Das feuchtwarme Wetter der letzten Tage lässt die Mücken wieder schwirren. Unter den stechenden Plaggeistern ist im Zürcher Stadtteil Wollishofen auch eine besonders lästige Mückenart; bisher hat sie, soweit bekannt ist, hierzulande nur im Tessin und in Basel überwintert: die asiatische Tigermücke.

«Letzten Herbst brachten uns Anwohner aus Wollishofen sechs solcher Mücken», sagt Gabi Müller, Leiterin Schädlingsprävention und -beratung beim Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich. Nun seien die Tiere in grösseren Teilen des Quartiers anzutreffen. Offenbar haben sie sich vermehrt und wohl erstmals in Zürich überwintert. Müller ist besorgt: «Man muss etwas gegen sie unternehmen.»

Am gestreiften Rücken und den ähnlich gemusterten Beinen ist die Tigermücke zu erkennen.

Denn zum einen seien die asiatischen Tigermücken besonders lästig, weil sie auch tagsüber aktiv sind. Das unterscheidet sie von den einheimischen Mückenarten, die erst in der Dämmerung herumschwirren. Zum anderen können sie tropische Krankheiten wie das Dengue- und das Chikungunyafieber übertragen. Allerdings nur, wenn sie bereits erkrankte Personen hierzulande stechen und anschliessend jemand Gesundes pieksen.

Eine solche Übertragung wurde laut Müller bisher nie in der Schweiz nachgewiesen. Sie ist selten, weil die entsprechenden Viren nur kurze Zeit ansteckend sind.

Bevölkerung soll Mücken fangen oder fotografieren

Die Behörden wollen die Ausbreitung der Tigermücke verhindern. Sie rufen die Bevölkerung auf, entsprechende Sichtungen zu melden. Wer die schwarz-weiss gestreiften, fünf bis zehn Millimeter grossen Tigermücken sieht, möge sie fangen oder fotografieren; sodann direkt an den Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich einschicken – oder über die App «Züri wie neu» unter «Schädlinge» melden. Zum Einschicken sei am besten eine mit Watte gepolsterte Schachtel zu verwenden, rät Müller. So zerfalle das Tier nicht und sei klar zu bestimmen. Beim Fotografieren sei darauf zu achten, dass der Rücken und die Hinterbeine gut erkennbar sind.

Man geht davon aus, dass die Tigermücke von Reisenden eingeschleppt wurde, wie der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich in einer gestern veröffentlichten Mitteilung schreibt. Bereits im September 2016 seien beim Carparkplatz in Zürich Tigermückeneier gefunden worden. Auch die nun in Zürich-Wollishofen entdeckten Tigermücken seien ursprünglich wohl auf Reisende zurückzuführen.

Eierfallen zeigen, wo sich die Asiatische Tigermücke ausbreitet.

Seit Bekanntwerden des Tigermücken-Vorkommens wurden Anwohner im betroffenen Quartier schriftlich informiert. Die Gebiete werden systematisch beobachtet und gefundene Tigermücken, deren Larven und Eier bekämpft, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Dabei kommen auch Fallen zum Einsatz. Es bestehe für die Bevölkerung gegenwärtig kein Anlass, sich Sorgen zu machen.

Tipps gegen die Tigermücke

Um der Ausbreitung der Tigermücke vorzubeugen, empfiehlt der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich folgende Massnahmen:

  • Regenwassertonnen wöchentlich leeren oder dicht verschliessen;
  • Kinderbadebecken nach maximal einer Woche ausleeren;
  • Dachrinnen regelmässig von Laub und Moos befreien;
  • alte Autoreifen nicht im Freien aufbewahren;
  • Löcher und Spalten in Mauern, wo sich Wasser ansammeln kann, auffüllen, etwa mit Sand;
  • Unterteller von Blumentöpfen mindestens einmal pro Woche ausleeren oder austrocknen lassen;
  • im Freien auf Schnittblumen in Vasen verzichten.

Sind die Mücken einmal da, helfen Kleider mit langen Ärmeln und lange Hosen, Insektensprays, Insektengitter an Fenstern und ein Moskitonetz über dem Bett.