leserbeitrag
Traumskitouren im Val Ferret

Urs Kyburz
Merken
Drucken
Teilen
Bild: Urs Kyburz
9 Bilder
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz
Bild: Urs Kyburz

Bild: Urs Kyburz

(chm)

Sechs Mitglieder der Sektion Homberg des Schweizer Alpenclubs verbrachten eine Woche bei besten Verhältnissen im Gebiet des Grossen St.Bernhards im Unterwallis. Obwohl schon Ende März war, herrschten noch beste Skitourenbedingungen, was die Gruppe nur zu gerne nutzte.

Skitouren am Grossen St.Bernhard

Auf der Anreise reichte es noch für eine kleine Skitour auf den Gros Châtillon oberhalb der Salzminen von Bex im Waadtland. Relativ spät starteten die Hombergler zur Tour, dank der tiefen Temperaturen konnten sie in der Abfahrt immer noch Pulverschnee geniessen. Die erste Tour von der Unterkunft in Bourg-St-Pierre führte zuerst eine Waldstrasse aufwärts, noch war es angenehm. Je höher man kam, desto mehr windete es. Bekanntlich ist der Wind der Baumeister von Lawinen, dank der umsichtigen Führung unseres Tourenleiters waren die Teilnehmer aber immer sicher. Je näher der Gipfel kam, desto heftiger windete es. Es war deshalb naheliegend, dass die Gruppe die namenlose Erhebung «Mont Tempête» nannte. Entsprechend schwierig gestaltete sich das Entfernen der Steigfelle. Die Abfahrt war dafür erstklassig, schöner Pulverschnee erfreute des Skifahrers Herz. Am nächsten Tag sollte es ein Nordhang Richtung Pointe de Godegotte sein. Doch schon bald winkte der Chef ab, zu schlecht war der Schnee hier. So wandte sich die Gruppe nordwärts der Pointe des Gros Six zu. Auf 2873 Meter offenbarte sich ihr eine fantastische Aussicht. Aber wie es so ist im Wallis, auf dieser Höhe schaut man an die meisten anderen Berge hoch. Der Entscheid des Tourenleiters war einmal mehr goldrichtig, wieder wurden die SACler mit Pulverschnee verwöhnt. Damit waren die Tage in Bourg-St-Pierre beendet, die Gruppe dislozierte nach La Fouly im benachbarten Val Ferret.

Im Val Ferret

Dort stand am nächsten Tag die Tour auf La Dotse auf dem Programm. Zuerst durch lichten Lärchenwald, dann über die Rippe erreichten die Hombergler den Gipfel. Das reichte aber noch nicht, fand der Tourenleiter, sodass sie noch den benachbarten Tête de Ferret bestiegen. Die Abfahrt südseitig versprach nicht viel, der Schnee am Gipfelhang war windverblasen. Aber schon nur ein wenig weiter unten war der Schnee viel besser, die Skifahrer fanden einen schönen Hang nach dem anderen. Am folgenden Ruhetag erhielt der Tourenleiter ein Kontingent von 800 Höhenmetern, das er dann auch einhielt, trotz eines Gegenanstiegs, der nochmals zur Fellmontage zwang. Der Ruhetag war nötig, damit die Gruppe fit war für den Höhepunkt der Woche.

Aussicht geniessen auf 3500 Meter über Meer

Am nächsten Tag läuteten die Wecker bereits um Viertel vor drei Uhr, eine Stunde später standen die Hombergler abmarschbereit in der Dunkelheit vor dem Hotel. Sie tasteten sich vorwärts auf dem gefrorenen Schnee, auf der anderen Talseite stieg dann der Weg endlich an. Eine heikle Moränenquerung später wurde es etwas einfacher, auch der Tag kündigte sich langsam an. Der Himmel verfärbte sich rot am Horizont, aber die Gruppe stieg noch lange im Schatten hoch, was doch sehr angenehm war. Nach rund sechs Stunden und 2000 Höhenmetern erreichte sie das Skidepot, ab hier ging es nochmals 80 Höhenmeter zu Fuss weiter, eine steile Schneeflanke hoch und über einen schmalen Grat auf den Gipfel. Was für eine Aussicht! Aber auch hier, auf 3500 Meter über Meer, waren immer noch viele Gipfel höher. So viele Möglichkeiten! Nach dem Abstieg folgte die Abfahrt, die zuoberst nicht wirklich schön zum Fahren war, dafür unten dann umso mehr. Die SACler wurden mit schönem Sulzschnee verwöhnt, bis zuunterst. Neun Stunden nach dem Aufbruch sass die Gruppe beim Bier im Hotel. Was für ein Erlebnis!

Die letzte Tour konnte das natürlich nicht mehr toppen, aber auch hier erwartete die Gruppe nochmals schöner Sulzschnee. Damit endete eine fantastische Tourenwoche, die die Hombergler der Organisation und dem Gespür für den Schnee des Tourenleiters zu verdanken haben. Klar, dass bereits Pläne für nächstes Jahr geschmiedet wurden, auf dass sich das Schneewunder wiederhole.