Limmattal

Badis bereiten sich auf die ungewisse Sommersaison vor

Wird die Badi weiterhin so leer bleiben? Die Zukunft der Badis ist noch ungewiss. Badi Zwischen den Hölzern, Oberengstringen (Mai 2019)

Wird die Badi weiterhin so leer bleiben? Die Zukunft der Badis ist noch ungewiss. Badi Zwischen den Hölzern, Oberengstringen (Mai 2019)

Die Limmattaler Bademeister warten auf den Entscheid des Bundesrats, doch bis dahin bleiben sie nicht untätig.

Noch ist unklar wie die kommende Badesaison aussieht. Die Badis können erst öffnen, wenn der Bundesrat Lockerungen im Bereich Freizeitsport beschliesst. Wann und wie das geschehen wird, ist noch nicht spruchreif. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP) sagte vor einigen Tagen: «Wir können noch nicht sagen, wann die Badis wieder öffnen.» Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erarbeitet derzeit ein Konzept zur Lockerung, das auch Schutzmassnahmen beinhaltet. Trotz unsicheren Zukunftsaussichten machen sich die Limmattaler Badi-Betriebe an die Arbeit.

Fondli in Dietikon

Das beliebte Freibad Fondli verbuchte letztes Jahr bis zum Ende der Sommerferien 77 066 Badeeintritte. Normalerweise beginnt die Badesaison Mitte Mai, doch dieses Jahr steht der Start noch in den Sternen. Trotzdem sind die Mitarbeiter nicht untätig. Sie putzen die Anlage, füllen die Bassins, schneiden die Hecken und bereiten alles für den möglichen Start vor. «Aufgrund der laufenden Unterhalts- und Instandstellungsarbeiten haben die Mitarbeiter der Frei- und Hallenbäder momentan genug zu tun», sagt Heinz Illi (EVP). Er ist Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Dietikons und erste Ansprechperson in Sachen Coronakrise. Komme es trotzdem dazu, dass die Mitarbeiter nicht ganz ausgelastet seien, können sie in anderen Bereichen einspringen. «Zur Zeit hilft beispielsweise ein Bademeister im Technischen Dienst eines Altersheims aus. Dort herrscht gerade Hochbetrieb», sagt Illi. Die Corona-Krise wird auch für die Badis ein finanzielles Nachspiel haben. Denn sicher ist, dass die Fixkosten wie Wasser, Strom und Personalkosten bestehen bleiben. Und es wird es wohl schwierig sein im Sommer 2020, diese Kosten zu decken. Doch eine Badi zu führen, sei generell ein unsicheres Unterfangen, so Illi. «Auch zwei Monate mit schlechtem Wetter können zu Verlusten führen.»

Hölzli in Oberengstringen

Das Freibad Zwischen den Hölzern in Oberengstringen wird von der Stadt Zürich betrieben. «Aktuell können wir keine Aussagen zu einem genauen Eröffnungsdatum oder zu den Rahmenbedingungen machen», sagt Manuela Schläpfer vom Sportamt Zürich. Das Sportamt sei jedoch mit dem Bund in Kontakt und würde die Bevölkerung sobald wie möglich über Neuigkeiten informieren. Da ein Grossteil der Züricher Bäder den ursprünglichen Saisonstart auf den 9. Mai geplant hat, sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Saisonangestellte tätig sind, noch gar nicht im Einsatz. Die Anlagen werden zur Zeit aber wie üblich für die Badegäste vorbereitet und eingerichtet. Falls diese ausbleiben, wäre der Aufwand umsonst. Doch das ist momentan nicht zu ändern: «Über allfällige Verluste wollen wir nicht spekulieren, so lange nicht klar ist, wann und unter welchen Rahmenbedingungen die Badesaison stattfinden kann», sagt Schläpfer.

Geren in Birmensdorf

Momentan arbeiten die Badmeister der Badi Geren in Birmensdorf im sogenannten Team-Splitting. Das heisst die Mitarbeiter arbeiten räumlich getrennt, um sich vor einer allfälligen Coronainfektion zu schützen. «Es werden nur die nötigsten Arbeiten wie Gartenpflege und kleinere Unterhaltsreinigungen durchgeführt», sagt Céline Denzler, stellvertretende Gemeindeschreiberin von Birmensdorf. Sobald der Bundesrat grünes Licht zur Wiedereröffnung der Badis gibt, werde der Saisonstart festgelegt. Doch die Verwaltung wolle die Hygiene- und Schutzmassnahmen des Bundesrates jederzeit einhalten. Das müsse bei der Planung der Eröffnung berücksichtigt werden, so Denzler. «Dass die aktuelle Situation zu Verlusten führt, ist uns durchaus bewusst. Wir setzten aber alles daran, unsere Mitarbeitenden und die Besucherinnen und Besucher zu schützen.»

Weihermatt in Urdorf

Letztes Jahr verkaufte die Badi Urdorf bis Ende der Sommerferien 860 Saisonabos. Wie es dieses Jahr aussehen wird, ist noch sehr unklar. Auf Anfrage schrieb Thomas Bollinger, Bereichsleiter Liegenschaften und Sportbetriebe in Urdorf, dass er mit der Antwort auf die Frage nach den Vorbereitungen für die kommende Badesaison noch warten wolle. Erst sollten die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie und der derzeitigen Trockenheit abgewartet werden, dann könne die Gemeinde die notwendigen Massnahmen beschliessen bekanntgeben.

Im Moos in Schlieren

Die Mitarbeitenden der Biobadi Möösli in Schlieren reinigten wie üblich die ganze Aussenanlage, die Becken und die Regenerartionsteiche. So bereiteten sie das Freibad für die Inbetriebnahme vor. «Sobald der Bund die Badeanlagen freigibt, wird das Bio- und Gartenbad im Moos geöffnet», sagt André Thoma, Leiter Sekretariat Werke, Versorgung und Anlagen in Schlieren. Zum Möösli gehört auch ein Restaurant, das beispielsweise an den Vollmondschwimmen jeweils mit einem Barbecue aufwartete. Ob dieses wie gewohnt Mitte Mai starten wird, sei auch noch unklar. Die laufenden Kosten für die Immobilien und das Personal werden aus dem Steuerhaushalt der Gemeinde Schlieren gedeckt.

Limmat weitgehend ohne Böötler

Die Limmat war am Freitag laut der Messung der Stadt Zürich 13 Grad warm. Trotz der Empfehlung des Bundesrats zuhause zu bleiben, sind die Limmatufer ein Hotspot für Sportlerinnen und Sportler. Bereits wagten sich einige Stand-up-Paddler aufs Wasser. Im letzten Jahr nutzten viele Hobbykapitäne die sonnigen Tage, um sich von Zürich nach Dietikon treiben zu lassen.
Die Grillplätze, WCs und Bänke der Allmend Glanzenberg wurden nun aber abgesperrt, um die Menschenansammlungen zu vermeiden. Die Nötzliwiese wurde ebenfalls abgesperrt. «Übertritt jemand die Bänder oder Abschrankungen, muss er mit einer Busse rechnen», sagt Heinz Illi (EVP). Von Bootsfahrten rät er ebenfalls dringend ab, weil der geforderte Mindestabstand dabei nicht eingehalten werden kann. Der Uferweg entlang der Limmat ist für Spaziergänger weiterhin offen.

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