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Agrarökologie funktioniert

Barbara Garley
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Bild: Barbara Garley

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(chm)

Agrarökologie funktioniert

Tage zur Agrarökologie

Vom 1. bis 6. November 2021 finden schweizweit Tage zur Agrarökologie statt. In diesem Rahmen fand am 3.11. ein Vortrag auf dem Weltacker-Attiswil statt.

Die Präsidentin des Weltacker-Attiswil, Angela Mastronardi, begrüsste die interessierte Gästeschar.

Weltacker-Attiswil

Rosmarie Zimmermann, die Initiantin des Projekts begann mit einer kurzen Vorstellung des Weltacker-Attiswil. Wird die Ackerfläche der Welt durch die Anzahl Bewohnerinnen und Bewohner geteilt, ergibt das rund 2000m2. Das ist rechnerisch die Fläche, die jedem einzelnen Bewohner unseres Planeten zustehen würde, um darauf alles wachsen zu lassen, was ihn nährt und versorgt.

Die schweizerischen Ackerflächen decken 1/5 unseres Konsumbedarfs ab. Die restlichen 4/5 kommen aus der ganzen Welt. Deshalb stehen wir in der Verantwortung!

2000m2 ist eine Grenze, die verträglich ist, damit die Menschheit eine Zukunft haben kann.

Nahrung für alle

Das Konzept der planetaren Grenzen teilt den Planeten in neun Sektoren. Nach diesem Konzept sind in den Sektoren: Klimawandel, Landnutzungswandel, biochemische Flüsse (Phosphor, Stickstoff) und Biodiversität die Grenzen überschritten.

Hat die Landwirtschaft damit etwas zu tun? Sie ist die Hauptverursacherin. Wie findet sie zu einem sicheren Handlungsspielraum?

Weiter wie bisher ergibt einen Verlust von 49%. Eine Kehrtwende muss stattfinden! Kann diese in den Bereichen Flächenumverteilung, besserem Wasser-Stickstoffmanagement, Halbierung von Food-Waste und geringerem Fleischkonsum stattfinden, können nach den wissenschaftlichen Berechnungen 10,2 Milliarden Menschen ernährt werden.

Ausblick auf die Ackersaison 2022

Ein kreativer Ansatz zu einem Sektor, dessen Grenzen bereits überschritten sind, bieten die Bohnenkulturen an. Ersetzen diese doch tierisches Protein durch Pflanzenproteine. Damit blickte Rosmarie Zimmermann auf die kommende Weltackersaison 2022. Bohnen sind wahre Tausendsassas! In jeder Weltkultur spielte und spielt die Bohne eine wichtige Rolle, passt sie sich doch gut ans Klima an, führt dem Boden Stickstoff zu, ist lang lagerfähig und ihre Blüten locken Insekten an, um nur ein paar Vorzüge zu nennen. Bohnen auf seinem Speisezettel zu haben, kann die Solidarität mit den Armen ausdrücken. Da freuen wir uns auf die kommende Weltacker Saison!

Agrarökologie

Markus Allemann, Präsident von Swiss Aid, erklärte den Begriff Agrarökologie wie folgt: «Was an Ort und Stelle durch Erfahrung und Wissen entsteht und miteinander geteilt wird, das ist Agrarökologie.»

Mit einem Satz von Peter Zimmermann, dem Mitinitianten und Bauern des Projekts Weltacker-Attiswil, wurde der Vortrag beschlossen: «Unsere Erde hat Grenzen. Unser Denken hat kreatives Potenzial und kann damit Grenzen sprengen.»

Barbara Garley

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