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Informatives und Nachdenkliches zur Pflege-Initiative

Thomas Schaer
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(chm)

Am 3. November luden die SP Lenzburg und SP Bezirk Lenzburg zu einem Infoabend über die Pflege-Initiative ein. Am 28. November werden wir über diese abstimmen – und ein klares JA ist dringend nötig.

Dies zeigte der Informationsabend deutlich und mit nachdenklich machenden Voten. Nach einer kurzen Vorstellung der Pflege-Initiative und des – klar ungenügenden – indirekten Gegenvorschlags durch Thomas Schär, Präsident der Stadt-Sektion der SP, kamen mehrere Pflegefachpersonen zur Sprache: Ivanka Bašić (ehemalige Pflegefachfrau Anästhesiepflege) und Beate Ninow (Pflegeexpertin OP, USZ), beide Einwohnerratskandidatinnen der SP, und Yvonne Bernasconi (Pflegefachfrau, KSA und im Vorstand der SP Lenzburg) sowie Daniel Baer (Gerontologe und Geschäftsführer einer Spitex-Organisation), ebenfalls Kandidat auf der SP-Einwohnerratsliste. Sie schilderten ausführlich und eindrücklich Situationen aus ihrer Berufserfahrung. Die Coronapandemie führte zwar zu einer weiteren Verschärfung der Problematik und vor allem einer grösseren Beachtung in der Öffentlichkeit. Die Probleme bestehen aber schon lange und nehmen ständig zu: Die Schweiz bildet zu wenig Pflegepersonal aus und zudem verlässt ein viel zu grosser Anteil der Pflegenden die Branche bereits nach wenigen Jahren wieder. Das führt unweigerlich zu einem massiven Pflegenotstand. Aktuell sind in der Schweiz über 11'000 Pflegestellen ausgeschrieben, die nicht besetzt werden können.

Dieser Personalmangel verschärft die Problematik für jene, die auf dem Beruf bleiben und diese wichtige Versorgung für die Bevölkerung sicherstellen. Lange Tage mit zum Teil mehreren Schichten hintereinander, kurzfristiges Einspringen auf Abruf und kaum Zeit für Pausen oder auch nur schon Gespräche mit den Patientinnen und Patienten, die auch für die Erfassung und Beurteilung des Gesundheitszustands wichtig wären, führen zu einer Arbeitsbelastung, die viele Pflegende wiederum zum Ausstieg bewegt. Aus diesem Grund ist neben einer deutlichen Investition in die Ausbildung auch die Verbesserung der Arbeitssituation dringend nötig. Und dieses Problemfeld lässt der Gegenvorschlag komplett aus. D.h. man investiert zwar in die Ausbildung, das ausgebildete Fachpersonal wird dann aber wegen der ungenügenden Arbeitssituation den Job wieder zu rasch verlassen. Ein Teufelskreis – den nur die Initiative zu durchbrechen vermag.

Nach den Schilderungen der Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet, und auch beim abschliessenden Apéro fand ein reger Austausch statt. Es ist zu hoffen, dass die Pflege-Initiative deutlich angenommen wird. Denn wir alle sind auf gute Pflege angewiesen – und Applaus reicht definitiv nicht.

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