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Bez Brugg: Kunst hängt in den Gängen

Flurina Lienhard
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Bild: Flurina Lienhard

Bild: Flurina Lienhard

(chm)

Trotz Corona fand dieses Jahr an der Bezirksschule Brugg wiederum eine Ausstellung zum Thema «Bildnerisches Gestalten» (BG) statt, jedoch in einer abgeänderten Form. So fand dieses Jahr beispielsweise keine Vernissage statt. Damit die Werke der Jugendlichen trotzdem Beachtung finden, sind sie aber wie jedes Jahr in den kommenden Wochen in den Gängen des Schulhauses zu bewundern. Vom Eingangsbereich im Erdgeschoss bis ins Untergeschoss beim BG-Zimmer sind sie auf schwarzen, grossen Tafeln ausgestellt. Ein Durchgang lohnt sich.

Während 17 Wochen arbeiteten die Abschlussklassen der Bezirksschule Brugg an einem BG-Projekt. Zu Beginn des Projekts machten sich die Schüler und Schülerinnen darüber Gedanken, mit welchen Themen sie sich in den nächsten Wochen beschäftigen wollten. Sie konnten sich dabei entweder an der Vorgabe «Natur» und/oder «Raum» orientieren oder sich auf ein selbst gewähltes freies Thema fokussieren. Da sich die Ideenfindung als schwierig erwies, nahmen die Jugendlichen Mindmaps, Moodboards und Internetrecherchen zur Hilfe. Nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre spannenden Themen gefunden hatten, begann das richtige Arbeiten. Man suchte sich ein Objekt eines Künstlers oder einer Künstlerin aus, welches dem eigenen Thema entsprach. Das Werk wurde so genau wie möglich abgezeichnet, wobei man auf jedes kleinste Detail achtete. Daraufhin erstellte man weitere, eigenständige Produkte, die sich auf eine bestimmte Art und Weise auf das bestehende Werk beziehen.

Saphira Burchia aus der Klasse 3L beschäftigte sich zum Beispiel mit der Beziehung zwischen der Vernunft und den Sinnen. Sie befasste sich mit Texten von Heraklit und Parmenides, zwei Philosophen aus der Antike, um sich besser mit dem Thema auseinandersetzen zu können. «Mir war wichtig, dass man meine Arbeiten nicht auf den ersten Blick versteht. Ich will die Leute mit meinen Arbeiten zum Nachdenken anregen» erklärt sie. Ihr Ziel war es, dem Betrachter die Kunst durch reines Denken zu vermitteln. Beispielsweise geht es bei einer ihrer Arbeiten um die Darstellung von Gedanken. In einer Kiste wurden kleine Spiegelquadrate in unterschiedlichen Winkeln zueinander befestigt. Dadurch sieht man sein eigenes, verzerrtes Spiegelbild, das einen zum Nachdenken anregt. Drei weitere Arbeiten von ihr sind in der Ausstellung vertreten.

Francesca Eyer, ebenfalls aus der Klasse 3L, verband im Rahmen dieses Projekts zwei ihrer Leidenschaften: Kunst und Musik. Sie wählte den Künstler «Yiruma» aus, der seines Zeichens Pianist und Komponist war. «Mir ist es wichtig, dass man meine gezeichnete Musik versteht und meine Persönlichkeit sich darin widerspiegelt», sagte Francesca Eyer. So versuchte sie ihre «Message» in verschiedenen Farben klar darzustellen, um dadurch ihre Emotionen auszudrücken. In der Ausstellung kann man vier Arbeiten von ihr betrachten, die alle einen Namen eines bekannten Musikstückes von Yiruma tragen. Die Bilder von Francesca befinden sich in der Nähe des Aufenthaltsraums. Bei ihr sticht sofort ein auffallend grosses Bild ins Auge, welches sie an den linken Rand ihrer Tafel gehängt hat. Es zeigt einen Klavierflügel, der mit Bleistift gezeichnet wurde, und ein mit Tinte verziertes Notenblatt. «Nachdem man alle Herausforderungen gemeistert hat, gibt es einem ein tolles Erfolgsgefühl, wenn man seine Arbeit am Ende ausstellen darf», erklärt sie.

Die Schüler und Schülerinnen nahmen in dieser Projektzeit vieles mit und lernten die Kunstwelt ein Stück besser kennen. Für einige gab es in diesen Wochen die Möglichkeit, zu zeigen, was sie in den letzten zweieinhalb Jahren im Fach Bildnerisches Gestalten gelernt hatten. Für andere war es einfach ein besonderes Erlebnis, die Bezirksschule Brugg abzuschliessen. Egal welches Thema gewählt wurde, die Schüler und Schülerinnen konnten sich darin vertiefen und empfanden die Projektarbeit als sehr lehrreich. Im Allgemeinen kam das Projekt bei den Schülern sehr gut an, selbst bei denjenigen, die sonst nicht sehr begeistert vom BG-Unterricht waren.

Wie jedes Jahr wurden die besten Arbeiten prämiert. Juriert wurden die Werke von Andrea Gsell, der Leiterin der Galerie Zimmermannshaus, die Preise wurden auch dieses Jahr vom VEB, dem Verein Ehemaliger der Bez Brugg, gesponsert. Folgende Schülerinnen durften am vergangenen Freitag die Preise unter lautem Beifall der Mitschülerinnen und Mitschüler sowie der Lehrpersonen entgegennehmen: Kategorie Kunst: 1. Platz: Lara Urech; 2. Platz: Meret Bischoff und Johanna Ruoff; 3. Platz: Joana Huggenberger. Kategorie Technik: 1. Platz: Vanessa Amstad; 2. Platz: Francesca Eyer; 3. Platz: Simona Hofer. Kategorie Gesamteindruck: 1. Platz: Amy Wong; 2. Platz: Valentina Rindlisbacher; 3. Platz: Saphira Burchia.

Ein Artikel von Laurin Jansen und Lukas Ellenberger, Klasse 1b der Bezirksschule Brugg