Leserbeitrag
Letzte eigenständige Hauptübung der Rohrer Feuerwehr

Eine besondere Feuerwehrübung

Marcel Siegrist
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Am Samstag, 31. Oktober, führte die Feuerwehr Rohr ihre letzte Hauptübung als eigenständige Organisation durch - denn ab 1. Januar wird es als Folge der Gemeindefusion nur noch eine gemeinsame Feuerwehr Aarau geben. Die Hauptübung stand denn auch ganz im Zeichen dieses Umstandes. Nicht Trübsal blasen, sondern noch einmal richtig feiern war die Devise.

Um 16 Uhr begrüsste der Vize-Kommandant Thomas Richner die zahlreichen Gäste und interessierten Einwohner beim Rohrer Gemeindehaus. In den folgenden knapp zwei Stunden wurden Einsatzübungen zum Motto „Feuerwehr Rohr - Rückblick, aktuelle Feuerwehr und Zukunft" gezeigt.
Zum ersten Einsatz wurde mit dem Feuerhorn alarmiert. Ehemalige Feuerwehrleute und aktive Mitglieder des Feuerwehrvereins, in alten Original-Uniformen oder damals üblicher Arbeitskleidung, erschienen kurz darauf im Laufschritt auf dem Platz. Von Pferden gezogen wurde die Handdruckspritze aus dem Jahre 1892 in Position gebracht. Es folgte eine eindrückliche Demonstration, wie damals ein Löschangriff vor sich ging. Jedermann musste mithelfen mit Eimern die Spritze mit Wasser aus dem Löschweiher zu füllen oder an der Spritze zu pumpen. Die Anwesenden waren allgemein überrascht von der doch imposanten Leistung dieser antiken Spritze und dem Wasserstrahl, der hoch in die Luft schoss.
Im zweiten Einsatz zeigte dann die jetzige Rohrer Feuerwehr ihr Können. Nach und nach trafen die Fahrzeuge und Feuerwehrleute ein und die auszuführenden Rettungen wurden speditiv mittels der verschiedenen Leitern und auch unter Atemschutz ausgeführt. Wie in der aktuellen Situation vorgesehen, kam als Nachbarhilfe auch eine Gruppe der Buchser Feuerwehr mit ihrem Tanklöschfahrzeug zum Einsatz. Übungsleiter Peter Zimmerli, sowie Einsatzleiter Thomas Kähli waren mit dem Einsatz der Leute sehr zufrieden und konnten ihnen ein gutes Zeugnis ausstellen.
In den kurzen Unterbrüchen zwischen den einzelnen Einsätzen konnten sich die Anwesenden bei Glühwein, Tee, Lebkuchen oder Speckbrot aufwärmen.
Der dritte Teil veranschaulichte dann einen Einsatz in Rohr, wie er ab dem 1. Januar 2010 ablaufen wird. Kurz nach der Alarmierung traf der erste Offizier aus dem zukünftigen Stadtteil Rohr ein, gefolgt vom Tanklöschfahrzeug aus dem Magazin Rohr. Als nächstes folgten der Pikettoffizier der Feuerwehr mit seinem Pikettfahrzeug, sowie das TLF und die Autodrehleiter aus dem Magazin Aarau. Mit weniger Leuten aber mehr Hilfsmitteln wurden auch hier die Rettungen und Löschaufträge ausgeführt.
Im Schlusswort informierte der Kommandant Stephan Zaugg, dass von den aktuell 46 Angehörigen der Rohrer Feuerwehr 26 Frauen und Männer weiterhin in der gemeinsamen Feuerwehr Dienst leisten werden. Ebenfalls bleibt das Magazin in Rohr bestehen und mit einem TLF, Zugfahrzeug und weiterem Einsatzmaterial bestückt.

Der zweite Teil der Hauptübung fand in der Rohrer Auenhalle statt. Nach dem Apéro zeigte Paul Lüthi den Feuerwehrleuten und Gästen in einer sehr interessanten Präsentation die Geschichte der Rohrer Feuerwehr auf. Natürlich fehlte es anschliessend nicht an gutem Essen, aufgelockert durch den Unterhalter und Zauberer Ricky.
Im offiziellen Teil konnte Kommandant Stephan Zaugg auf ein Jahr mit wenigen Einsätzen zurückblicken. Um einen reibungslosen Übergang in die neue Feuerwehr ab 1.1.2010 sicherzustellen, waren aber bereits viele gemeinsame Übungen und Sitzungen nötig. Höhepunkte des Jahres waren sicher der Ersatz des uralten Landrovers durch einen neuen Ford Ranger, der auch in der zukünftigen Feuerwehr beste Dienste leisten wird, sowie die interessante Atemschutzübung in den mobilen Brandcontainern. Auf gesellschaftlicher Seite ist die zweitägige Feuerwehrreise in die Ostschweiz besonders zu erwähnen. Zusammen mit dem Ressortchef Gemeinderat Marcel Borner durfte der Kommandant dann verschiedene Feuerwehrleute für ihre langjährigen Dienste ehren. Da die Feuerwehr ja ab 2010 nicht mehr eigenständig existiert, treten eigentlich alle aktiven Mitglieder per Ende Jahr aus. So erhielten alle Aktiven ein speziell bedrucktes Sackmesser als Erinnerung. Nach dem abschliessenden Dank an die Mannschaft, Kader und Offizierskollegen, ermunterte der Kommandant alle dazu, die super Kameradschaft der FW Rohr auch weiterhin zu erhalten.
Die sehr gelungene Hauptübung fand schliesslich nach ein paar weiteren gemütlichen Stunden ihren Abschluss. (tri)

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