Oberengstringen

Dem C-Wort keinen Raum geben: CVP-Kantonsrätin Janine Vannaz erinnert am 1. August an die Vorzüge der Schweiz

«Weil das Thema Corona aber durchaus zermürbend ist, will ich ihm nicht mehr Raum geben», sagte Janine Vannaz.

«Weil das Thema Corona aber durchaus zermürbend ist, will ich ihm nicht mehr Raum geben», sagte Janine Vannaz.

Die Aescher CVP-Kantonsrätin Janine Vannaz erinnerte in Oberengstringen an die Vorzüge der Schweiz. Vor rund 120 anwesenden Personen, die am Freitagabend auf den Parkplatz Zwischen den Hölzern pilgerten, ging sie in ihrer Rede nur am Rande auf die Pandemie ein.

«Es wäre einfach gewesen, die heutige Veranstaltung abzusagen und sich somit hinter dem C-Wort zu verstecken», sagte Gemeindepräsident André Bender (SVP). Zahlreiche 1.-August-Feiern im Bezirk waren wegen der Coronapandemie abgeblasen worden. Nicht so jene in Oberengstringen. Rund 120 Personen pilgerten am Freitagabend auf den Parkplatz Zwischen den Hölzern.

Bender begründete die Entscheidung zu feiern mit Freiheit und Selbstbestimmung: «Und weil der Zusammenhalt der Bevölkerung wichtig ist und durch solche Feste gestärkt wird.» Er mahnte die Teilnehmenden aber auch, sich an die Abstandsregeln zu halten. So waren pro Tisch nur sechs Personen erlaubt, die sich allesamt einschreiben mussten. Beim Einlass wurde zudem abgeklärt, ob jemand zuvor Risikogebiete besucht hatte.

Festrednerin Janine Vannaz ging nur am Rande auf die Pandemie ein. Die Aescher CVP-Gemeinderätin und Kantonsrätin sagte, dass in dieser schwierigen Zeit plötzlich Dinge wichtig wurden, die einem vorher gar nicht bewusst waren und umgekehrt. «Weil das Thema Corona aber durchaus zermürbend ist, will ich ihm nicht mehr Raum geben.» Ihren Fokus legte die Politikerin darauf, wie andere Festrednerinnen und Festredner die Schweiz in der Vergangenheit gewürdigt hatten.

«Im Wesentlichen geht es darum, zusammenzusitzen»

Ein Künstler aus Uzwil habe beispielsweise einmal vorgeschlagen, dass jede Bürgerin und jeder Bürger eine 1.-August-Rede vorbereiten solle und am Tag selber per Losentscheid festgelegt werde, wer seine halten dürfe. Die Inhaberin einer Consulting-Firma aus dem Kanton Baselland habe in ihrer Rede darauf hingewiesen, dass es an jeder und jedem Einzelnen liege, in welche Richtung sich das Land entwickle. «Die direkte Demokratie ist nur ein gutes Modell, wenn die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger teilnimmt», zitierte Vannaz. Weiter habe ein Solothurner SP-Kantonsrat in seiner Festrede die Frage aufgeworfen, was es bedeute, eidgenössisch zu sein. Die Antworten suchte er mit zahlreichen Fragen an das Publikum in den verschiedensten Lebensbereichen.

Die Schweizer seien praktisch, sparsam und gut, sagte Vannaz in Anlehnung an eine Rede ihres Parteikollegen- und präsidenten Gerhard Pfister. Demnach würde man hier in der Schweiz ein Fest auf zurückhaltende Art und Weise abhalten, ganz ohne Prunk: keine Militärparade, keine Selbstdarstellung der Regierenden, keine grosse Fernsehpräsenz. «Denn im Wesentlichen geht es darum, zusammenzusitzen, Cervelats zu essen und bei kühlen Getränken Musik zu hören», so Vannaz.

«Bei meiner Recherche zahlreicher Reden habe ich viele wertvolle Gedanken entdeckt. Sie konnten dies in meinem Sammelsurium hoffentlich auch», sagte Vannaz. Aus ihrer Sicht biete die Schweiz viele Vorzüge – vom sozialen und kulturellen Leben über das gute Schulsystem bis hin zur wirtschaftlichen Stärke. «Sind wir mal wieder dazu geneigt, etwas nicht gut zu finden an unserem Land, sollte man sich zuerst dieser Vorzüge wieder bewusst werden», sagte sie.

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