Uitikon
Ein alternativer Zugang zur SZU-Station fehlt noch – Bahnbenutzer genervt

Uitiker nerven sich darüber, dass ihnen die letzten Meter vor dem Bahnhof versperrt bleiben. Diese führen über private Landstücke, bei denen kein Wegrecht besteht. Stattdessen müssen Bahnbenützer einen 60 Meter längeren Weg gehen.

Alex Rudolf
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Stein des Anstosses: SZU-Bahn-Benutzer müssen einen rund 60 Meter langen Umweg in Kauf nehmen.

Stein des Anstosses: SZU-Bahn-Benutzer müssen einen rund 60 Meter langen Umweg in Kauf nehmen.

Alex Rudolf

Seit September trennt ein Gitterzaun den letzten Abschnitt des Bahnwegs unmittelbar vor der SZU-Haltestelle Uitikon Waldegg. Es handelt sich lediglich um eine Passage von rund zehn Metern, doch stören sich einige Uitiker Bahnbenutzer daran, dass sie die Station nun nur noch über den Umweg rund um das Restaurant Waldesruh oder aber über die Neuhausstrasse erreichen.

«Etwa drei Einwohner haben sich bei uns auf der Verwaltung gemeldet, um die Sperrung zu bemängeln», sagt der Uitiker Gemeindeschreiber Sinisa Kostic. Der letzte Abschnitt des Bahnweges befindet sich in privatem Besitz, bis vor wenigen Monaten nützen ihn jedoch die Fussgänger. «Bis auf weiteres ist ab der katholischen Kirche und ab dem Mettlen-/ Suracherquartier ein um rund 60 Meter längerer Fussweg zum Bahngleis in die Zeitplanung einzubeziehen», so Kostic.

Kein Wegrecht

Der Zaun wurde im September erstellt. Gleichzeitig wie die zwölf neuen Wohnungen vis-à-vis des Restaurants Waldesruh bezugsbereit wurden. «Wir wollten die Privatsphäre unserer Mieter mit dieser Massnahme schützen», sagt Liegenschaftsbesitzer Gustav Ungricht. Der Uitiker verweist darauf, dass es sich um ein privates Landstück handle, für das kein Wegrecht bestehe. Von Beginn an habe es zum Konzept der Überbauung gehört, dass dieser Weg nicht mehr für die Öffentlichkeit nutzbar sein werde. «Immerhin führt er lediglich wenige Meter an der Überbauung vorbei», so Ungricht.

«Wir wollten die Privatsphäre unserer Mieter mit dieser Massnahme schützen.»

Gustav Ungricht, Liegenschaftsbesitzer

Den Unmut einiger Quartierbewohner kann er zwar nachvollziehen. «Doch hat es sich in den vergangenen Monaten eingebürgert, dass die Bahnbenutzer durch den Sommergarten des Restaurants Waldesruh schreiten», sagt er. Erst im vergangenen August übernahm ein neuer Pächter den Betrieb. Doch auch dieser scheint keine Freude daran zu haben, dass die Terrasse als Durchgangsweg genutzt wird. Der Zugang zur Terrasse vom Bahnweg aus wird nämlich von einem kleinen Holzhäuschen versperrt. Darauf prangt ein Schild, auf welchem der Umweg um das Gebäude herum hin zu den SZU-Gleisen angezeigt wird.

Verhandlungen laufen schon lange

Dass sich einige Einwohner aber ihren direkten Weg zur SZU-Station zurückwünschen, ist auch dem Uitiker Tiefbauvorstand Markus Stäheli (SVP) nicht entgangen. So sucht er derzeit mit verschiedenen Beteiligten nach einer Lösung. Dass es die Gemeinde verpasst hat, zum richtigen Zeitpunkt nach einem alternativen Zugang zu schauen, findet er nicht. «Seit Jahren haben wir – mit dem vormaligen und den neuen Besitzern der drei auf dem Grundstück befindenden Liegenschaften – versucht, ein Wegrecht für die Öffentlichkeit zu erhalten. Leider ist dies aber nicht zustande gekommen», so Stäheli.

Nun habe man versucht einen Zugangsweg, der hinter dem Gebäude durchführt, erstellen zu lassen. «Doch da die SZU-Haltestelle Uitikon Waldegg ohnehin umbauen muss, da sie noch nicht den Normen des Gleichstellungsgesetzes entspricht, ist diese Lösung nicht realisierbar», so Stäheli.

Auch dass Benutzer der SZU-Bahn offenbar den Weg über die Gartenwirtschaft des Restaurants benutzten, war nach seiner Auffassung von Beginn weg nur wenig nachhaltig. «Das Restaurant wünscht sich grundsätzlich einen Passantenstrom,» hält Stäheli fest. Doch für den Fall, dass dieses in ferner Zukunft schliesse und das aktuelle Gebäude ebenfalls mit einem Wohnbau ersetzt werde, fehle zur Zeit eine Alternative, um zu dem Gleis zu gelangen. Gut möglich, dass dann nur noch der Gang über die Neuhausstrasse bleibt.