ZKB-Jubiläum

160 Velo-Abstellplätze und keine Parkplätze: Zürcher Baudirektion legt Gestaltungsplan für ZKB-Seilbahn vor

Die Bahn soll ab 2020 für fünf Jahre als Verbindung zwischen Landiwiese und Blatterwiese über den Zürichsee verkehren. (Archivbild)

Die kantonale Baudirektion hat den Gestaltungsplan für eine Seilbahn über den Zürichsee festgesetzt. Ab morgen Freitag läuft die Beschwerdefrist

Rund 1300 Meter lang soll die Gondelstrecke der «ZüriBahn» sein, welche die Zürcher Kantonalbank ZKB gerne im nächsten Jahr über den Zürichsee fahren lassen möchte. Als weiteren Schritt auf dem Weg dorthin hat die Baudirektion des Kantons Zürich den Gestaltungsplan festgesetzt, wie sie gestern mitteilte.

Darin ist festgelegt, dass sowohl bei der Seilbahnstation am Zürichhorn wie auch bei jener auf der anderen Seeseite beim Mythenquai je 160 Veloabstellplätze bereitstehen sollen. Autoparkplätze wird es keine geben, auch nicht fürs Personal. Nicht einmal Zufahrts- und Anhaltemöglichkeiten für Fahrgäste sind erlaubt. Je eine Manövrierfläche für Umschlag und Anlieferung sollen genügen. Die ZKB muss ein Monitoring in den angrenzenden Quartieren sicherstellen. So sollen Massnahmen ergriffen werden können, wenn dort das Verkehrsaufkommen über Gebühr steigt.

Fünf Jahre und nicht mehr

Das tönt nach harten Auflagen des Kantons. Sie wurden aber von der ZKB und ihrem Generalplaner – zusammen mit städtischen und kantonalen Fachstellen – erarbeitet. Es handelt sich um einen privaten Gestaltungsplan. Hier prüft der Kanton nur noch, ob alles sachlich, rechtlich und formal richtig ist.

Die Baudirektion unterstreicht in ihrer Mitteilung, dass der Gestaltungsplan eine fünfjährige Dauer festlegt. «Nach Ablauf ist der Betrieb definitiv einzustellen und die Bahn zurückzubauen.» Nachdem das Projekt 2017 präsentiert worden war, hiess es hier und dort, eventuell sei auch eine Verlängerung möglich. Das sei aber nie die Absicht gewesen, sagt ZKB-Sprecher Yannik Primus.

Der städtische Richtplan, die Plangenehmigung des Bundes und auch der kantonale Gestaltungsplan würden die Betriebsdauer auf fünf Jahre begrenzen. Bezüglich möglicher Einsprachen gibt sich Primus zurückhaltend. «Es gilt nun den Ablauf der Rechtsmittelfrist abzuwarten. Über den weiteren Verlauf spekulieren wir nicht.»

Es sind drei Verfahren, welche das Projekt teils parallel durchläuft. Die wasserrechtliche Konzession ist vom Kanton erteilt worden, es gab bisher keine Rekurse. Der nun genehmigte Gestaltungsplan liegt ab Freitag 30 Tage auf. Ist er rechtsgültig – weil Einsprachen ausblieben oder sie erledigt sind –, kommt das Bundesamt für Verkehr (BAV) zum Zug. Es erteilt das Recht zum Bau und Betrieb einer Seilbahn mittels einer Plangenehmigung. Dafür prüft es nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch die Umweltverträglichkeit. Auch der BAV-Entscheid wird anfechtbar sein.

Unveränderte Opposition

Der VCS hat sich verschiedentlich kritisch zum Projekt vernehmen lassen. Markus Knauss, Co-Geschäftsführer des VCS Zürich, hält fest, dass die Veloparkplätze nichts am grundsätzlichen Problem änderten. Es bestehe darin, dass die Stationen nicht genügend erschlossen seien mit dem öffentlichen Verkehr. Auch vertrage es dort nicht noch mehr Publikum.

Das sagt auch Urs Frey, Präsident des Quartiervereins Riesbach. Er befürchtet etwa, dass Cars auf der einen Seeseite Touristen abladen und auf der anderen wieder abholen. Gemäss ihrem Leitbild müsste die Stadt für weniger Betrieb am See sorgen, betont er. Die Seilbahn würde das Gegenteil bewirken. Der Quartierverein engagiert sich in der IG Seebecken-Seilbahnfrei. Man diskutiere die verschiedenen Rekursmöglichkeiten noch, sagt Frey. «Das ist eine teure Sache». Aber irgendwo werde man den Hebel sicher noch ansetzen.

Nach wie vor hofft die ZKB, dass die Bahn 2020 in Betrieb geht. Dann feiert die Bank ihr 150-jähriges Bestehen. Sie hat aber auch schon kommuniziert, dass ein späterer Start infrage käme.

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