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Sorgenkind trifft auf Zuverlässigkeit

Andri Tatarinoff
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Bild: Andri Tatarinoff

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(chm)

NLB-Handball. Am Samstag kommt es im CIS in Solothurn zum Duell des TV Solothurn gegen Handball Stäfa. Während das Heimteam in der grössten Krise der letzten fünf Jahre steckt, konnten die Gäste ihre Pflichtaufgaben bisher erfolgreich erfüllen.

Gaudenz Oetterli

Natürlich liegt Stäfa, das sich traditionell sehr ambitionierte Ziele setzt, aktuell etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück. Platz 6 mit zehn Punkten aus acht Spielen ist nicht überragend. Dennoch haben die Zürcher dem TVS vor allem eines voraus: Sie gewinnen die Spiele gegen auf dem Papier schwächere Teams. Dabei glänzt das Team von Trainer Philipp Seitle selten, aber zwei Punkte sind zwei Punkte.

Biel, Möhlin und die Pfadi Espoirs aus der hinteren Tabellenregion waren allesamt machtlos. Nur gerade die Kadetten Espoirs konnten den Zürchern den Schneid abkaufen und überraschen. Dazu gesellen sich zwei Stäfa-Siege gegen Stans und zuletzt Kreuzlingen. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf Platz 2 klopfen die Jungs von der Goldküste an die Türe der Topfavoriten in der NLB.

Akute Abstiegssorgen in Solothurn

Ganz anders das Bild in Solothurn. Am meisten Gegentore erhalten, am zweitwenigsten geschossen, ein Sieg aus acht Spielen, Tabellenletzter. Bitter für den erfolgsverwöhnten Ausbildungsverein, der in den letzten fünf Jahren trotz kleinstem Budget der Liga meist vorne mitspielen konnte. Die Gründe für die Misere sind mannigfaltig. Schlechte Vorbereitung, Abstimmungsprobleme, fehlende Leader im Team und ungenügende Einstellung, das sind nur einige Probleme, mit denen der TV Solothurn aktuell kämpft. Und mit jeder Niederlage leidet die Moral mehr, der Weg aus der Abwärtsspirale wird noch etwas steiniger und der Abstieg rückt wieder etwas näher.

In den bisherigen Spielen – abgesehen vom Cupspiel gegen den unterklassigen West HBC – haben die Aarestäder in dieser Spielzeit noch keine überzeugende Leistung geboten. Nur phasenweise liessen die Solothurner in wenigen Spielen ihr Potenzial aufblitzen. In Punktgewinnen hat sich dies mit einer Ausnahme bisher noch nicht niedergeschlagen. Der Vorteil im Sport ist, dass immer wieder ein Spiel folgt. Fast wöchentlich kommt die Gelegenheit, es besser zu machen und endlich den Turnaround zu schaffen. Im Umfeld des TV Solothurn sind die Hoffnungen gross, dass dies im kommenden Spiel gelingt. Aber auch das ist Sport, Hoffnungen reichen nicht. Die Anhänger des TVS können hoffen, bei den Spielern reicht dies nicht, von ihnen braucht es Leistung.

Die Partie TV Solothurn–Handball Stäfa findet statt am 13. November um 17 Uhr im CIS Solothurn. Es gilt eine Zertifikatspflicht. Das Spiel kann im Livestream mitverfolgt werden, der Link ist auf unseren Social-Media-Kanälen zu finden.

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