Schlieren

Die neue Friedensrichterin heisst Janine Martí-Matt

Die Juristin (von links) setzte sich gegen ihre Konkurrenten Songül Viridén und Adrian Leimgrübler durch.

Janine Martí-Matt ist die neue Schlieremer Friedensrichterin.

Die Juristin (von links) setzte sich gegen ihre Konkurrenten Songül Viridén und Adrian Leimgrübler durch.

Die Juristin setzt sich im zweiten Wahlgang der Schlieremer Friedensrichterwahlen gegen Adrian Leimgrübler und Songül Viridén durch - und das mit grossem Abstand.

Der Kampf um das Schlieremer Friedensrichteramt ist zu Ende. Die parteilose Juristin Janine Martí-Matt kann den zweiten Wahlgang für sich entscheiden und lässt ihre Konkurrenten GLP-Gemeinderätin und Kommunikationswirtin Songül Viridén und den parteilosen Juristen Adrian Leimgrübler hinter sich. Ein zweiter Wahlgang wurde nötig, weil keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr im ersten Anlauf erreichte.

Martí-Matt erzielte 1010 Stimmen — mehr als ihre Mitstreiter zusammen. Im ersten Wahlgang im Mai bildete sie mit 646 Stimmen noch das Schlusslicht. Leimgrübler, der mit 777 Stimmen als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervorging, landet nun mit 502 Stimmen weit hinter Martí-Matt. Viridén schafft es mit 425 Stimmen nur auf den letzten Platz. Sie erzielte beim ersten Wahlgang noch 677 Stimmen. Die Stimmbeteiligung liegt bei 23,95 Prozent. Im Mai waren es noch 26,3 Prozent.

Die frisch gewählte Friedensrichterin freut sich über das klare Resultat: «Ich habe grosse Freude und möchte allen herzlich danken, die mich unterstützt und gewählt haben. Ich kann es kaum erwarten, das Amt zu übernehmen», sagt Martí-Matt. Mit so einem eindeutigen Ergebnis habe sie jedoch nicht gerechnet. «Ich war mir bewusst, dass ich zwei starke Konkurrenten habe.»

Fachliche Kompetenz und fröhliche Art

Und auch der Ausgang des ersten Wahlgangs prophezeite anderes. «Ich stellte mich nach Ablauf der zweiten Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen zur Verfügung und wurde in den offiziellen Wahlunterlagen nicht aufgeführt. Viele wussten damals nicht, dass sie mich trotzdem wählen können», erklärt sich Martí-Matt die Kehrtwende. Gegen dieses Manko habe sie beim zweiten Wahlgang nicht mehr kämpfen müssen. Überzeugend sei wohl ihre fachliche Kompetenz als Juristin gewesen. «Ich denke aber auch, dass meine Verbundenheit mit Schlieren und meine fröhliche und friedliebende Art ausschlaggebend waren», sagt Martí-Matt.

Die Songül Viridén trägt das Resultat mit Fassung. «Nach einem engagierten Wahlkampf hat die Bevölkerung in Schlieren entschieden. Ich gratuliere Janine Martí-Matt zur Wahl und wünsche ihr Freude im Amt», sagt Viridén. Sie danke allen, die ihr die Stimme gegeben und sie in den vergangenen Wochen im Wahlkampf unterstützt und begleitet hätten. «Allein schon die unzähligen freundlichen Begegnungen waren den Wahlkampf wert.» Trotz allem freue sie sich über das Wahlergebnis von gut 22 Prozent. «Das zeigt, dass ich nicht nur GLP-Stimmen erhalten habe.»

Enttäuscht zeigt sich hingegen Adrian Leimgrübler. «Selbstverständlich bin ich etwas enttäuscht über dieses klare Resultat.» Eine Analyse fällt ihm schwer. «Janine Martí-Matt konnte wohl besser mobilisieren. Geholfen hat ihr dabei offensichtlich auch das forsche Auftreten während des Wahlkampfs», sagt Leimgrübler. Er werde sich nun wieder vermehrt seiner Arbeit als selbstständiger Rechtsberater widmen.

In grosse Fussstapfen treten

Mit Martí-Matt wird in Schlieren wieder eine Frau das Schlichten übernehmen. Sie tritt die Nachfolge von Eliane Graf (SVP) an, die aufgrund ihrer Pensionierung vor dem Ende der laufenden Amtsperiode 2015 bis 2021 nach 22 Jahren als Friedensrichterin zurücktritt. «Sie ist persönlich vorbeigekommen, um mir zu gratulieren», verrät Martí-Matt und fügt an: «Natürlich hätte sie das auch bei den anderen Kandidaten gemacht.» Ihr sei bewusst, dass sie in grosse Fussstapfen trete. «Eliane Graf hatte eine hohe Erfolgsquote und konnte viele Leute wieder vereinen. Ich werde mir Mühe geben, dass mir das auch gelingt.» Gut sei, dass es eine gemeinsame Einarbeitszeit geben werde. Wie lange diese daure und wann sie ihr neues Amt starte, sei noch nicht klar. «Angedacht ist die offizielle Amtsübergabe am 1. Januar 2020.»

Nun wird Martí-Matt aber zuerst einmal auf ihren Sieg anstossen. Am besten geht das für die Schlieremerin am Schlierefäscht passend zum Motto «Schliere lacht». «Es ist toll, dass meine Wahl und das Stadtfest zusammenfallen. So macht es gleich doppelt so viel Spass.»

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Autor

Sibylle Egloff

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