Leserbeitrag
Vortragsreihe über Tabuthemen in Lenzburg

Krankheit, Sterben, Tod und Trauer

Marcel Siegrist
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Das Leben ist endlich. Trotz dieser Tatsache ist das Sterben ein Tabuthema. Betroffene und Begleitende sind im Umgang mit Krankheit, Abschied, Sterben, Trauer oft rat- und hilflos. Allein schon die Erkenntnis, dass „jeder Tag ein geschenkter Tag" ist, kann dabei helfen, sogar die Endzeit positiv zu erleben. Und auch das Wissen, nicht allein zu sein. In der Region Lenzburg besteht ein dichtes Netzwerk für palliative Pflege, ambulante und stationäre Begleitung, in dem verschiedene soziale Organisationen zusammenspielen und je nach Bedarf sofort einsatzbereit sind. Professionelle und freiwillige Helferinnen und Helfer entlasten Angehörige, kümmern sich kompetent und liebevoll um die Wünsche schwerkranker oder sterbender Menschen und erledigen mit den Angehörigen das unvermeidlich Notwendige. Acht von ihnen haben sich zusammengetan, um die Öffentlichkeit über ihre Angebote zu informieren.
Dabei geht es auch um die Umsetzung des Lenzburger Altersleitbildes, erklärt Stadträtin Heidi Berner, welche den Anstoss des Aargauer Hospiz-Vereins zur Begleitung Schwerkranker und deren Gründerin Luise Thut aufgenommen und zur fünfteiligen Vortragsreihe im Herbst in Lenzburg entwickelt hat. „Lenzburg nimmt seine Zentrumsfunktion in der Alterspolitik wahr", und „ein tragfähiges Sozialnetz ist grundlegend" sowie „Lenzburg begegnet sozialen Problemen mit präventiven Massnahmen", lauten die entsprechenden Grundsätze.
Beteiligt sind neben dem Hospiz-Verein das Katholische Pfarramt Herz Jesu Lenzburg, die Krebsliga Kanton Aargau, Pro Senectute Bezirk Lenzburg, Reformierte Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken, Spitex, Stadt und der Verein für Alterswohnheime Lenzburg. Sie stellen ihre und zugezogene Fachleute für die vielschichtige Information im Reformierten Kirchgemeindehaus Lenzburg zur Verfügung. Die Abende sind öffentlich und thematisch in sich abgeschlossen, Unterlagen werden abgegeben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei (Kollekte).
Fünf Themenkreise
Die erste Veranstaltung am 19. Oktober informiert über palliative Pflege und Praxis der Sterbebegleitung zu Hause oder in Institutionen. Der zweite Anlass vom 26. Oktober gibt Antworten auf praktische Fragen rund um Sterben und Tod wie Patientenverfügung, Testament und Bestattung. Am dritten Abend, am 2. November, geht es um Trauer und Trauerbegleitung, Rituale in der Zeit des Abschieds. Am 9. November stellen Repräsentanten verschiedener Institutionen und Organisationen in Lenzburg ihre Angebote vor. Und den Abschluss am 16. November bildet ein Podiumsgespräch zum Thema „Inwieweit können wir mitbestimmen, wenn es ums Ende geht?". Die Autonomie des Menschen und Fragen aus den vorherigen Themenabenden werden unter der Leitung von Stadträtin Heidi Berner besprochen. (HH.)

Hinweis
„Endlich ... leben", 5 Themenabende zu Krankheit, Abschied, Sterben, Trauer. Rückfragen an Sekretariat der Ref. Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken, Tel. 062 855 60 40, oder refkirchelenz@pop.agri.ch.

Bild: Das Organisationsteam Helga Leistritz-Wittmack, Stadträtin Heidi Berner, Pfarrerin Susanne Ziegler und Rosmarie Zimmerli, Hospiz-Verein. HH.

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