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18'000 Kilometer mit dem Fahrrad: Lukas Steiner ist in Kapstadt angekommen

Lukas Steiner hat sein Ziel erreicht. «Das Ziel meiner Reise war aber immer der Weg», sagt der Velofahrer aus Oetwil.

Nach 326 Tagen Velofahrt hat der Oetwiler Lukas Steiner seine grosse Tour von Oetwil nach Kapstadt in Südafrika abgeschlossen und für ein Hilfsprojekt in Äthiopien 8000 Franken gesammelt.

Der Oetwiler Lukas Steiner hatte eine weite Reise vor sich, als er am 18. Juni um 8.30 Uhr in der Oetwiler Quartierstrasse Mülistatt losfuhr. Und nun hat er sie hinter sich. 326 Tage dauerte die Velotour bis nach Kapstadt. «Das Ziel meiner Reise war aber immer der Weg. Trotzdem fühlt es sich sehr speziell an, da jetzt alles auf einen Schlag fertig ist», schrieb Steiner in der Nacht auf Freitag in einer E-Mail an die Limmattaler Zeitung.

Gestern Abend stieg er in Kapstadt in ein Flugzeug nach Zürich. Wenn er heute Morgen in der Heimat ankommt, hat er innert etwas mehr als elf Stunden den afrikanischen Kontinent überflogen. Eine kleine Zahl. Vor allem wenn man sie mit den Zahlen vergleicht, die Steiners grosse Velotour zusammenfassen: 18'580 Kilometer lang ist die zurückgelegte Strecke, für die er insgesamt 1140 Stunden auf dem Velosattel sass. «Eine fantastische Zeit», bilanziert er. «Ich durfte sehr viel über mich selber lernen, meine Grenzen erkunden, und vor allem habe ich Übung im Reifenwechseln bekommen.»

«Keine grösseren Schwierigkeiten»

Den ersten platten Reifen hatte er nach 5500 Kilometern im Sudan kurz vor der Grenze zu Äthiopien zu reparieren. Von da bis nach Kapstadt kamen dann noch einige weitere Platten hinzu, insgesamt seien es etwa 20 gewesen, erzählt Steiner. «Sonst hat alles an meinem Fahrrad gehalten und ich hatte keine grösseren technischen Schwierigkeiten.»

Aus Kapstadt reist Steiner mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab. «Einerseits freue ich mich unglaublich auf meine Familie und Freunde, andererseits ist jetzt ein grosses Kapitel meines Lebens wieder abgeschlossen», beschreibt Steiner seine Gefühlslage. Er freut sich auch auf ein paar Vorzüge der Heimat. «Wenn ich nach Hause komme, werde ich eine lange, warme Dusche nehmen, darauf freue ich mich schon sehr.» Ebenfalls freut er sich darauf, nicht mehr aus Taschen zu leben und er kann es kaum erwarten, sein eigenes Bett wieder zu haben.

Tagelang keinen Mensch gesehen

Diese Annehmlichkeiten hat sich Steiner redlich verdient. Zum Beispiel mit seiner letzten grossen Herausforderung. Diese ergab sich im Norden Namibias, wo er Essen für acht Tage mit dabei haben musste: 2 Kilogramm Erdnussbutter, 3 Kilogramm Pasta und 10 Dosen mit Sardinen und Bohnen. Den Wasservorrat von 22 Litern Wasser konnte er nach 3 Tagen an einer Quelle wieder auffüllen. «Während 4 Tagen habe ich keine einzelne Seele gesehen. Dieses Erlebnis war einzigartig und wunderschön», erinnert sich Steiner.

Begegnungen mit wilden Tieren gab es hingegen so einige. «In Botswana habe ich täglich Elefanten auf der Strasse beobachten können. Es war auch ein sehr spezielles Gefühl, diese Tiere auch in der Nacht um mein Zelt herum zu haben. Dies werde ich vermissen, den ganzen Tag in der Natur zu sein, Tiere zu beobachten und einfach frische Luft einzuatmen.»

Steiner kommt also mit vielen Erinnerungen und Erzählungen zurück. Und mit einer klaren Botschaft. Schliesslich war es auch Ziel seiner Reise, Afrika den Menschen näherzubringen. «Afrika ist nicht so gefährlich, wie viele Leute denken. Mir wurde nichts geklaut und ich wurde auch nie beraubt», hält er fest. Auch sei er während der ganzen Reise nur vier Tage lang krank gewesen, «da ich etwas schlechtes gegessen habe». «Afrika ist so ein wundervoller Kontinent, der leider einen nicht so glänzenden Ruf hat», sagt Steiner.

8000 Franken gesammelt

Auch Steiners Sammelaktion für die Stiftung Green Ethiopia hat sich gelohnt. Bis jetzt hat er damit rund 8000 Franken sammeln können. Die Stiftung unterstützt Einheimische in Äthiopien. So pflanzt sie unter anderem Bäume, was gleich mehrfach hilft. So sind Aufforstungen ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Bodenerosion, auch erhöhen sie die Verfügbarkeit von Wasser und verbessern die Ernährungssituation.

Auch an seinem Ziel sorgte der 25-Jährige mit seiner grossen Leistung für Schlagzeilen, nachdem er am 10. Mai Kapstadt erreichte. So titelte die gemäss eigenen Angaben zweitgrösste südafrikanische Online-Zeitung, die «Times Live», gestern: «Swiss rolls into Cape Town after a year on a bike» (zu Deutsch: «Schweizer erreicht nach einem Jahr auf dem Velo Kapstadt»).

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