Influenza

Die Grippewelle forderte im Kanton bereits drei Todesopfer

Die aktuelle Grippewelle hat auch den Kanton Zürich erreicht.

Die aktuelle Grippewelle hat auch den Kanton Zürich erreicht.

Selten war eine Grippewelle so gefährlich. Sogar eine zuvor kerngesunde Frau starb. Impfungen helfen dabei nur bedingt, da sich ein Virenstamm stark verbreitete, den man nicht erwartet hatte.

In der ganzen Schweiz ist die Anzahl Grippefälle in den letzten beiden Wochen rasant an gestiegen, im Raum Zürich auf rund 280 Fälle pro 100'000 Einwohner. Das Spital Bülach hat in Zusammenhang mit der Krankheit sogar bereits zwei Todesfälle verzeichnet. «Bei den beiden Patienten handelte es sich um ältere, geschwächte Patienten mit Vorerkrankungen», sagt Spitalsprecher Thomas Langholz. Von eigentlichen Grippetoten könne man deshalb nur bedingt sprechen. «Die Todesfälle hängen mit der Grippe zusammen, sind aber oft eine Folge und nicht der ursächliche Auslöser der Todesfälle», präzisiert Langholz.

Tatsächlich der Grippe zum Opfer gefallen ist allerdings eine 40-jährige Frau. «Sie wurde mit schwerwiegenden Grippesymptomen inklusive Lungenentzündung eingeliefert», sagt Langholz. Aufgrund der Schwere der Erkrankungen wurde die Frau ins Universitätsspital verlegt, wo sie anschliessend wegen multiplen Organversagens verstarb. Die aktuelle Grippewelle macht also im schlimmsten Fall auch vor jüngeren Personen nicht Halt. Und auch wer sich gegen die Krankheit hat impfen lassen, sollte trotzdem Vorsicht walten lassen. Denn nicht nur bietet eine Impfung keinen garantierten Schutz, sie ist auch nur teilweise effektiv, wie eines der Todesopfer in Bülach beweist: Einer der beiden verstorbenen Männer war geimpft.

«Jede Impfsaison wird vom Bundesamt für Gesundheit eine Impfempfehlung abgegeben», sagt Langholz. Man sei davon ausgegangen, dass Virenstamm A am häufigsten verbreitet sein werde. «Wie sich aber dann herausstellte, war der Stamm B Yamagata besonders aggressiv. Sollte eine Person nur gegen A geimpft sein und durch B infiziert werden, dann kann auch sie trotz Impfung an der Grippe erkranken.» Wer sich deshalb jetzt noch impfen lassen will, sollte darauf achten, dass er die sogenannte Vierfachimpfung erhält, die auch einen gewissen Schutz gegen den Virenstamm B gewährt.

Mehr Angestellte sind geimpft

Insgesamt hat das Spital Bülach seit Dezember 38 Fälle behandelt, in den vergangenen zwei Wochen waren es durchschnittlich 12 Patienten. Aktuell wird noch eine Person auf der Intensivstation behandelt, während vier weitere Patienten aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr in isolierten Zimmern untergebracht sind. «Der Verlauf ist von der Anzahl der Fälle sogar niedriger als im vergangenen Jahr», sagt Langholz.

Das Spital Bülach war in der Vergangenheit damit aufgefallen, dass das Pflegepersonal im Vergleich zu anderen Spitälern des Kantons nur spärlich geimpft war. 2015 waren es nur knapp 8 Prozent. Inzwischen hat sich der Wert aber auf rund 20 Prozent erhöht. «Alle Patienten kamen bereits mit Grippesymptomen ins Spital. Uns ist kein Fall bekannt, der sich hier angesteckt hat», sagt Langholz.

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