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Kongress des Schweizer Blasmusik-Dirigentenverbandes

Marcel Siegrist
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Die Leitung eines Musikvereins ist eine echte Herausforderung. Nebst alltäglichen Hürden wie Besetzungslücken muss ein Dirigent einen Verein auch formen, verbessern und einen besseren Klang anstreben. Über 100 Dirigentinnen und Dirigenten haben deshalb den Schweizerischen Dirigentenkongress in Aarau besucht - darunter erstaunlich viele junge Dirigentinnen und Dirigenten.

Der Schweizer Blasmusik-Dirigentenverband (BDV) versteht den Dirigentenkongress als Treffpunkt der Schweizern Blasmusikdirigentinnen und Blasmusikdirigenten. Nebst Fachvorträgen und einem Galakonzert des Schweizer Armeespiels wurde deshalb dem fachlichen und persönlichen Austausch viel Platz eingeräumt.

Buchautor, Fagottist und Pädagoge Norbert Voll demonstrierte zusammen mit der Stadtmusik Aarau, wie effizient und erfolgreich Klang- und Orchesterschulung betrieben werden kann. «Wenn wir uns um einen schönen Klang kümmern, kommt das auch im musikalischen Ausdruck zur Geltung. Umgekehrt wirkt sich der musikalische Ausdruck auch positiv auf den Klang aus.» Dies das Fazit von Norbert Voll, der am Dirigentenkongress in Aarau von seinem enormen Wissen und Erfahrungsschatz berichtete und folgerte: «Wer sich musikalisch bewegt, kann bewegt musizieren. Es gibt ein Wechselspiel zwischen Musik und Klang.» Voll gab den Dirigentinnen und Dirigenten viele praktische Tipps mit auf den Weg zu ihrer nächsten Orchesterprobe: Spielfehler entstehen laut Voll nicht dort, wo wir sie hören, sondern bereits deutlich vorher! Die Ursache liegt darin, «dass wir unser Gefühl in den Tönen vor einer schwierigen Stelle mit zu viel Intensität versehen».

Michael Hug (Inhaber der Ruh Musik AG in Adliswil) präsentierte mit dem Armeespiel neue Literatur zum Einspielen und für Kirchenkonzerte. Während Hug die vom ihm ausgelesenen Werke vorstellte und kommentierte, präsentierte sie Philipp Wagner mit dem Armeespiel auch klanglich. Die vorgestellte Literatur ist unter ww.ruh.ch zu finden. Unter http://www.ruh.ch/literatur-werkstatt-2/ sind jeweils auch zahlreichere ähnliche Werke oder Kompositionen aus der gleichen Serie aufgelistet – so dass die BDV-Mitglieder nun Zugriff auf weit über 100 bisher unbekannte Werke haben. Hug informierte am Dirigentenkongress auch über Werke mit reduzierter Instrumentation, die mit einer kleineren Besetzung gespielt werden können. Die Amerikaner schwören laut Philipp Wagner darauf, weil auch sie bei einzelnen Instrumenten einen Mangel an Nachwuchs feststellen. Neu ist der Trend, Originalkompositionen zu kürzen und zu vereinfachen, damit sie von mehr Vereinen gespielt werden können. Laut Wagner handelt es sich um gute und gut gemachte Musik, die nun Orchestern zugänglich gemacht wird, die das Originalwerk nicht bewältigen.

Das Galakonzert des Symphonischen Blasorchesters des Schweizer Armeespiels stand ganz im Zeichen des Stabwechsels von Philipp Wagner zu Philippe Monnerat. Oberst Wagner ist nun Kommandant der Schweizer Militärmusik und gibt deshalb die Leitung des Symphonischen Blasorchesters weiter an Major Monnerat. Beide Dirigenten brillierten mit der Interpretation von anspruchsvoller Schweizer Literatur. Auf dem Programm standen die Hauptwerke Hannibal (Mario Bürki), Divertimento (Oliver Waespi) und Ben-Hur-Suite (Miklós Rósza, arrangiert vom Schweizer Roman Silberer) und als kleinere Werke Lugano (Marsch von Franco Cesarini), Serenade in As-Dur op.38 (Stephan Jaeggi) und Landwehrland (Thierry Besançon).

Der Schweizer Blasmusik-Dirigentenverband vereinigt über 1000 aktive Dirigentinnen und Dirigenten. An der Generalversammlung wurde der Vorstand um Alfred Fischer (Brienz) wiedergewählt. Die zurücktretenden Ernst Balli (Aetigkofen) und Lydia Stöckli (Glashütten) wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, Josef Fischer (Emmenbrücke) neu in den Vorstand gewählt.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.dirigentenverband.ch