Leserbeitrag
Zwei Unterhaltungsabende mit Gesang, Tanz und Theater

Fabienne Schmid
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Chor_3.JPG Fiammetta Schulz begleitete auf der Violine.

Chor_3.JPG Fiammetta Schulz begleitete auf der Violine.

Wenn sich drei Chöre aus der Re­gion für gemeinsame Unterhaltungsabende zusammenschliessen, so lässt das viel erwarten. Der Männerchor Harmonie Oberkulm, der Männerchor Gontenschwil und der Gemischte Chor Teufenthal konnten am vergangenen Freitag und Samstag gemeinsam mit der Trachtengruppe Oberkulm die hohen Erwartungen problemlos erfüllen und begeisterten – wie übrigens auch die Theaterleute – das Publikum in der am Samstag voll besetzten Oberkulmer Neudorfturnhalle.

Te. Schon die Tischdekorationen mit dem blumenverzierten hölzernen Dorfbrunnen – eine Kreation Bruno Hertigs – waren ein visuelles Erlebnis. Marlies Bolliger, Präsidentin der Trachtengruppe, und Christian Fuhrer, im Namen der drei Chöre, begrüss­ten das erwartungsvolle Publikum und konnten ein abwechslungsreiches und in vielerlei Hinsicht spannendes Programm ankündigen.

Schwungvolle Volkstänze und schöner Chorgesang

Eröffnet wurde der Unterhaltungsabend mit den beiden Volkstänzen «Polka d’Echallens» und «Zäme esch lochtig», mit denen die Trachtengruppe die applausfreudigen Gäste schon zu Beginn derart begeisterte, dass eine erste Zugabe nur die logische Folge war. Den ersten Liederblock der Chorgemeinschaft Männerchor Harmonie Oberkulm, Männerchor Gontenschwil und Gemischter Chor Teu­fenthal dirigierte Slava Kästli. «Ej uchnjem», ein Lied über die harte Arbeit der Wolga-Schlepper im zaristischen Russland, leitete über zum «Kongo Boat Song» und setzte damit lebhafte Kontraste. «Übern See. Heut’ ist so ruhig der See» erklärte romantische Gefühle. Die mit leidenschaftlichem Applaus bedachten Lieder wurden teilweise am Klavier von Rudolf Friedland begleitet, dessen musikalisches Herz seit Jahren für den Männerchor Oberkulm schlägt. Der Trachtenchor vermittelte mit «Es Stückli Schwyz» wie auch mit «Lieder us der Heimat» einen Querschnitt durch Schweizer Volklieder, musikalisch begleitet von der bezaubernden Violinistin Fiammetta Schulz, einer Tochter des temperamentvollen und fordernden Dirigenten Hans-­Georg Schulz. Mit «La Fiorentina» und «Kafi Schottisch» wirbelte die Trachtengruppe unter der Leitung von Irene Gafner erneut über die Bühne. Überhaupt: das Programm fand derart guten Anklang, dass durch das aufmerksame Publikum zahlreiche Zugaben gefordert wurden.

Gemeinsames Finale

Rudolf Friedland (Klavier), Fiammetta Schulz (Violine) und Hans-Georg Schulz (Buzuki) begleiteten die Chorgemeinschaft aus Oberkulm, Gontenschwil und Teufenthal in den umsichtig und souverän von Fritz Burkhard dirigierten abschliessenden Liederblock. Mit «Kaimos» von Mikis Theodorakis wurden romantische Erinnerungen an das derzeit wirtschaftlich gebeutelte Griechenland hervorgerufen, der Walzer «Donauwellen» und das eigentliche Spottlied «Serenade für Delaqua» aus der Operette «Eine Nacht in Venedig» von Johann Strauss brachten die Stimmkraft der Chorgemeinschaft auf überzeugende Weise zum Ausdruck. Tosender Applaus begleitete die Sängerinnen und Sänger, die sich offensichtlich über so viel Anerkennung freuten. Der Projektchor hat sich im Zusammenwirken bestätigt und darf in dieser Zusammensetzung als äusserst positiv bewertet werden.

«Mer Puure händs loschtig»

Unter der Regie von Hansjürg Ruf, zugleich auch Hauptdarteller, zogen die Theaterleute der Trachtengruppe alle Register ihres Könnens. Die neueIdee, eine Generationengemeinschaft auf dem Bauernhof, mündet in der Erkenntnis «Jedem recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.» Zwischenzeitlich gab es etliche Bühnenturbulenzen, die mehrmals zu Applaus auf offener Szene führten. Das bewährte Ensemble mit Hansjürg und Klara Ruf, Fredy Ruf, die umwerfend komischen Brigitte Bolliger, die auf Etikette bedachte Marlies Bolliger, die es in diesem Stück allerdings faustdick hinter den Ohren hat, Anita Kaspar und Martin Hofmann als feuriger Spanier verdient ein grosses Lob für eine Aufführung, die dem Publikum viel Freude bereitete. HeidyGloor war fürs Schminken und die Frisuren verantwortlich, während Irene Gafner nach den Volkstänzen hier schon wieder als Souffleuse Verantwortung übernommen hatte. Ein besonderes Lob verdient das Festwirtschaftsteam der Musikgesellschaft Oberkulm, das für einen hervorragenden Service besorgt war.

Am 22. und 23. März in Teufenthal

Unter den gleichen Voraussetzungen wird es am 22. und 23. März zwei Unterhaltungsabende mit dem Gemischten Chor Teufenthal in der Teufenthaler Turnhalle geben. Darauf darf man sich nach der Oberkulmer Premiere schon heute freuen!

Patrick Tepper

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