Wer zuletzt lacht...

Die Aprilscherze sind ausgefallen: Nächstes Jahr kommt es dafür knüppeldick

Klingeln und sich schnell aus dem Staub machen: ein bekannter Streich.

Klingeln und sich schnell aus dem Staub machen: ein bekannter Streich.

Bei uns ist es Brauch, unsere Mitmenschen mit einem lauten «April, April!» liebevoll in den April zu schicken – oder wir bekommen selber einen Streich gespielt. Der Schlieremer Martin von Aesch erzählt im dritten Teil seiner neuen Coronakolumne, welche Gedanken er sich darüber gemacht hat.

Sie wissen, welches Datum wir heute haben? Richtig, der 8. April. Gehen wir nun genau eine Woche zurück, dann landen wir … Schon wieder richtig. Beim 1. April. Ein Datum, an dem wir uns früher die übelsten Scherze erlaubt hatten. «Herr Lehrer, Ihr Hosen- laden steht offen!», war noch einer der harm­loseren. Berühmt war auch der mit den Schnür­senkeln. Ja, ja. Wir trieben es ganz schön bunt. Aber nur an ­diesem Tag. Sonst ganz bestimmt nicht.

Auch heutzutage wird dieser Tradition, an diesem einen Tag den lieben Mitmenschen einen Bären aufzubinden, noch gefrönt. Teils mit unglaublich fantasievollen Ideen. Selbst die Medien machen mit. So versuchen Zeitungen zum Beispiel, mit den irrwitzigsten Lügengeschichten die Leser und ­Leserinnen in den April zu schicken. Mit riesigem Erfolg, wie dann in der Ausgabe vom 2. April berichtet wird.

Hand aufs Herz: Haben Sie vor einer Woche jemanden reingelegt? Ich vermute nicht. Obwohl sich echt üble Scherze angeboten hätten. «Hallo, Ihnen kriecht ein riesiger Virus über den Rücken», gehört zu den harmloseren, weil der Adressat nach dem ersten Schreck gemerkt hätte, dass da etwas nicht stimmen kann. Wenn Sie nun aber jemanden aus nächster Nähe mit der Bemerkung: «Nun haben Sie ihn auch!», angehustet hätten, wäre das Opfer wohl in Panik verfallen, weil es nicht wissen kann, dass Sie gesund sind. Sie selber übrigens auch nicht.

Ich vermute mal, dass sich auch die grössten Scherzkekse dieses Jahr zurückgehalten haben. Wie ich lese, war es in gewissen Ländern sogar unter Androhung von Strafen verboten, seine Mitmenschen reinzulegen. In Taiwan zum Beispiel drohten drei Jahre Gefängnis. In Thailand sogar fünf. In diesem Zusammenhang ist bedauerlich, dass nicht auch die USA so reagiert haben. Sonst wäre dem Typen im Weissen Haus, der das ganze Jahr den 1. April feiert, endlich das Maul gestopft worden.

Ich für meinen Teil habe mir dieses Jahr keinen Scherz erlaubt. Doch merken Sie sich den 1. April 2021. Dann kommt es knüppeldick.

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