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Peter Voellmy präsentierte seinen «Bernhart Matter Abend»

Marcel Siegrist
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Am Sonntag, 16. August präsentierte der von vielen Freilichttheatern bekannte Regisseur und Schauspieler, Peter Voellmy, seinen Bernhart Matter Abend im Spittel in Küttigen. Vor vollem Haus erzählte er zusammen mit dem Musiker Ernst Käser (Tuba, Trompete) die wilde und ergreifende Lebensgeschichte des Gaunerkönigs, der als letzter Aargauer von der Regierung öffentlich geköpft wurde.

Voellmy erzählte aus den Zeiten der Industrialisierung und Ernst Käser untermalte seine Geschichten vortrefflich mit der Tuba. Immer wieder setzte er Akzente und begleitete die Lieder furios. Manchmal setzte er auch die Trompete ein und sorgte dadurch für ergreifende Momente.

Voellmy brauchte nur eine alte Schulwandkarte des Kantons Aargau und wenige Requisiten, um die Figur des Gaunerkönigs wiederaufleben zu lassen. Einmal zeigte er ein Diebeslicht, dann schwang er das Schwert des Scharfrichters Mengis und plötzlich liess er schwere Ketten durch seine Hände gleiten. Mit abwechslungsreichen und humorvollen Liedern beschrieb er die Zeit um 1850 und die bittere Armut, in der die meisten Menschen im Aargau lebten.

„Es ist eigentlich eine tragische Geschichte“, sagte der Erzähler. „Aber ich habe versucht, seinem Leben doch auch eine hoffnungsvolle und würdige Seite zu geben. Denn Bernhart Matter war ein ausgezeichneter Tänzer, er trank nur die besten Weine und er war äusserst beliebt bei den Frauen. Matter wollte auch ein edler Herr sein und kein elender Arbeiter in einer Fabrik. Deshalb feierte er auch immer wieder wilde Feste.“

Am Ende des unterhaltsamen Abends, der mit der Köpfung von Bernhart Matter endete, liess Voellmy ein Kind fragen: „Ist Matter denn jetzt im Himmel?“ Und die Mutter sagte: „Natürlich nicht, bei all den Schandtaten, die er begangen hat.“ „Aber“, fragte das Kind, “wenn er tot ist, kann er doch nichts mehr bereuen und auch nichts mehr Gutes tun.“ Mit diesem kleinen Hinweis auf die Fragwürdigkeit der Todesstrafe liess Voellmy den Gaunerkönig wieder aufleben und ein weiteres Mal in die Freiheit entfliehen. Das Publikum klatschte begeistert und wollte die Künstler kaum aus dem Raum lassen. Darum sangen sie zum Schluss noch einmal das Lied: „Er isch scho wieder ab!“

Weitere Aufführungen am Samstag, 29. August 20 Uhr, Ref. Kirchgemeinde Lenzburg und am Freitag, 4. Sept. 20 Uhr in Frick (Kirchgemeindehaus) Eintritt frei – Kollekte

Weitere Infos unter www.petervoellmy.ch

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