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Solothurn unter Zugzwang

Andri Tatarinoff
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Bild: Andri Tatarinoff

Bild: Andri Tatarinoff

(chm)

NLB-Handball. Nach dem Kantersieg im Cup gegen West HBC hatte der TV Solothurn ein Wochenende spielfrei. Spieler und Staff konnten nach dem verpatzten Saisonstart den Kopf lüften und sich für die bevorstehenden Aufgaben rüsten. Als Erstes gibt es nun Besuch aus St.Gallen.

Gaudenz Oetterli

Vor gut zwei Jahren ist Fortitudo Gossau aus der NLA abgestiegen. Normalerweise dominierten in der jüngeren Vergangenheit Absteiger danach die NLB und vermochten innert Kürze wieder aufzusteigen. Nicht so der TSV Fortitudo Gossau. Die Ostschweizer beendeten die Saison nach der Relegation lediglich auf Rang 4, wobei es anzumerken gilt, dass diese Spielzeit damals nach 20 Runden abgebrochen wurde. Und schlimmer noch, der Abbruch hatte auch zur Folge, dass es keine Aufsteiger in die höchste Spielklasse gab. Fortitudo hatte also gar nicht die Möglichkeit, umgehend wieder in die NLA zu kommen.

Punkteausbeute gut, Leistungen bisher durchzogen

Die verlorene Saison 2019/20 schien dem TVS-Gegner vom Samstag auch den Schwung für die letzte Saison zu nehmen. Mit Platz 6 nach der Hauptrunde und Platz 5 Ende Saison waren die St.Galler weit entfernt von den Aufstiegsplätzen. Und so kommt es, dass der Traditionsverein aus Gossau nun bereits die dritte NLB-Saison bestreitet.

Die ersten fünf Spiele zeigen bisher eine durchzogene Bilanz. Zwar steht Fortitudo mit 7 Punkten auf Rang drei in der Tabelle, aber die Resultate waren bisher noch nicht überzeugend. Gegen die Pfadi Espoirs – ihrerseits in der untersten Tabellenregion zu finden – mühten sich die Ostschweizer zu einem knappen 25:24-Sieg. Gegen Stans gelang lediglich ein Unentschieden und von Baden wurde Gossau dann mit 31:24 nach Hause geschickt. Nach einem standesgemässen 33:26 gegen Birsfelden liess Fortitudo Gossau mit dem Heimsieg gegen Kreuzlingen (32:30) ein erstes Mal aufhorchen.

Mehr Ballsicherheit und höhere Abwehrquote gefordert

Der TV Solothurn agierte bekanntlich bisher weniger glücklich. Der einzige Sieg der Aarestädter ist ein Sieg gegen die Pfadi Espoirs, mit dem gleichen Resultat wie Gossau. Der TVS ist auf Punkte angewiesen und steht schon früh in der Saison mit dem Rücken zur Wand. Ob die Solothurner gegen Fortitudo bestehen können, wird davon abhängen, welche Leistung der TVS abrufen kann. Spielt das Heimteam wie gegen Möhlin, Kadetten oder Pfadi, oder defensiv so stark wie zuletzt im Cup, dann liegen zwei Punkte durchaus im Bereich des Möglichen. Mit Leistungen wie gegen Baden (23:35) und Stans (25:40) dürfte hingegen kein Blumentopf zu gewinnen sein.

Zwei Faktoren spielen dafür eine zentrale Rolle: die Ballsicherheit, also die technischen Fehler und die Fehlwürfe, und vor allem die Torhüterleistung. Bei den beiden Kanterniederlagen gegen Baden und Stans schenkte der TVS den Ball wegen technischer Unzulänglichkeiten oder Abschlussschwächen weit mehr als 30 Mal her. Bei den engen Spielen gegen Möhlin, Kadetten und Pfadi hingegen rund 15 Mal weniger – ein gewaltiger Unterschied.

Auch die Torhüterleistungen liessen, mit einer Ausnahme beim Sieg gegen Pfadi, bisher zu wünschen übrig. Mit einer Abwehrquote von knapp 20 Prozent muss es im Angriff wie geölt laufen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Selbstvertrauen tanken konnten die TVS-Keeper zuletzt im Cup, als sie mit herausragenden Leistungen fast im Alleingang für die 22 Treffer Differenz sorgten (34:12). Es wird sicherlich in der NLB keine Traumquoten von 75 oder 60 Prozent geben wie im Cup, aber mit einer ähnlichen Leistung wie in Lausanne können die Torhüter ihre Vorderleute ein gutes Stück durch die Türe zum Sieg schubsen.

Die Partie TV Solothurn-TSV Fortitudo Gossau findet statt am 16. Oktober um 17:00 Uhr im CIS Solothurn. Es gilt eine Zertifikatspflicht. Das Spiel kann auch im Livestream mitverfolgt werden. Der Link ist auf unseren Social-Media-Kanälen zu finden.

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