Leserbeitrag
Wilde Gestalten, hautnah

Fabienne Schmid
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Die kulturelle Vereinigung beider Entfelden, PRO ENDIVELD, hatte Erich Furrer und Erich Hufschmid unter dem Namen Mammutjäger eingeladen. Zwei zu Beginn wilde Kerle, die über einige Jahrzehntausende und mehr die Entwicklung ihres Intellektes bis zur Hochschulreife in feinstem Latein darlegen konnten.

Innerhalb einer Stunde brachten sie die menschliche (vor allem männliche!) Geschichte der kulturellen Vor- und Rückentwicklung auf die Bühne.

Requisiten waren pro Darsteller je ein Garderobenständer, versehen mit Handtuch sowie eine Wasserflasche.

Den grossen Rest stellten die ausgebildeten Schauspieler dar: alle erdenklichen Waffen, um sich das Leben schwer zu machen, Bewegungsmöglichkeiten zu Lande, zu Wasser und in der Luft und vor allem: ein Geräuschespektrum, die jedes Gerät, jede Bewegung und Mimik perfekt und verblüffend unterstrich.

Die haltlosen Lacher im Publikum zeigten, wie Zwerchfell- zielgenau die Mammutjäger arbeiteten. Zuschauende Kinder amüsierten sich köstlich über das offenbar klägliche Scheitern von Erwachsenen.

Die synchron sprechenden Intellektuellen verblüfften mit ihrer Präzision, ihrem Körpereinsatz, ihren Fähigkeiten aus Pantomime und Sprechtechnik.

Der geneigte Zuschauer konnte nicht fassen, wie man derartige – auch völlig verdrehte – Texte nicht nur auswendig lernen, sondern auch noch synchron sprechen kann. Lakonische Antwort der Mammutjäger: “Lernen!“ Ob das dem Normalo im Saal wirklich hilft, sei dahingestellt. Der Abend bei PRO ENDIVELD leitete jedenfalls einmal mehr zu einem lockeren Start ins Wochenende über.

Anne Helfrich

Aktuelle Nachrichten