Leserbeitrag
Palliative Care – Informationsabend der EVP Bezirkspartei Baden

Marie Louise Reinert
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Palliative Care – das Wort steht für Pflege und Betreuung von Menschen mit unheilbaren und fortschreitenden Krankheiten. Die physischen, psychischen, spirituellen und sozialen Seiten von Leiden sollen gelindert werden. Darum bemühen sich in interdisziplinärer Zusammenarbeit Arzt und Pfleger und weitere Fachleute. Christine Kaderli, Onkologie-Pflegefachfrau, berichtete aus ihrer langjährigen praktischen Arbeit im Rahmen der Onkologie-Spitex der Krebsliga Aargau. Dr. med. Fredi Bärtschi stellte fest, dass 75% aller Patienten zuhause bleiben wollen bis zum Schluss, dass das aber tatsächlich nur 20% der Menschen möglich ist.

Lilian Studer, Grossrätin, berichtete von der „Nationalen Strategie Palliative Care“, in der Bund und Kantone gemeinsam die Bedürfnisse formuliert und Massnahmen eingeleitet haben. Nach drei Jahren ist eine dreijährige Fortsetzung 2013 bis 2015 beschlossen: Palliative Care soll in der Grundversorgung verankert werden: in Spitälern und Heimen. Der grosse Zeitaufwand macht die Finanzierung zum Problem: Palliative Care soll der kurativen Behandlung gleichgestellt werden.

Im Podiumsgespräch kam das Thema Patientenverfügung dazu: alle zwei Jahre neu unterschreiben, bei Hausarzt, Familie, Partner hinterlegen. Ein wichtiges Stichwort in der Diskussion war ehrliche Information: der Patienten darüber, was sie vom Arzt und von der palliativen Pflege erwarten dürfen; aber auch von den Heimen, wie sie mit der Sterbehilfe umgehen.

Zum würdigen Leben gehöre die Wahlfreiheit: Sie sei hochzuhalten. – Die Erfahrung der anwesenden Fachleute geht dahin, dass das Vertrauen in die palliative Pflege UND in die Möglichkeit aktiven Sterbens letzteres meistens überflüssig macht.

MLR

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