Leserbeitrag
"Lotterweiber" von Dorothée im NäijereHuus

Georg Schmid
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„Lotterweiber“ von Dorothée Rothbrust im NäijereHuus

„Verbunden“ mit Menschen

Wenn die Besucherin (der Besucher) die Räume des NH betritt, sind schon Leute da. Frauen, abwartend, neugierig oder im Gespräch; Frauen, die selbstbewusst ihren Platz einnehmen. Sie bewegen sich zwar nicht – höchstens einige Fahnen im Durchzug - aber sie suchen Kontakt, auf Augenhöhe. Sie sind bereit für eine Begegnung – über ihre Augen, durch die Geste der Hände, durch die Stellung der Füsse durch ihre Haltung - und über ihre „Gruppe“ hinaus.

Die Besucherin trifft auf Lotterweiber. Mit der Kettensäge aus Akazienholz herausgesägt, geschnitzt und bemalt, aber auch auf Leinwand oder Japanpapier gemalt: Portraits, Hüllen, Kleider; einiges frei hängend, anderes in Plexiglas gefasst. Einige Fahnen und Kleider sind in Zusammenarbeit mit Marianne Arens-Weiss, einer ehemaligen Schulfreundin, entstanden.

Die Frau von heute steht im Raum: Gestandene, unangepasste Frauen, die entscheiden und ihren eigenen Weg suchen. „Diese eine Frau ist weder allumfassend noch berühmt, sie hat keinen Namen. Dadurch bleibt Raum für eine ganz eigene Begegnung mit jeder Betrachterin, jedem Betrachter. Wir können Aspekte von uns in ihr wiederfinden, uns fällt Verbindendes auf, Vertrautes, Schönheit. Vielleicht erweckt die Frau auch Irritation, Abwehr oder wir sind ihr gegenüber gleichgültig. Alles, was wir bei ihrem Anblick fühlen und denken, führt uns zu uns selber, lädt uns ein, auch bei uns selber neue Aspekte wahrzunehmen und über sie nachzudenken.“ (B. Stettler).Vertrauen, Erinnerungen, Wünsche sind Dorothée Rothbrusts Gedanken zum Thema „Verbindungen“ mit Menschen. Vielleicht entstehen sogar Freundschaften.

Dorothée Rothbrust, 1953 in Bell bei Maria Laach geboren, lebt in Bettingen (Basel) und arbeitet in ihren Ateliers in Riehen und Weil am Rhein. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie mit Malerei, ehe sie sich 1997 auch der Bildhauerei zuwandte.

Öffnungszeiten Galerie: Sa/So 14 – 17 Uhr, Mi/Fr 18 – 20 Uhr
Finissage am Sonntag, 03. November 2019 von 10 bis 14 Uhr

21.10.2019 - gsh