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Selbstvertrauen tanken auf der Bühne

Verena Bucher Stemmer
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Selbstvertrauen tanken auf der Bühne

Theaterprojekt 10. SJ Subingen

Die Schülerinnen und Schüler des 10. SJ in Subingen haben während zweier Projektwochen mit professioneller Hilfe ein Theaterstück eingeübt und dieses im Schulhaus, im Oberstufenzentrum oz13, aufgeführt.

Das Schwergewicht im Schuljahresprogramm liegt ganz klar beim Unterricht, betonen die Klassenlehrpersonen Daniel Gerber und Verena Bucher Stemmer. Es werden jedoch auch mehrere Projekte im Zusammenhang mit der Berufswelt realisiert. Fester Bestandteil im Jahresprogramm ist auch ein künstlerisches Projekt. Nachdem man sich auch schon der bildenden Kunst angenommen hat, es entstanden farbige Holzstehlen mit dem Künstler Gianni Vasari aus Biel, wurde nun bereits das dritte Mal ein Theaterstück in Angriff genommen. Gerade beim Theaterspielen kommen Schlüsselkompetenzen, die beim Einstieg ins Berufsleben und ganz generell im weiteren Leben wichtig sind, besonders zum Tragen. Wie zum Beispiel Einsatzfreude, Ausdauer, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Frei nach dem Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller erarbeitete die Theaterpädagogin Murielle Jenni zusammen mit den Schülerinnen und Schülern das Stück. Ein Grundsatz dabei war, dass alle Jugendlichen Theater spielen und niemand nur eine Arbeit hinter der Bühne verrichtet.

Zum Stück :

Der Jugendroman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ löste bei seinem Erscheinen in Dänemark kontroverse Diskussionen aus. Der Roman wurde zerrissen und verboten und findet sich inzwischen aber nun doch auf vielen Lehrplänen und sogar im Religionsunterricht.

Auch in Deutschland und in der Schweiz bahnt er sich langsam den Weg in die Schulen und seine Bühnenbearbeitung ist derzeit wohl eines der meistgespielten Jugendstücke in Deutschland und in der Schweiz ( Bern, Zürich, Sempach ).

„Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit Langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“

Mit diesen Worten verlässt Tina am ersten Schultag nach den Sommerferien das Klassenzimmer und sitzt fortan auf einem Zwetschgenbaum, von dem aus sie den Klassenkameraden ihre Erkenntnisse an den Kopf wirft.

Ihre irritierten Mitschüler wollen sie vom Gegenteil überzeugen und türmen in einem verlassenen Schlösschen einen "Berg aus Bedeutung" auf. Zunächst werden materielle Alltagsgegenstände wie Bücher, eine Angelrute oder Boxhandschuhe daraufgelegt. Langsam aber steigert sich der Grad des Opfers, der Sarg von Emily verstorbenen Bruder wird ausgegraben und Sofie muss ihre Unschuld aufgeben. Gnadenlos treiben die Kinder das als Spiel begonnene Vorhaben weiter, bis schließlich der talentierte Gitarrenspieler Blerim sich von seinem Zeigefinger verabschieden soll...

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, der Roman sei der Inbegriff von Nihilismus, schrieb Janne Teller ihn, um sich ganz offen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander zu setzen.

Unter Jugendlichen ist die Suche nach dem richtigen Platz im Leben und dem Freundeskreis wichtiger denn je. Zu zeigen, wohin man gehört und dass man etwas verändern kann, gehört wohl zu den Hauptbemühungen eines Jeden. So kämpft jeder gegen seine persönliche Tina.

Die Aufführungen

Die beiden Schulhausaufführungen wurden von über 200 Schülerinnen und Schülern besucht. Trotz dichtgedrängter Platzverhältnisse war das Publikum hochkonzentriert und ruhig, dies spricht für die Qualität der Aufführungen. So hat das Theaterensemble mehrheitlich positive Rückmeldungen erhalten, wie „gut und deutlich gesprochen, konzentriert gespielt, abwechslungsreich, stark, beeindruckend“..., um nur einige zu nennen. Ein grosses Kompliment gehört dabei Murielle Jenni, die mit ihrer offenen, kreativen und energischen Art die Spielgruppe zu Höchstleistungen motiviert hat !

Das Projekt hat sich vor allem auch für die Schülerinnen und Schüler des 10. SJ gelohnt. In einer ersten Rückblickrunde gaben die meisten an, ihr Selbstvertrauen sei gestärkt worden, die Zusammenarbeit hätte gut geklappt, es hätte Spass gemacht und sie hätten gelernt, alles zu geben, wenn es drauf ankomme. Ein Schüler meinte : „Das hätte ich nie gedacht, ich habe vor mehr als 200 Personen gespielt und es war überhaupt nicht peinlich !“

Das Engagement von Murielle Jenni wird vom „Kulturfonds Einweihung oz13“ grosszügig unterstützt.

Öffentliche Aufführungen im Rahmen der Schultheaterwoche im Schloss Waldegg bei Feldbrunnen,

Donnerstag, 13. Juni 2013 um 14 Uhr