Leserbeitrag
Vortrag über Prüfungsstress in Würenlols

Anlass der Eltern Mit Wirkung

Marcel Siegrist
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Eltern schulpflichtiger Kinder kennen das meist nur zu gut: Mit Beginn der Mittelstufe bringen die Schüler häufig auch neue Lernprobleme mit nach Hause. Diesem Thema widmete sich die letzte Veranstaltung der Eltern Mit Wirkung in Würenlos: sie lud am Montag, den 29.03.2010, interessierte Erziehende in den Singsaal der örtlichen Schule zum Vortrag „Prüfungsstress muss nicht sein" ein. Richard Humm, Gastreferent und Leiter der Zürcher Beratungsstelle für Lern- und Erziehungsfragen, führte die Hörerinnen und Hörer humorvoll durch das eher spannungsreiche Thema des Lernens der eigenen Kinder. Schon früh beschäftigte sich der ehemalige Primarschullehrer Humm - auch berufsbedingt - mit der Frage, was Kinder in der Schule so schnell „ablöscht": „So erkannte ich bei vielen meiner Schüler die Abhängigkeit von Muster und eigener Betroffenheit", beschrieb Richard Humm amüsant das Reagieren der Mädchen in der Schule wenn er das Hervorholen der karierten Rechenhefte verlangte. „Die Buben erblassten dann bei den linierten Heftchen", die Worte des Redners lockten so manchen Elternteil ein Schmunzeln hervor.
Den Grund für den Prüfungsdruck der Schulkinder sieht Richard Humm, neben externen Faktoren wie vollen Stundenplänen, vor allen Dingen in der fehlenden Vorbereitung der Schüler selbst. „Es ist ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben man habe etwas gelernt wenn man es verstanden hat", zitierte er ein Sprichwort das nur zu treffend den Umstand beschreibt wenn Schüler glauben ohne Lernen auszukommen sofern sie dem Unterricht nur gut folgen konnten. Denn: „die Wiederholung ist die Mutter des Lernens" - die schon bei den Römern bekannte Redensart sei heute wissenschaftlich erwiesen wie Humm verrät. So empfiehlt er auch die Repetition des Lernstoffes in Abständen von zwei Tagen, denn dies führe zu „einer bestmöglichen Merkfähigkeit", bekräftigt der Referent nachdrücklich. Doch auch andere Faktoren wie das richtige Atmen beim Lernen können förderlich sein. Das könne man am besten im Stehen - schliesslich sei „der Stuhl keine Erfindung des Paradieses" spöttelte der Primarschullehrer a.D. . Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen indem sie die individuellen Vorlieben der Lernenden tolerieren, denn meist spüren die Kids sehr genau die für sie beste Haltung.

So moderierte Richard Humm während der Veranstaltung im Singsaal der Schule Würenlos ganz im Sinne des Achtens der Individualität jedes einzelnen Kindes aber auch in der Wertschätzung jener Arbeit die Eltern jeden Tag beim Unterstützen ihrer Kinder leisten. Was sich allemal lohnt, „denn unsere Kinder haben grossartige Seiten auch wenn sie uns reichlich Sorgen bereiten", mit einem Augenzwinkern gab Richard Humm eine versöhnliche Sicht auf ein, manchmal doch schwieriges Thema. SW

Weiterführende Informationen zu diesem Vortrag finden Sie unter http://www.emwwürenlos.ch. (sw)