Leserbeitrag
Oekumenischer Gottesdienst und Suppentag in Würenlingen

"Damit ich mich einmischen kann, muss ich Spuren legen." Was diese Leitgedanken für uns Christen bedeuten, wurde durch markante, wegweisende Worte im ökumenischen Gottesdienst zum Suppentag in der Mehrzweckhalle am 15. März deutlich.

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Es ist immer ein besonderer Anlass, wenn sich Pfarrer Urs Klingler von der Kirchgemeinde Rein und der Gemeindeleiter der Pfarrgemeinde Würenlingen am 3. Fastensonntag zum Gottesdienst treffen. Da der Suppentag ein bewusstes Zeichen für die Solidarität mit den Bedürftigen in der Welt setzen will, wurde wie vor 1 Jahr Pater Anton Schönbächler aus Mariawil eingeladen, der unsere Beziehung zu den Empfängern des Erfolgs aus unserem Hilfsprojekt mit seiner profunde Kenntnis der Verhältnisse im Apostolischen Vikariat Reyes in Bolivien aufrecht hält. Der veranstaltende Pfarreirat Würenlingen und die Mitwirkenden konnten sich über den guten Besuch freuen.

"Damit ich mich einmischen kann, muss ich Spuren" legen war das Leitthema des Gottesdienstes. Spuren, gelegt von Unterrichtsklassen, begegneten den Besuchern schon beim Eingang und begleiteten ihn in die für den Gottesdienst und die Fastensuppe vorbereitete Halle. Stefan Heim begrüsste die vielen Besucher aller Altersstufen und wies auf die vielen Spuren hin, die Menschen und auch Naturgewalten hinterlassen. Aufmerksam sollen wir achten auf die Spuren Gottes, die uns im Leben begleiten und führen. Dazu passte sehr gut der Text aus dem Markusevangelium mit dem Bericht über den Besuch Jesu im Tempel, als er die Händler und die Käufer aus dem Tempel hinaustrieb. Dass Jesus nicht einfach wegschaute, sondern handelte, damit hat Jesus Spuren hinterlassen. Was das für Konsequenzen für unser Verhalten hat, hat Pfarrer Urs Klingler in seiner Predigt klar dargelegt. Die Spur Jesu sagt uns deutlich, dass wir nicht wegschauern dürfen, sondern dass auch wir. uns einmischen und Unrecht beim Namen nennen müssen. Passivität, Schweigen, Nichtstun nützen dem Übeltäter. Jesus hat gehandelt und er möge auch uns die Kraft dazu geben. Gerade als seine Gegner meinten, sie hätten ihn am Kreuz endgültig erledigt und mundtot gemacht, ist er aus dem Tod auferstanden. Pfarrer Klingler gelang es, damit auf die baldige Osterzeit überzuleiten.
Pater Anton Schönbächler schilderte darauf die Sorgen und Nöte der Bevölkerung in einem Gebiet mit einer armen Bevölkerung in einer Gegend mit sehr knappen und teilweise fehlenden Ressourcen. Neben vielen Problemen, beim Überlebenskampf, bei der Ausbildung der Kinder und der Jugendlichen konnte er aber auch die Hoffnungen erwähnen, die die Arbeit der vorwiegend einheimischen Ausbildner in den Grundschulen bis zur Oberschule, in der Berufsbildung, in der Beratung geweckt haben und die wir mit unserem Fastenopfer sehr sinnvoll unterstützen können. Er las einen neuen Brief von Bischof Bürgler vor, dessen Inhalt auch die Folgen der Politik der religionsfeindlichen Regierung erwähnte. Hier drängte sich schnell die Frage auf, was das Beispiel Jesu hier bedeutet. Es braucht viel Mut und einen tiefen Glauben, um hier Widerstand zu leisten. Wenn wir mit unserer Fastenaktion für dieses Volk einen Beitrag leisten können, der Spuren legt und legen hilft, so können wir sicher Gutes tun. Unser Beitrag ist als Zeichen unserer Solidarität hat hier in dieser abgelegenen Gegend im Urwald Boliviens grosses Gewicht.

Am Schluss dankte Stefan Heim allen, die zum Gelingen des Suppentags beigetragen haben. Sehr viel zum guten Gelingen des Gottesdienstes hat eine Bläsergruppe der Musikgesellschaft Würenlingen beigetragen. Ihnen sprach er den besonderen Dank aus, auch allen Helfern, Pfarrer Klingler und P. Anton Schönbächler, dem Pfarreirat und den Freiwilligen, der Gruppe Drittweltstand, der Mühle Würenlingen, die das Mehl für die Brote spendierte und den Bäuerinnen, die die Brote besonders gut backten und allen Teilnehmern, die gekommen sind und mitfeierten und damit unser Fastenprojekt unterstützen.

Die Brote und die von Bruder Stefan aus Mariawil nach bolivianischem Rezepept gekochte Suppe waren nun die Grundlage für die Fastenmahlzeit, die die Anwesenden sehr genossen. Über den finanziellen Ertrag wird sicher noch berichtet werden. Aufpolieren kann ihn jedermann ihn während der Fastenzeit, zum Beispiel beim Pfarramt. Herzlichen Dank und „Spuren legen!".

Robert Meyer

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