FC Birmensdorf

Der neue Trainer setzt auf klare Regeln

Der neue Trainer Mauro Rossi (Mitte) ist mit dem FC Birmensdorf gut in die Rückrunde gestartet und auf Aufstiegskurs.

Mauro Rossi hat auf die Rückrunde die erste Mannschaft des FC Birmensdorf in der 4. Liga übernommen

«So, nicht quatschen», sagt Mauro Rossi zu zwei Spielern, die auf dem Fussballplatz Geren in Birmensdorf miteinander flachsen. «Das könnt ihr nachher unter der Dusche tun.» Die beiden Spieler, die Rossi angesprochen hat, verstummen sofort und setzen das Training fort.

Klare Ansagen, Leitplanken, Regeln – das zeichne ihn aus, sagt Rossi über sich selbst. «Und die Spieler verstehen das auch.» Rossi ist seit Beginn der Rückrunde Cheftrainer beim FC Birmensdorf. Zuvor hat er vier Jahre lang die Junioren-A+-Mannschaft trainiert und wollte Ende Saison eigentlich aufhören. Doch dann wurde er angefragt, ob er die erste Mannschaft übernehmen könne, die letzte Saison in die 4. Liga abgestiegen ist. «Diese Mannschaft zu betreuen, hat mich gereizt», sagt er.

Der Wechsel lief nicht ohne Nebengeräusche ab. Von den A+-Junioren verstanden nicht alle Rossis Entscheid, die 4.-Liga-Mannschaft zu übernehmen. Umgekehrt musste sich der Trainer bei seinem neuen Team erst beweisen. «Die Spieler haben aber gemerkt, dass ich eine Ahnung vom Fussball habe», sagt der ehemalige Trainer der Zweitligisten Meisterschwanden und Suhr. «Und auch, dass ich Herzblut zeige.»

Herzblut – das bewies Rossi schon als Spieler. Der Verteidiger war einst beim FC Wettingen unter Vertrag, wo er es bis in die Nationalliga A schaffte. Der endgültige Durchbruch gelang ihm jedoch nicht. Besonders bitter für den gebürtigen Italiener: Er wurde bei Wettingens UEFA-Cup-Auftritt 1989 gegen den SSC Neapel, für den damals der legendäre Diego Maradona spielte, vom damaligen Trainer Udo Klug nicht berücksichtigt. Auch danach setzte Udo Klug lieber auf andere Spieler als auf Rossi. «Und das, obwohl Sportchef Fredy Strasser auf mich setzen wollte und das Klug auch gesagt hatte», sagt er. Daraufhin hatte Rossi genug und wechselte in die 1. Liga. «Vielleicht hätte ich damals geduldiger sein sollen», sagt er. «Aber ich war 22, und da habe ich emotional reagiert.»

Die Episode hat Rossi so sehr geprägt, dass er sich vorgenommen hat, mit seinen Schützlingen immer ehrlich zu sein. «Ich werde nie einem Spieler sagen, dass er spielt, und ihn danach auf die Bank setzen», sagt er. «Man muss dazu stehen, was man sagt, und dann kommt es gut.» Diesbezüglich, so Rossi, kommuniziere er offen. Auch, wenn sich ein Spieler eine Disziplinlosigkeit leiste. «Wenn jemand zum Spiel unpünktlich kommt, muss er auf die Bank», so der Trainer. «Ich setze diejenigen Spieler ein, die ihre Leistung zeigen, und nicht diejenigen, die einen grossen Namen haben.»

Drei Siege in vier Spielen

Der Erfolg gibt Rossi bisher recht. Von bisher vier Spielen konnte er drei gewinnen, davon das Spitzenspiel gegen Wipkingen. Zuletzt besiegten die Birmensdorfer Altstetten auswärts mit 5:1. «Da lagen wir am Anfang zurück», sagt Rossi. «Erst danach kamen wir ins Rollen.»

Trotzdem: Die Birmensdorfer spielen eine hervorragende Saison. Mit 30 Punkten aus 14 Spielen belegen sie in der Gruppe 4 der 4. Liga den ersten Platz. «Wir haben noch sechs Partien vor uns, da kann viel passieren», so Rossi. «Zudem hat der Tabellenzweite Benfica Clube de Zurique gleich viele Punkte wie wir.»

Ihren Vorsprung gegenüber Benfica könnten die Birmensdorfer am übernächsten Sonntag vergrössern. Dann spielen sie das Direktduell gegen den Tabellenzweiten. Doch selbst wenn die Birmensdorfer verlieren und eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf fallen sollte, wäre das für Rossi kein Drama. «Das Ziel bleibt, dass wir die Junioren in die erste Mannschaft integrieren», sagt er. «Und da sind wir auf besten Weg, wie die jetzige erste Mannschaft beweist.»

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