Leserbeitrag
Michèle Minelli zu Gast im Frauenforum der FDP Schlieren

Marcel Siegrist
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„Es gibt keine hohe und niedere Literatur, es gibt nur gute und schlechte Bücher. Gute Bücher sind die, die wir gern lesen. Schlechte Bücher sind die, bei denen wir nicht über die ersten dreissig Seiten hinauskommen. So gehts halt. Einen Autor, der einem ganz gehört, erkennt man daran, dass man zunehmend das Bedürfnis verspürt, alles von ihm zu lesen, auch seine Briefe und Einkaufszettel.“

Mit dieser Passage aus einer Rede, die der verstorbene Urs Widmer anlässlich einer Preisverleihung hielt, eröffnet Ursula Gächter den Literaturabend im voll besetzten Pavillon Heckmann. Diesmal mit der Autorin Michèle Minelli. Und wohlgemerkt: Man liest nicht nur die ersten dreissig Seiten ihres Kriminalromans „Wassergrab“.

Der Krimi ist in Zürich angesiedelt und führt uns in Zürichs Unterwelten, genauer in die Kanalisation, wo eine weibliche Leiche liegt, die Kommissar Leandro Scheu Rätsel über Rätsel aufgibt. Doch damit nicht genug. Plötzlich taucht eine mysteriöse, äusserst attraktive Lettin in Scheus Büro auf, die unbedingt will, dass er ─ und nur er! ─ ihre seit 39 Jahren verschwundene Mutter suche.

Ein im wahrsten Sinn abgründiger Krimi. Wie der eher introvertierte Leandro Scheu diese Rätsel auflöst, hat die Autorin in eine packenden Sprache geformt. Michèle Minelli ist in Zürich aufgewachsen und überrascht den Leser immer wieder mit stimmigen Bildern aus Zürich.

Woher sie so genau wisse, wie es sich in der Kanalisation anfühle, wollte eine Zuhörerin wissen. Die Antwort von Michèle Minelli: Sie sei selber im Rahmen einer Führung hinabgestiegen und habe die eigentümliche Stimmung gespürt, die sie dann in ihr Buch einfliessen liess.

Am Ende der Lesung gibt es viel Applaus für Michèle Minelli und für Marianne Heckmann, die wie all die Jahre zuvor den Umtrunk oder besser das „Bettmümpfeli“ spendet.

Ursula Gächter, Frauenforum der FDP Schlieren

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