des Projekts besteht darin, dass nicht nur auf öffentlichem Grund zehn Geräte installiert werden, sondern auf privaten Arealen und in Shoppingzentren weitere zehn Geräte hinzukommen. Kostenpunkt: 6000 Franken pro Stück. Zu finden sein sollen sie dereinst auf der Schlieren-App.

Niederer hat Verständnis dafür, dass zwei Jahre verstrichen, bis der erste Defibrillator eingeweiht werden konnte. «Zwar fragte auch ich einige Male nach, ob man denn vorwärtskomme. Aber: Es brauchte seriöse Abklärungen und die Stadt hat noch andere Geschäfte auf ihrer Pendenzenliste.»

Dass man das hochgesteckte Ziel von 20 neuen Defibrillatoren auf Stadtgebiet erreiche, daran zweifle sie nicht. Die Stadt sei nun in Gesprächen mit Vertretern der Wirtschaft, die ebenfalls einen Lebensretter auf öffentlichem Grund zur Verfügung stellen könnten, so Niederer. «Nun ist es wichtig, dass sich die Menschen bei einem Notfall auch trauen, den Defibrillator zu benutzen. Die Hemmschwelle ist leider noch immer sehr gross.»

Verein Freizeit Schlieren bietet bald Kurse an

Damit diese Hemmschwelle sinkt und die Bevölkerung auch besser weiss, wie
das Gerät einzusetzen ist, bietet der Verein Freizeit Schlieren mit finanzieller Unterstützung der Stadt ab Oktober zweistündige Kurse an. Ein Rettungssanitäter lehrt Interessierten die richtige Anwendung von Defibrillatoren. Für Vereinsmitglieder ist der Kurs kostenlos,
alle anderen bezahlen zehn Franken.

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